Die SV Elversberg steht nach vier Spieltagen auf Platz sieben – und sorgt mit einer erstaunlichen Offensiv-Statistik für Aufsehen. Der große Statistik-Check der SVE.
Spiesen-Elversberg · Die SV Elversberg steht nach vier Spieltagen auf Platz sieben – und sorgt mit einer erstaunlichen Offensiv-Statistik für Aufsehen. Der große Statistik-Check der SVE.
25.09.2026 , 10:55 Uhr
Vor allem die Offensive der SV Elversberg funktioniert wie geschmiert. In einer Statistik steht der Verein ganz vorne.
Foto: IMAGO/Jan Huebner/IMAGO/Ralf BrueckDer erste Block der Bundesligasaison 2026/2027 ist gespielt. Und die SV Elversberg steht ziemlich gut da: Tabellenplatz sieben. Zwei Siege, einmal Unentschieden und eine Niederlage – gegen den FC Bayern München. Acht Tore hat die SVE bereits geschossen. Doch das sind nur die offensichtlichen Zahlen. Wir haben einen Blick in die Tiefen der Statistiken geworfen. In einer wichtigen Offensivwertung ist die SVE besser als jeder andere Verein im Fußball-Oberhaus. Ein Überblick.
Ein Blick auf das Zahlenbollwerk, dass die Bundesliga öffentlich zugänglich zu den 18 Vereinen und ihren Spielern herausgibt, zeigt zunächst einmal eines: die SV Elversberg macht ihrem Tabellenplatz im Mittelfeld alle Ehre. Sie sticht auch in anderen Statistiken weder durch besonders hohe noch durch besonders niedrige Werte heraus. Bei der Laufstärke etwa. Die Elversberger sind in der bisherigen Saison 471,6 Kilometer gerannt, stehen auf Platz 11 der Liga. Doch gerade ein Blick auf die Offensive der SVE lohnt sich. Denn wenn man etwas rechnet, entsteht ein eiskaltes Bild der Mannschaft.
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Die acht geschossenen Tore der SVE belegen gemeinsam mit dem SV Werder Bremen Platz 9 in der Liga. Auf dem Treppchen stehen der FC Bayern München (14 Tore), der SC Freiburg (12 Tore) und der FC Augsburg mit 11 Toren. Die SVE steht im Mittelfeld – könnte man meinen. Die SV Elversberg hat ihre acht Tore jedoch mit nur 38 Torschüssen erzielt. Das sind die zweitwenigsten Versuche nach dem Hamburger SV (37) in der gesamten Liga. Acht Tore bei 38 Schüssen ergeben einen Wert von 21,05 Prozent bei der Chancenverwertung. In anderen Worten: Jeder fünfte Schuss der SVE geht rein. Kein anderer Verein ist so eiskalt vor dem Tor wie die Saarländer. Nicht einmal der FC Bayern München. Harry Kane und Co. haben in den ersten vier Saisonspielen bereits 87 Mal auf das gegnerische Tor gefeuert, also mehr als doppelt so viele Schüsse abgegeben wie die Elversberger. Daraus sind 14 Treffer entstanden. Macht eine Chancenwertung von 16,09 Prozent. Hinter der SVE stehen auf Platz drei und zwei der effizientesten Torjäger Eintracht Frankfurt (17,65 Prozent) und der FC Augsburg mit 20,37 Prozent.
Wenn die Truppe von Trainer Vincent Wagner also so weitermacht, könnte die SVE – wie auch schon in der vergangenen Saison – eine der gefährlichsten Offensivmannschaften der Liga werden. Top-Torjäger bei der SVE sind aktuell Maurice Krattenmacher (3 Tore) und David Mokwa (2 Tore). Während Mokwa im Schnitt für einen Treffer 154 Minuten braucht, klingelt es bei Krattenmacher jede 47. Minute – solange er spielt. Damit ist Krattenmacher der gefährlichste Torschütze der gesamten Liga, wenn man nach Minuten pro Tor geht und nur Spieler miteinbezieht, die alle vier Spiele auf dem Platz standen. Kurzum: Krattenmacher ist der beste Joker der Liga.
Weniger gut sieht es jedoch beim Ballbesitz aus. Hier hat die SV Elversberg einen durchschnittlichen Wert von 46 Prozent, steht damit auf Platz 14 der Liga. Jedoch ging es an Spieltag drei auch gegen Bayern München und den Ballbesitzfußball von Vincent Kompany. Der FCB hatte 72 Prozent Ballbesitz gegen die SVE. Auch gegen Leverkusen und Gladbach hatten die Saarländer weniger Spielanteile. Auf Schalke hatte die SVE dann mit 59 Prozent erstmals mehr Ballbesitz.
Und auch wenn die Effizienz vor dem Tor Ligabestwert ist, lässt die Effizienz bei den Pässen zu wünschen übrig. Mit einer Passquote von gerade einmal 80,3 Prozent steht der Verein auf dem 15. Platz, rettet sich also gerade so vor der Relegation. Zum Vergleich: den ersten Platz belegen die Bayern mit einer Passquote von 89,9 Prozent. Auch bei den Kopfballduellen könnte es besser aussehen. Nur 51 Mal haben die Elversberger bisher eines davon gewonnen – der drittschlechteste Wert in der Bundesliga.
Wo die Elversberger als Team auch wenig hervorstechen, ist bei den Läufen. Bei den Sprints (637) und den sogenannten intensiven Läufen (2641) – das sind Laufabschnitte, in denen eine Geschwindigkeit zwischen 19,8 und 25,2 Kilometer pro Stunde erreicht wird – steht die SVE auf Rang zehn. Individuell gibt es jedoch zwei Akteure, die ganz vorne dabei sind. Mit Jan Gyamerah und Lasse Günther stellt die SVE zwei Spieler in der Top 10 der schnellsten Sprinter. Zum Vergleich: in der Bundesliga spielen aktuell rund 500 Spieler insgesamt. Lasse Günther steht auf Platz zehn mit einem Speed von 35,19 km/h. Jan Gyamerah ist der fünftschnellste Spieler der Liga mit 35,73 km/h. Cole Campbell steht zwar nur auf Platz 21 (34,58 km/h), hat jedoch mit 96 Sprints die viertmeisten in der Bundesliga.
In der vergangenen Saison 2025/2026 in der 2. Bundesliga konnte sich die SVE neben dem Sportlichen auch durch eine Sache auszeichnen: ihre Fairness. Mit nur 59 Gelben Karten, einer Gelb-Roten Karte und keiner einzigen Roten Karte beendete der Verein die Saison als fairste Mannschaft der 2. Bundesliga. Stand jetzt scheint das in der Bundesliga etwas schwieriger zu werden. Die Elversberger haben bereits acht Gelbe Karten erhalten, stehen auf Platz sechs der Liga gemeinsam mit dem 1. FC Köln und der TSG Hoffenheim.
Unterm Strich zeigt der Statistik-Check: Die SVE ist nicht überall Spitzenklasse – aber wenn es vor dem Tor zählt, sind die Elversberger bislang eiskalt. Und genau das könnte im weiteren Saisonverlauf noch ein wichtiger Trumpf werden.