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Rheinfähre Zons stellt auf Kurzarbeit um: „Noch so ein Jahr, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht“

Дата публикации: 29-09-2026 06:34:11




Das Niedrigwasser am Rhein macht der Wirtschaft im Rhein-Kreis zu schaffen – manchen Unternehmen ganz unmittelbar. Die Fähre zwischen Zons und Urdenbach hat jetzt auf Kurzarbeit umgestellt und rechnet für dieses Jahr mit einem Rekord an Ausfalltagen.



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Rheinfähre Zons stellt auf Kurzarbeit um „Noch so ein Jahr, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht“

29.09.2026 · 08:34 Uhr

Kann aktuell wegen Niedrigwasser nicht fahren: Die Rheinfähre zwischen Zons und Urdenbach.

Kann aktuell wegen Niedrigwasser nicht fahren: Die Rheinfähre zwischen Zons und Urdenbach.

Foto: Wolf von Dewitz/dpa/Wolf von Dewitz

Dormagen · Das Niedrigwasser am Rhein macht der Wirtschaft im Rhein-Kreis zu schaffen – manchen Unternehmen ganz unmittelbar. Die Fähre zwischen Zons und Urdenbach hat jetzt auf Kurzarbeit umgestellt und rechnet für dieses Jahr mit einem Rekord an Ausfalltagen.

„Es ist eine einzige Katastrophe“, sagt Wolfgang Jansen hörbar genervt. „Noch so ein Jahr, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.“ Jansen und seine beiden Söhne betreiben die Rheinfähre, die Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger von Zons nach Urdenbach übersetzen und umgekehrt. Doch wegen des Niedrigwassers ist das seit dem 19. September nicht mehr möglich. Schon wieder eine Pause, die dritte in diesem Jahr – und ein Ende sei laut Jansen nicht abzusehen. Zehn Tage Pause im Juli, 19 im August und bis jetzt 15 Tage im September. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2018 mit 46 Ausfalltagen werde schon bald übersprungen sein.

Daher hat das Unternehmen zum ersten Mal Kurzarbeit beantragt. „Im Juli und August konnten wir unsere fünf fest angestellten Mitarbeiter noch mit Instandsetzungsarbeiten beschäftigen“, sagt Jansen im Gespräch mit der NGZ. Doch nun sei nichts mehr zu tun für die Angestellten. Die 60 Prozent Kurzarbeitergeld werden die Jansens aufstocken. „Unsere Leute haben ja auch ihre Unkosten jeden Monat“, sagt der Seniorchef. Wie er ebenfalls. Die einzigen Kosten, die aktuell wegfallen, seien die für den Diesel.

Unternehmerfamilie muss ans Ersparte

Während die Mitarbeiter also bald Kurzarbeitgeld erhalten, gilt so eine finanzielle Unterstützung für Vater und Söhne Jansen als Unternehmer nicht. „Es ist noch nicht existenzbedrohend, aber es zehrt an der finanziellen Grundlage, die wir uns in den vergangenen Jahren aufgebaut haben“, äußerte sich Sohn Jens Jansen gegenüber dpa. Und wann hofft er, dass die Fähre wieder fahren kann? „Es wird länger kräftig regnen müssen, bis der Pegelstand wieder halbwegs normal und der Rhein befahrbar ist, dauert es noch lange.“

Wolfgang Jansen glaubt, dass sich vor Mitte Oktober nichts tun werde. Der Pegel müsse schon konstant über einem Meter liegen, um den Fährbetrieb sicher gewährleisten zu können. „Schließlich sollte eine Fähre fahren wie eine Straßenbahn. Die Nutzer müssen sich verlassen können“, betont er. Kurz bevor der Betrieb am 19. September wieder eingestellt worden war, sei man bei einem Pegel von 70 Zentimetern noch gefahren. „Das war wie der Ritt auf der Rasierklinge“, so Jansen-Senior. Dabei müsse man höllisch aufpassen, dass der Kies nicht die Antriebe der Fähre kaputt mache.

Ausfalltage in der Hauptsaison

Von Anfang Juni bis Ende Oktober laufe die Hauptsaison. Dann fließen die Einnahmen. „Ab November putzen alle ihre Fahrräder, stellen sie in den Keller und holen sie erst Ostern wieder hervor. Damit fällt für uns ein wichtiger Kundenstamm weg“, fährt Jansen fort und sagt: „So was wie jetzt kannst du keine zwei oder drei Jahre aushalten.“ Die beiden Jansen Brüder führen den Fährbetrieb nur als Nebentätigkeit, sie haben noch andere Hauptjobs. Ihr 76-jähriger Vater arbeite hingegen noch voll in dem Unternehmen.

Bei anderen Rheinfähren wurde der Betrieb ebenfalls schon eingestellt, auch bei ihnen sind die finanziellen Folgen erheblich. Die Bislicher Fähre am Niederrhein, die normalerweise zwischen Xanten und Wesel unterwegs ist, fährt ebenso nicht mehr wie die Fähre Weiß in Köln, die Hitdorfer Fähre in Leverkusen und die Fähre Kaub in Rheinland-Pfalz.

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