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19 Taten: Prozess in Saarbrücken gestartet – Pflegedienst-Chef soll Angestellte vergewaltigt haben

Дата публикации: 06-08-2026 11:44:00




Der Geschäftsführer eines inzwischen insolventen Pflegedienstes soll über Jahre Mitarbeiterinnen seiner Firma vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen 19 Taten vor.



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19 Taten Prozess in Saarbrücken gestartet – Pflegedienst-Chef soll Angestellte vergewaltigt haben

Saarbrück · Der Geschäftsführer eines inzwischen insolventen Pflegedienstes soll über Jahre Mitarbeiterinnen seiner Firma vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen 19 Taten vor.

06.08.2026 , 13:44 Uhr

Der ehemalige Geschäftsführer eines ambulanten Pflegedienstes muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Saarbrücken verantworten. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken wirft ihm unter andrem vor, vier Mittarbeiterinnen seiner Firma vergewaltigt zu haben

Der ehemalige Geschäftsführer eines ambulanten Pflegedienstes muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Saarbrücken verantworten. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken wirft ihm unter andrem vor, vier Mittarbeiterinnen seiner Firma vergewaltigt zu haben

Foto: Florian Rech

Der ehemalige Geschäftsführer eines Pflegedienstes in Rehlingen-Siersburg soll mehrere seiner Mitarbeiterinnen vergewaltigt, sexuell belästigt und bedroht haben. Am Donnerstag hat vor dem Landgericht Saarbrücken der Prozess gegen den heute 54-Jährigen begonnen. Die Staatsanwaltschaft hat den Mann wegen insgesamt 19 mutmaßlicher Taten zwischen 2021 und 2024 angeklagt.

Angeklagtem werden mehrere Vergewaltigungen vorgeworfen

Laut Anklage soll der Unternehmer vier in seiner Firma angestellte Frauen vergewaltigt haben. Drei davon mehrmals. Mehrere Opfer berichteten laut Staatsanwaltschaft von zum Teil schwerer Gewalt durch ihren Chef und Verletzungen, die er ihnen zugefügt haben soll. Eine weitere Frau soll der Angeklagte sexuell belästigt haben. Die Vergewaltigungen sollen in den Büroräumen der Firma des Angeklagten in Rehlingen-Siersburg, in dessen Wohnhaus sowie während einer Fahrt mit einem Hilfskonvoi in die Ukraine stattgefunden haben. Zudem soll der Mann 2024 in Rehlingen-Siersburg einen 14-jährigen Jugendlichen bedroht haben.

Laut Anklageschrift soll sich der Angeklagte als Geschäftsführer seines Pflegedienstes auch „unangemessen“ gegenüber mehreren Angestellten verhalten haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von „sexuell motivierten Äußerungen“ und versendeten anzüglichen Bildern und Videos des angeklagten Chefs von sich selbst.

„Wenn du nicht stillhältst, bringe ich dich um“

Der Mann soll laut Anklage bei den sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen seine Machtposition als Vorgesetzter ausgenutzt haben und ein mutmaßliches Opfer auch mit dem Tode bedroht haben. Vor einer mutmaßlichen Vergewaltigung soll der Chef gedroht haben: „Wenn du nicht stillhältst, bringe ich dich um“. Einer anderen Angestellten soll er ebenfalls mit beruflichen Konsequenzen gedroht haben. „Wenn du nicht machst, was ich dir sage, kündige ich dir sofort!“, soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft zu der Frau gesagt haben.

Neben Drohungen soll der Angeklagte bei mehreren Vergewaltigungen auch gewaltsam vorgegangen sein. Mehrere mutmaßliche Opfer sollen dabei blutige Wunden erlitten haben, so die Staatsanwaltschaft.

2024 soll der Angeklagte zudem an einem Haus in Rehlingen-Siersburg geklingelt haben. Als ein 14-Jähriger öffnete, fragte er laut Anklageschrift nach dessen Eltern, die aber nicht zu Hause waren. Daraufhin soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft gedroht haben, den Jugendlichen und seinen Stiefvater zusammenzuschlagen und das Haus anzuzünden. Ob und wie diese mutmaßliche Bedrohung in Zusammenhang mit den vorgeworfenen Vergewaltigungen steht, ging aus dem Verlauf des ersten Prozesstages nicht hervor.

Angeklagter wird sich „schweigend verteidigen“

Der öffentliche Teil des ersten Prozesstags endete nach Verlesung der Anklage schnell. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen gegen ihn. „Er wird sich schweigend verteidigen“, sagte sein Verteidiger. Das ambulante Pflegedienst-Unternehmen des Angeklagten in Rehlingen-Siersburg ist mittlerweile insolvent. Aktuell arbeite er nur in Teilzeit und verdiene nur einige Hundert Euro im Monat, sagte der Angeklagte, als er vom Gericht zu seinen persönlichen Verhältnissen befragt wurde.

Die Aussage eines der mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer vor Gericht fand am Donnerstag zum Schutz der Frau und Ihrer Persönlichkeitsrechte unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Voraussichtlich werden auch die anderen Frauen nicht öffentlich aussagen. Vier mutmaßliche Opfer nehmen als Nebenklägerinnen am Prozess teil. (sve)

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