Der BDI warnt vor einem möglichen Zugriff Chinas auf deutsche Schlüsseltechnologien. Der Industrieverband fordert, die Volksrepublik als systemischen Rivalen zu betrachten und weniger als Partner.

Logo des Bundesverbands der Deutschen Industrie: Kooperationen in sensiblen Feldern „risikobasiert prüfen“. Foto: Christoph Soeder/dpa
Berlin. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor wachsenden Sicherheitsrisiken durch Forschungskooperationen mit China. „China verfolgt den Zugang zu Schlüsseltechnologien und Know-how systematisch, langfristig und mit einem breiten Instrumentarium“, sagte Kerstin Petretto, Senior Referentin für Innovation, Sicherheit und Technologie beim BDI, dem Handelsblatt.
„Dazu können auch wissenschaftliche Kooperationen und vermeintlich zivile Kontakte genutzt werden“, sagte Petretto. „Besonders kritisch kann dies bei Technologien sein, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch relevant sind.“
Hintergrund sind bekannt gewordene Defizite bei Sicherheitsvorkehrungen am Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (Cispa). Das Zentrum hat nach Einschätzung externer Prüfer Daten und Geschäftsgeheimnisse unzureichend geschützt und „mit risikobehafteten Personen und Institutionen aus der Volksrepublik China kooperiert und publiziert“.
Die Prüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG war nach Berichten des Handelsblatts über mögliche Sicherheitsmängel bei der Zusammenarbeit mit China im Juni veranlasst worden. Der Fall Cispa ist dabei nicht der einzige, der die Debatte über Forschungssicherheit verschärft.
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