Ein Vater nimmt nach der Geburt seines Kindes eine gesetzliche Auszeit vom Job. Vier Wochen nach seiner Rückkehr verliert er seinen Arbeitsplatz. Jetzt geht der Fall vor Gericht.
Ein Vater nimmt nach der Geburt seines Kindes eine gesetzliche Auszeit vom Job. Vier Wochen nach seiner Rückkehr verliert er seinen Arbeitsplatz. Jetzt geht der Fall vor Gericht.
Michael G. aus der österreichischen Steiermark ist nach zehn Jahren als Messtechniker in einem großen Industriebetrieb seinen Job los. Kurz vorher hatte der 42-jährige Vater eines kleinen Sohnes einen sogenannten „Papamonat“ genommen. Dabei handelt es sich um eine gesetzliche Freistellung nach der Geburt eines Kindes.
Vier Wochen nach seiner Rückkehr in den Beruf erhielt Michael G. überraschend die Kündigung. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, beschreibt der Mann laut dem Nachrichtenportal „VOL.at“ seine Reaktion.
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Die österreichische Arbeiterkammer (AK), eine gesetzliche Interessenvertretung für Arbeitnehmer, geht nun für ihn juristisch gegen die Kündigung vor. Sie hält den Rausschmiss möglicherweise für sozialwidrig. Anfang Oktober geht der Fall vor Gericht.
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Der Arbeitgeber weist laut „VOL.at“ jeden Zusammenhang mit dem Papamonat seines ehemaligen Angestellten zurück. Stattdessen bezeichnet er die Kündigung als begründete Einzelfallentscheidung.
Einen ähnlich bezahlten Arbeitsplatz hat Michael G. bisher nicht gefunden. Trotz des Rechtsstreits würde der Vater bei einem für ihn positiven Ausgang des Verfahrens zu seinem früheren Arbeitgeber zurückkehren.
In Österreich haben Väter bei einem Papamonat laut Gesetz Anspruch auf einen Monat Freistellung von der Arbeit. Für sie gilt eigentlich ein besonderer Kündigungs- und Entlassungsschutz, der mit der Vorankündigung beginnt, frühestens jedoch vier Monate vor dem errechneten Geburtstermin.
Der Schutz endet vier Wochen nach dem Ende des Papamonats.Bei Michael G. greift der Sonderkündigungsschutz also nicht.
In Deutschland gibt es keinen eigenen gesetzlichen Papamonat. Väter können stattdessen Elternzeit nehmen und diese auch direkt nach der Geburt beginnen.