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Unterwegs mit Radius Cycle: Was man als Radler bei einem Bonner Group Ride mit 30 Fremden erlebt

Дата публикации: 29-09-2026 13:00:00




17 Uhr am Poppelsdorfer Schloss: Dreißig Menschen mit Rennrädern warten auf den Start. Drei Stunden später teilen sie Gummibärchen, Windschatten und Geschichten. Eine Mitfahrt beim Bonner Radverein Radius Cycle zeigt, wie aus Fremden Freunde werden.



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Unterwegs mit Radius Cycle Was man als Radler bei einem Bonner Group Ride mit 30 Fremden erlebt

Bonn · 17 Uhr am Poppelsdorfer Schloss: Dreißig Menschen mit Rennrädern warten auf den Start. Drei Stunden später teilen sie Gummibärchen, Windschatten und Geschichten. Eine Mitfahrt beim Bonner Radverein Radius Cycle zeigt, wie aus Fremden Freunde werden.

29.09.2026 , 15:00 Uhr

Die Teilnehmer treffen sich vor dem Poppelsdorfer Schloss.

Die Teilnehmer treffen sich vor dem Poppelsdorfer Schloss.

Foto: Radius Cycle

Flott bahnt sich die Gruppe aus Radfahrern und Radfahrerinnen ihren Weg durch die Landschaft. Rechts und links ziehen Felder vorbei, das Land fällt ab und gibt den Blick auf Dörfer, Täler und Wälder frei. Auf der rechten Seite ist das Siebengebirge zu sehen. Die Fahrer treten gleichmäßig in die Pedale, spenden sich gegenseitig Windschatten. Manche unterhalten sich, andere genießen die Aussicht und den frischen Wind im Gesicht.

Etwa eine Stunde vorher, um 17 Uhr an diesem Donnerstag, versammeln sich nach und nach um die dreißig Männer und Frauen mit Rennrädern und Gravelbikes vor dem Poppelsdorfer Schloss. Der Altersdurchschnitt liegt bei Mitte zwanzig bis Mitte dreißig. Manche tragen Jogginghosen, lockere Jacken und Sportschuhe. Andere sind mit dem vollen Rennoutfit aufgefahren: enge Trikots, Radhosen und Radschuhe.

Der Radtreff wächst zum Verein

Einer der heutigen Guides ist Lukas Lobmeier. Der Duisdorfer ist vor einem Jahr zu der Gruppe dazugestoßen. „Die Leute sind hier sehr offen und recht jung. Es kann manchmal schwer sein, so etwas zu finden.“ Bei Radius kann jeder mit jedem Rad mitfahren. Auch mit Trekkingrädern oder Mountainbikes, wenn man das möchte. Auch E-Bikes wären in Ordnung, aber das habe sich noch nie jemand getraut. Lukas fährt heute selbst ein schlichtes Aluminiumrad. Woanders sei er dafür auch schon mal belächelt worden. „Am Ende des Tages müssen die Leute sympathisch sein. Ein schönes Rad bringt dir auch nichts, wenn man drei Stunden unterwegs ist.“

Vier Gruppen für unterschiedliche Tempos

Die Teilnehmer können in vier verschiedenen Gruppen mitfahren: gemütlich, leicht, mittel und schwer. Jede Gruppe wird von einem Vereinsmitglied angeführt. Sie unterscheiden sich in Streckenlänge und Durchschnittsgeschwindigkeit. Die schwere Gruppe und die mittelschwere Gruppe fahren voraus. „Der erste Teil der Strecke ist immer gleich, damit man sich aus den schwereren Gruppen in die leichtere zurückfallen lassen kann“, erklärt Vincent Wieland. Er führt heute die leichte Gruppe an.

Über Bonner Pflaster geht es zum Rhein. In der Stadt helfen die Handzeichen, die von vorne nach hinten durchgegeben werden und etwa vor Hindernissen warnen oder anzeigen, wenn die Gruppe anhält. Es geht weiter über die Südbrücke und ein Stück am Rhein entlang. Dann biegt Vincent ab und plötzlich befindet sich die Gruppe mitten im ersten Anstieg. „Am Berg kann jeder so schnell fahren, wie er oder sie möchte“, hatte Vincent zu Beginn erklärt. Das Feld zieht sich dementsprechend auseinander. Während einige sich Zeit lassen, wollen andere aufs Gas drücken. „Ich glaube, ich mache mal ein bisschen schneller.“ „Ok, gönn dir!“ Oben angekommen wird gewartet, bis die Gruppe wieder komplett ist. Wer bereits da ist, nutzt die Zeit, um sich Wasser und Kohlenhydrate einzuflößen. „Mag jemand?“, fragt eine der Teilnehmerinnen und reicht eine Gummibärchentüte herum. Einige ziehen sich schwitzend ihre Jacken aus. Vincent zählt durch und es geht weiter.

Zwei weitere Anstiege später ist der Großteil der etwas mehr als 500 Höhenmeter geschafft. „Die Route heute ist schon eher eine bergigere Etappe für uns“, erzählt Vincent. „Wir versuchen, flache und bergige Routen immer abzuwechseln.“

Für ein paar Kilometer bleibt die Route nun weitestgehend flach. Die Gruppe gleitet in einer lockereren Zweierreihe durch die Landschaft. Die Fahrer unterhalten sich. Auch das ist einer der Vorteile von Gruppenfahrten, sagt Lukas. „Die Zeit verfliegt, wenn man mit anderen Leuten fährt.“ Im Sommer sind die Gruppen oft noch um einiges größer. „Wir hatten diesen Sommer auch mal 60 bis 70 Teilnehmer da. Es ist auch ein guter Ort, um neue Freunde kennenzulernen“, erzählt Lukas. Mit einigen aus dem Verein fahre er auch abseits der wöchentlichen Ausfahrten.

Gemeinsam unterwegs, jeder im eigenen Tempo

Die Gruppe trennt sich wieder. Genau wie bei Anstiegen kann auch bei Abfahrten jeder entscheiden, wie schnell er oder sie fahren möchte. Die Landstraße runter nach Oberdollendorf ist breit und gut asphaltiert. Sie lockt geradezu, die Bremsen loszulassen und sich den Berg runterzustürzen.

Plötzlich blendet ein rotes Leuchten einige Teilnehmer. „Wurden wir geblitzt?“, fragt eine Teilnehmerin an der nächsten Ampel. „Ich glaube schon“, sagt ein anderer und lacht. „Ja, das kann schon mal passieren, wenn man in eine Dreißigerzone reinkommt“, sagt Vincent und zuckt mit den Schultern.

Es geht zurück über die Südbrücke und durch die Stadt zum Poppelsdorfer Schloss. Nach etwa 47 Kilometern um kurz vor 20 Uhr trifft die leichte Gruppe als Erste ein. Die anderen beiden Gruppen folgen kurz darauf. „Wir schauen, dass alle Gruppen etwa zur gleichen Zeit wieder zurückkommen, damit man sich auch mit Leuten aus den anderen Gruppen unterhalten kann“, erzählt Lukas Lobmeier. Einige Fahrer kommen allerdings etwas später. Sie haben noch an einem Supermarkt gestoppt, um einige Getränke zu kaufen. Ein Vereinsmitglied, das heute nicht mitgefahren ist, bringt noch Kuchen vorbei. Während es nun schnell dunkel wird, setzt sich gut die Hälfte der Teilnehmer noch auf die Wiesen vor dem Schloss, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

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