Kaffee wird teurer: Arabica erreicht den höchsten Stand seit Monaten. Ernteprobleme in Brasilien, Kolumbien und ein drohendes El-Niño-Phänomen könnten Preise weiter treiben.
Kaffee wird teurer: Arabica erreicht den höchsten Stand seit Monaten. Ernteprobleme in Brasilien, Kolumbien und ein drohendes El-Niño-Phänomen könnten Preise weiter treiben.
Die Kaffeepreise ziehen heftig an. Die Arabica-Terminkontrakte erreichten zu Beginn der laufenden Woche den höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten. Händler rechnen kurzfristig mit einem knapperen Angebot hochwertiger Bohnen, vor allem aus Brasilien.
Ein Grund sind Verzögerungen bei der brasilianischen Ernte. Starke Regenfälle bremsen die Arbeiten und halten das Angebot knapp. Gleichzeitig sorgt die Entwicklung in Kolumbien für Unsicherheit. Nach einem schweren Erdbeben kam es in wichtigen Kaffeeanbaugebieten zu Verzögerungen. Langfristig droht ein starkes El-Niño-Wetterphänomen die Preise zusätzlich antreiben. In den vergangenen drei Monaten ist der Kaffeepreis bereits um etwa 25 Prozent gestiegen.
Experten sehen darin vor allem für Robusta Ende 2026 und für Arabica im Jahr 2027 ein Risiko. In Ländern wie Vietnam und Indonesien könnte das Wetter die Kaffeeproduktion belasten.
German Bahamon, Vorsitzender des kolumbianischen Kaffeeanbauverbands, sieht nicht das Erdbeben als größte Gefahr. „Die Produktion selbst ist nicht vom Erdbeben betroffen. Die Produktion wird sehr wahrscheinlich durch das El-Niño-Phänomen beeinträchtigt werden“, sagte er der Agentur Reuters.
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Der Verband erwartet, dass Kolumbiens Kaffeeproduktion in diesem Jahr um 8 Prozent auf 12,5 Millionen 60-Kilogramm-Säcke sinkt. Im Vorjahr waren es 13,7 Millionen Säcke. Neben den Wetterproblemen belastet auch der starke kolumbianische Peso die Bauern. Laut Bahamon verlieren Produzenten dadurch rund 700.000 Pesos beziehungsweise 229 US-Dollar pro 125-Kilogramm-Ladung.
Kolumbien ist der drittgrößte Kaffeeproduzent der Welt und der wichtigste Anbieter von gewaschenem Arabica. Rund 540.000 Familien leben von der Branche.
Steigende Kaffeepreise könnten auch große Ketten und Lebensmittelkonzerne treffen. Betroffen sein könnten unter anderem Starbucks, McDonald’s, Nestlé und Keurig Dr Pepper. Wie stark die Belastung ausfällt, hängt davon ab, wie gut die Unternehmen ihre Rohstoffkosten abgesichert haben.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion