Die UN haben die Verabschiedung einer Vereinbarung im Kampf gegen Rassismus gewürdigt. Deutsche Vertreter fürchteten eine mögliche Auseinandersetzung über den Umgang mit Israel.
29.09.2026 · 00:58 Uhr
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, ruft zu einem entschlosseneren Kampf gegen Ausgrenzung und Rassismus auf (Archivfoto).
Foto: Justin Tang/The Canadian Press v/Justin TangNew York · Die UN haben die Verabschiedung einer Vereinbarung im Kampf gegen Rassismus gewürdigt. Deutsche Vertreter fürchteten eine mögliche Auseinandersetzung über den Umgang mit Israel.
Bei einem UN-Treffen zum Kampf gegen Rassismus in New York hat UN-Generalsekretär António Guterres zu einem entschlosseneren Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung aufgerufen. „Wie wir weltweit sehen, vergiftet Rassismus weiterhin Gesellschaften, verschärft Ungleichheiten und beraubt Menschen ihrer grundlegenden Rechte und Freiheiten“, sagte er. Mehrere Redner forderten zudem eine stärkere Aufarbeitung historischer Ungerechtigkeiten und Formen reparativer Gerechtigkeit.
Die Veranstaltung wurde vor dem Hintergrund der Verabschiedung der sogenannten Durban-Erklärung vor 25 Jahren abgehalten. Die Erklärung formuliert unter anderem einen internationalen Aktionsrahmen gegen Rassismus.
Die erste Anti-Rassismus-Konferenz 2001 in Südafrika war von schweren Auseinandersetzungen überschattet worden: In Durban hatten Palästinenser und Syrer Israel als rassistischen Staat angegriffen, der die Menschenrechte der Palästinenser verletze. Die Delegationen Israels und der USA verließen Durban unter Protest. Auch die Folgeveranstaltungen waren von Kontroversen um Antisemitismus und den Umgang mit Israel begleitet. In der öffentlichen Debatte um diese Kontroverse wurde häufig darauf verzichtet, Kritik am Vorgehen von Regierungsmitgliedern von der Haltung zu einem gesamten Staat oder einer Religion zu trennen.
Israel hatte im Voraus des UN-Treffens am Montag gegen das Event mobilisiert. Der US-Botschafter bei den UN, Mike Waltz, schrieb auf der Plattform X von einer „schändlichen Gedenkveranstaltung“. Mehrere weitere Staaten blieben der Sitzung fern, darunter Deutschland.
Das Auswärtige Amt verwies zur Begründung auf die Nicht-Teilnahme auf antisemitische Äußerungen im Jahr 2001. „Der Durban-Prozess, dessen Ziel Rassismus zu bekämpfen wir unterstützen, war in der Vergangenheit leider Plattform für antisemitische Äußerungen“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.
„Antisemitische Vorfälle rund um die Durban Konferenz im Jahr 2001 und in nachfolgenden Review-Konferenzen hat die Bundesregierung wiederholt kritisiert und aus diesem Grund auch nicht an den Review-Konferenzen teilgenommen“, teilte das Auswärtige Amt zum Verzicht auf eine Teilnahme in diesem Jahr mit. Auch Frankreich und andere Länder hatten die Veranstaltung bereits in der Vergangenheit ausfallen lassen.
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