Vermögensberatung ohne Kundenberater rein digital abwickeln? Das geht inzwischen auch. Stiftung Warentest hat 16 sogenannte Robo-Advisor getestet. Was kosten ihre Dienste? Wie sind die Renditen?
AUDIO: Robo-Advisor: der digitale Vermögensberater (5 Min)
Finanzen
Stand: 20.07.2026 05:00 Uhr
Wer sein Geld in Aktien oder Investmentfonds anlegen möchte, wendet sich in der Regel zuvor an einen Vermögensberater seiner Sparkasse oder Bank. Inzwischen geht das aber auch bequem von zu Hause aus mit dem Laptop oder Smartphone: Im Internet findet man digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisor, die sich um die Geldanlage des Sparers kümmern. Stiftung Warentest hat 16 davon getestet. Was kosten ihre Dienste? Wie sind die Renditen?
von Norbert Hackel, MDR AKTUELL und Carmen Brehme, Redaktion Wirtschaft und Ratgeber
Übersicht:
"Robo-Advisor sind digitale Vermögensverwalter. Sie legen dem Anleger einen ausführlichen Fragebogen vor. Auf Basis von Anlageziel, Risiko, Vermögen und Erfahrung erstellen diese Robo-Berater dann einen konkreten Anlagevorschlag und übernehmen anschließend die Steuerung des Portfolios", erklärt Metin Gülmen von der Stiftung Warentest Finanzen gegenüber MDR AKTUELL.
Bevor das Ersparte in sichere Geldanlagen oder Wertpapiere wie Aktien oder Investmentfonds investiert wird, müssen also – wie in einer Bank oder Sparkasse auch – Fragen beantwortet werden. Der Robo-Advisor legt dann das Geld nach Vorgabe an. "Bei späteren Umschichtungen handelt er alleine, ohne sich vorher abzustimmen", so Gülmen. Dafür muss der Anleger auch eine Vermögensverwaltungsvollmacht erteilen, damit der Robo-Advisor dann in seinem Namen automatisiert handeln kann.
"Advisor" ist das englische Wort für Berater.
Der Anleger sollte sich vor der Wahl eines Angebotes die Kosten genau anschauen, denn die sind bei den Banken und spezialisierten Finanzdienstleistern unterschiedlich. Die Kosten betragen dabei zwischen 0,3 und 2,6 Prozent der Anlagesumme. "Überrascht hat vor allem, dass gute Geldanlage nicht teuer sein muss. Wir haben zwei Robos mit sehr gut beurteilt. Einer von diesen beiden Testsiegern war sogar der günstigste Anbieter und ist noch relativ unbekannt. Das zeigt, dass auch gut gemachte und günstige Strategien nicht immer einen großen Namen haben müssen", sagt Anlageexperte Gülmen.
Die Stiftung Warentest hat in ihrer Juli-Ausgabe 16 digitale Vermögenberater genauer unter die Lupe genommen. "Wir haben Robo-Advisoren mit ausgewogener Strategie für einen Musterkunden mit einem mittleren Risikoprofil getestet. In unserem Musterbeispiel haben wir einen Anlagebetrag von 40.000 Euro genommen und eine Strategie getestet, die schon mindestens fünf Jahre am Markt etabliert war", so der Finanzfachmann. Mit Strategie ist dabei gemeint, in welche Geldanlagen und Wertpapiere investiert wird und vor allem welche Renditen dabei erzielt werden.
Sparen mit Aktien
Teure Fehler bei der Geldanlage mit WertpapierdepotsStiftung Warentest Finanzen hat mehr als 100.000 Aktiendepots über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren betrachtet. Mit richtiger Anlagestrategie lassen sich gute Renditen erzielen. Worauf muss man dabei achten?
Die digitalen Vermögensberater gibt es seit 2014 auf dem deutschen Markt. Es gelten dieselben Bedingungen wie bei einem Vertrag mit Bankberater, nur wird hier alles digital abgewickelt. "Robo-Advisoren sind vor allem für Anleger und Anlegerinnen interessant, die ihr Risiko einschätzen können, sich aber nicht selbstständig um ihre Geldanlage kümmern wollen. Sie bekommen mit wenig Aufwand ein automatisch gesteuertes und meistens auch breit gestreutes Portfolio und können so dann von Aktienrenditen quasi automatisch profitieren", so Metin Gülmen.
Auf jeden Fall sollte man wie immer auch hier die Rendite-Risiko-Profile der verschiedenen Anbieter vergleichen. "Was den Anlageerfolg im Performance-Test angeht, haben die besten Robo-Advisors ein besonders gutes Rendite-Risiko-Profil und können sich fast mit unserer Vergleichsgröße messen: der Entwicklung der beiden Indizes MSCI World und Bloomberg Euro Aggregate", so der Anlageexperte von Stiftung Warentest Finanzen. Bevor man aber Geschäfte mit einem Robo-Advisor macht, sollte man schon Kenntnisse über Fonds und ETF besitzen.
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MDR (cbr)
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