Baustellen sorgen für Behinderungen auf der Schiene: Im Raum Düsseldorf fallen ab September auf mehreren Linien Züge aus. Was Pendler und Reisende dazu wissen müssen.
03.09.2026 · 06:42 Uhr
Düsseldorf · Baustellen sorgen für Behinderungen auf der Schiene: Im Raum Düsseldorf fallen ab September auf mehreren Linien Züge aus. Was Pendler und Reisende dazu wissen müssen.
Bahnreisende im Raum Düsseldorf müssen sich auf Einschränkungen einstellen. Wegen verschiedener Bauarbeiten kommt es vom Freitag, 4. September, bis Freitag, 2. Oktober, zu Teilausfällen auf verschiedenen Streckenabschnitten. Das geht aus einer Mitteilung von zuginfo.nrw hervor.
Beim RE4 gibt es gleich mehrere betroffene Zeiträume. In der Nacht von Mittwoch, 17. September, auf Donnerstag, 18. September, fallen vereinzelt Züge zwischen den Hauptbahnhöfen Hagen und Düsseldorf aus. In den Abend- und Nachtstunden von Freitag, 19. September, auf Samstag, 20. September, kommt es zu Teilausfällen zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Düsseldorf. Dasselbe gilt in den Nächten von Dienstag, 29. September, bis Donnerstag, 1. Oktober, ebenfalls zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Düsseldorf.
Beim RE10 kommt es von Donnerstag, 11. September, bis Donnerstag, 18. September, zu Teilausfällen zwischen den Hauptbahnhöfen Krefeld und Düsseldorf. Als Alternative empfiehlt die Bahn die Linien RE7 und RB37 zwischen Krefeld und Neuss sowie die Linien RE4, RE6 (RRX), S8 und S28 zwischen Düsseldorf und Neuss. Zwischen Krefeld und Düsseldorf ist zudem ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet.
Beim RE13 fallen Züge zwischen Wuppertal und Mönchengladbach aus. Für diesen Abschnitt wird auf die Linien RE4 und S8 verwiesen.
Beim RB39 kommt es von Freitag, 4. September, bis Donnerstag, 11. September, 21 Uhr, zu Teilausfällen zwischen Neuss und Düsseldorf. Als Alternativen stehen die Linien RE4, S8 und S28 zur Verfügung.
Bei der S28 wiederum kommt es zu Teilausfällen zwischen Düsseldorf-Gerresheim und Mettmann Stadtwald. Ein SEV ist eingerichtet, der zwischen 20 und 4 Uhr auch bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof verlängert wird. Die S68 fährt auf dem Abschnitt zwischen Düsseldorf und Wuppertal-Vohwinkel nicht, als Alternative steht die S8 zur Verfügung.
Wer in Düsseldorf auf einen Schienenersatzverkehr umsteigen muss, sollte zudem beachten: Wegen einer Baustelle kann die SEV-Haltestelle am Düsseldorfer Hauptbahnhof von Freitag, 21. August, bis Samstag, 5. September, nicht wie gewohnt angefahren werden. In diesem Zeitraum hält der Ersatzverkehr stattdessen am dortigen Fernbusbahnhof.
Die Strecken zwischen Duisburg, Essen und Oberhausen sind die Hauptschlagadern der Bahn im westlichen Ruhrgebiet. Fast im Minutentakt fahren dort Fern- und Regionalzüge sowie S-Bahnen. Ab Freitagabend wird auf der wichtigen Verbindung erneut gebaut, so dass knapp zwei Monate lang bis Ende Oktober deutlich weniger Züge fahren können. Das hat Auswirkungen bis nach Düsseldorf, Köln, Bochum und Dortmund.
Besonders stark trifft es Duisburg und Oberhausen: Dort halten nach den Planungen der Bahn während der Bauarbeiten bis auf wenige Ausnahmen nachts oder in Randzeiten gar keine Fernverkehrszüge mehr.
Die erste Bauphase beginnt am Freitagabend (4. September) um 21.00 Uhr und geht bis zum 9. Oktober. In dieser Zeit sollen unter anderem zwölf Kilometer neue Oberleitungen bei Mülheim montiert werden. Hinzu kommen Weichenarbeiten.
Betroffen sind unter anderem die Linien RE 1, 2, 3, 6, 11, 42, 44 und 49 sowie Regionalbahnen und zwei S-Bahnlinien (S1 und S3). Die Bahn richtet Schnellbusverbindungen zwischen Duisburg sowie Oberhausen und Essen ein. Im Fernverkehr gibt es deutliche Einschränkungen für Reisende etwa nach Berlin oder Frankfurt. Auch aus Köln und Düsseldorf fahren wegen der Arbeiten weniger Züge nach Berlin.
Ab dem 9. Oktober kommt dann eine weitere Baustelle an gleicher Stelle hinzu: Die Autobahn-Gesellschaft modernisiert das Kreuz Kaiserberg, das in Duisburg genau über acht Bahngleise hinwegführt. Dafür muss die Strecke bis zum 30. Oktober komplett gesperrt werden.
Was genau das für den Fahrplan bedeutet, sei noch in der Abstimmung, teilte die Bahn mit. Allerdings waren die Bahngleise an genau dieser Stelle in den vergangenen Jahren schon mehrmals gesperrt. Die Folge: Alle Fernzüge wurden damals weiträumig umgeleitet, im Regionalverkehr fuhr zwischen Duisburg und Essen bei den bisherigen Sperrungen der Gleise unter dem Kreuz Kaiserberg kein Zug mehr.
Details zu allen Umleitungen und zum Ersatzverkehr will die Bahn über Aushänge an den Bahnsteigen und im Portal zuginfo.nrw veröffentlichen. Reisende sollen am besten in der digitalen Fahrplanauskunft prüfen, wie sie trotz der Bauarbeiten an ihr Ziel kommen.
Auch auf der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Siegen legen die Bauarbeiten nochmal eine Stufe zu. Seit zwei Monaten erneuert die Bahn auf der wichtigen Güter- und Regionalzugstrecke Gleise, Weichen, Brücken und Tunnel. Ab Freitagabend wird der Abschnitt zwischen Siegen und Altenhundem nun komplett gesperrt. Reisende müssen auf Ersatzbusse umsteigen.
Ab dem 15. September soll die Vollsperrung aufgehoben werden. Die Arbeiten gehen aber noch bis kurz vor Weihnachten weiter - mit weiteren Einschränkungen für Pendler und Güterzüge auf der Strecke.
Im Münsterland und im nördlichen Ruhrgebiet will die Bahn in den kommenden Wochen mehrere Bahnhöfe erweitern, damit dort in Zukunft längere Züge halten können. Von Freitagabend bis zum 25. Oktober fahren deshalb zwischen Bottrop und Borken sowie zwischen Dorsten und Coesfeld keine Züge mehr, sondern nur Ersatzbusse.
Auch eine gute Nachricht gibt es für Bahnkunden: Zwei Wochen lang war die rechtsrheinische Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln - eine der meistbefahrenen Strecken Deutschlands - für Fern- und Regionalzüge gesperrt. Am Freitagabend sollen die Bauarbeiten beendet und die Gleise weiter freigegeben werden. Allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Die S-Bahn-Strecke zwischen den beiden Städten bleibt noch für drei weitere Monate bis zum 4. Dezember gesperrt.
Die Bahn hat im einwohnerstärksten Bundesland NRW weiterhin enormen Nachholbedarf an ihren Schienenverbindungen. „Aktuell ist die Infrastruktur zu alt, zu voll und zu störanfällig, das gilt insbesondere auch für Nordrhein-Westfalen“, hatte der NRW-Generalbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Jens Gräfer, kürzlich im Verkehrsausschuss des Landtages gesagt.
Zuletzt hatte es bei großen Bauprojekten allerdings massive Probleme gegeben. So gibt es etwa nach der umfangreichen Generalsanierung der Strecke Köln-Wuppertal, die offiziell am 10. Juli abgeschlossen wurde, noch immer Einschränkungen beim Zugverkehr.
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