Ruinierte Straßen und strukturelle Schäden an Brücken haben die Gemeinde Wallerfangen 2023 dazu veranlasst, den Glasfaserausbau in allen Ortsteilen auf Eis zu legen. Nun meldet die Verwaltung erste Fortschritte – doch zwei Ortsteile müssen wohl noch länger auf schnelles Internet warten.
Wallerfangen · Ruinierte Straßen und strukturelle Schäden an Brücken haben die Gemeinde Wallerfangen 2023 dazu veranlasst, den Glasfaserausbau in allen Ortsteilen auf Eis zu legen. Nun meldet die Verwaltung erste Fortschritte – doch zwei Ortsteile müssen wohl noch länger auf schnelles Internet warten.
16.03.2026 , 13:55 Uhr
Wie hier am Kindergarten Ittersdorf, sind mittlerweile in einem Großteil der Gemeinde Wallerfangen Glasfaserkabel verlegt worden. Vor allem in den Ortsteilen Wallerfangen und St. Barbara müssen Bürger noch länger auf ihren Anschluss warten.
Foto: Tina LeistenschneiderIn vielen Saar-Gemeinden ist der Glasfaserausbau ein kontroverses Thema – doch in Wallerfangen ganz besonders. Nachdem sich im Herbst 2023 auf den Baustellen unverhältnismäßige Schäden an Straßen und Gehwegen gehäuft hatten, zog die Gemeindeverwaltung die Reißleine. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Um Glasfaserkabel in Ihn durch zwei Brücken zu verlegen, hatte das damalige Unternehmen die Bauwerke aufgefräst und somit die Statik der Brücken beschädigt. Daraufhin stoppte die Verwaltung alle Arbeiten auf dem Gemeindegebiet und legte den Glasfaserausbau auf Eis. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Brücken ohnehin marode waren und ersetzt werden müssen (wir berichteten).
Sogar die Statik einer Brücke im Ortsteil Ihn wurde beim Glasfaserausbau beschädigt. Hier zu sehen: Die Sperrungssituation kurz nach dem Schaden im Jahr 2023.
Foto: Tom PetersonTrotzdem standen über ein Jahr lang die Baustellen still – und das Datum, wann die Bewohnerinnen und Bewohner von Wallerfangen vom schnellen Internet profitieren können, rückte immer weiter in die Ferne. Inzwischen werden wieder fleißig Kabel verlegt. Nun hat die Verwaltung in einer Sitzung des Gemeinderates ein Update gegeben, wie weit der Ausbau fortgeschritten ist – und wie es in den kommenden Monaten weitergeht.
Die besten Nachrichten gab es für drei Ortsteile: In Gisingen, Kerlingen und Rammelfangen ist der Glasfaserausbau im Prinzip abgeschlossen. Alle Straßen, in denen Glasfaserkabel verlegt werden sollten, sind versorgt. Es fehlen nur noch wenige Hausanschlüsse. In Gisingen haben nach Angaben der Verwaltung 166 von 196 Glasfaserkunden schon einen Anschluss. In Kerlingen sind es 64 von 136 Kunden, in Rammelfangen 45 von 66. In 75 Prozent der Haushalte in diesen Ortsteilen, die einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen haben, wird bereits mit hoher Geschwindigkeit gesurft. Das bestätigt ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage unserer Zeitung.
In einem Großteil der restlichen Wallerfanger Vororte laufen aktuell die Arbeiten auf Hochtouren. In Ihn sind über 80 Prozent der Verlegungsarbeiten entlang der Straße abgeschlossen. Dann geht es an die Hausanschlüsse. In Ittersdorf und Bedersdorf ist etwa die Hälfte des Ausbauziels erreicht. In Düren sind rund 40 Prozent der Kabel verlegt. Auch wenn in diesen vier Ortsteilen bislang noch kein einziger Hausanschluss eingerichtet wurde, macht die Deutsche Glasfaser auf SZ-Anfrage eine optimistische Ankündigung: „In Ihn, Düren, Bedersdorf, und Ittersdorf gehen wir von einer zeitnahen Inbetriebnahme des Technikstandortes aus, sodass im Laufe des zweiten Quartals auch hier die Kundenaktivierungen starten werden.“
Die größten Leidtragenden des Glasfaser-Chaos vor einigen Jahren sind die Ortsteile Wallerfangen und St. Barbara. Denn wie Bürgermeister Horst Trenz in der Ratssitzung betonte, werde für das Aufreißen von Straßen und Gehwegen in den beiden Orten „keine Genehmigung erteilt, bevor nicht alle Schäden anderorts behoben sind“. Noch sei die Mängelliste von 2023 nicht komplett abgearbeitet worden. Nach Angaben der Deutschen Glasfaser selbst sind noch Arbeiten in Ittersdorf, Düren und Bedersdorf erforderlich. Erst, wenn hier wieder alles in Ordnung ist, gibt die Verwaltung voraussichtlich das Go für den Ausbau in Wallerfangen und St. Barbara. Heißt: Die beiden Ortsteile werden noch einige Zeit auf ihren Hochgeschwindigkeits-Internetanschluss warten müssen.