Nur wenige Wochen nach den Europameisterschaften sitzt der 30-Jährige schon wieder im Boot - diesmal allerdings auf der ganz großen Bühne. Der Olympiasieger von Paris befindet sich in beeindruckender Form und jagt einen Weltrekord.
24.08.2026 · 10:37 Uhr
Köln · Nur wenige Wochen nach den Europameisterschaften sitzt der 30-Jährige schon wieder im Boot - diesmal allerdings auf der ganz großen Bühne. Der Olympiasieger von Paris befindet sich in beeindruckender Form und jagt einen Weltrekord.
Angeführt von Einer-Dominator Oliver Zeidler holten die deutschen Ruderer Anfang August bei der EM gleich fünf Goldmedaillen. Viele Topboote fehlten dort zwar, dennoch will die Flotte des Deutschen Ruderverbandes (DRV) den Schwung mit zur WM nehmen. Die Antworten zu den wichtigsten Fragen.
Auf der Bosbaan in Amsterdam, einer der traditionsreichsten Regattastrecken der Welt, trifft sich die Ruder-Elite in dieser Woche zu ihrem alljährlichen Saisonhöhepunkt. In zwölf olympischen Bootsklassen stehen Entscheidungen an - davon je sechs bei den Frauen und Männern. Hinzu kommen vier Klassen für Leichtgewichte, zwei Mixed- und fünf Para-Wettbewerbe. Nach den Weltmeisterschaften 1977 und 2014 ist Amsterdam zum dritten Mal Schauplatz der Titelkämpfe. Die Medaillen in den olympischen Klassen werden von Freitag bis Sonntag vergeben.
Besser könnte seine Form kaum sein. Nach Zeidlers Siegen bei den Weltcups in Sevilla und Luzern dominierte der Einer-Olympiasieger von Paris 2024 auch die EM in Varese nach Belieben. Nach den Titeln 2019, 2022 und 2023 peilt Zeidler nun sein viertes WM-Gold an. Er will es sich zurückholen, sagte er, nachdem er im vergangenen Jahr mit deutlich reduziertem Training in Shanghai Zweiter geworden war. Zeidler will sich zudem der Stufe nähern, die Vorbilder wie Peter-Michael Kolbe und Thomas Lange erreicht haben. Beide wurden je fünfmal Weltmeister.
Zuzutrauen ist es dem 30-Jährigen – im Vorfeld ist er nicht nur hungrig auf Gold, er nimmt auch die Weltbestzeit in Angriff. In der aktuellen Saison fielen durch den ehemaligen Schwimmer bereits Bestmarken: In Varese verbesserte er den EM-Rekord auf 6:36,39 Minuten. Zu schlagen sind 6:30,74 Minuten, die der Neuseeländer Robert Manson 2017 aufgestellt hat.
Bemerkenswert ist, dass DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock beim Ausblick auf die Erfolgschancen etwa den Männer-Einer oder den Frauen-Doppelvierer nennt, nicht aber den Deutschland-Achter. Das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) sucht weiter nach der Form vergangener Tage. Seit dem EM-Titel 2020 wartet der Achter auf Gold bei einer internationalen Meisterschaft. Nach Rang sieben bei der WM 2025 in Shanghai holte die Crew um den neuen Schlagmann Sönke Kruse bei der EM Silber hinter Rumänien. Allerdings fehlten dort mit Olympiasieger Großbritannien und Weltmeister Niederlande die Topboote. „Wir wollen aufs Podium. Je höher, je besser“, sagte Bundestrainer Mark Emke. Kurios: Für den Deutschland-Achter stehen womöglich drei Rennen binnen 24 Stunden an. Nach dem Vorlauf am Samstag folgen am Sonntag dann das Halbfinale sowie das A-Finale.
Der Männer-Doppelvierer reist nach dem EM-Triumph mit Rückenwind nach Amsterdam und möchte gegen Konkurrenten wie Großbritannien und die Niederlande bestehen. Auch der Frauen-Doppelvierer bewies mit EM-Silber schon Medaillenreife. Im Riemenbereich können Cheftrainer Schwarzrock zufolge erstmals seit Jahren wieder alle drei Bootsklassen besetzt werden.
Im Hinblick auf mögliche Perspektiven für das olympische Programm gewinnen die gemischten Klassen an Bedeutung. Aus deutscher Sicht verlief die EM-Premiere bereits glänzend: Im Mixed-Achter und -Doppelzweier gab es Silber, beide Boote wollen auch bei der WM um die Podestplätze mitmischen.
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