Rund 150 Einsatzkräfte kontrollieren in fünf Städten 32 Betriebe. Sie stellen Mängel fest, leiten Verfahren ein und prüfen in einem Fall den Verdacht auf Menschenhandel.
25.09.2026 · 13:55 Uhr
Bei der Razzia ging es unter anderem darum, Fälle von Sozialbetrug aufzudecken.
Foto: Stadt LeverkusenLeverkusen · Rund 150 Einsatzkräfte kontrollieren in fünf Städten 32 Betriebe. Sie stellen Mängel fest, leiten Verfahren ein und prüfen in einem Fall den Verdacht auf Menschenhandel.
Es war ein von langer Hand genau geplanter Schlag gegen die Organisierte Kriminalität. Wie die Stadt Leverkusen am Freitag bekannt gegeben hat, sind die in der Gemeinsamen Koordinierungsstelle Rhein-Wupper (GeKo) zusammengeschlossenen Städte Leverkusen, Langenfeld, Remscheid, Solingen und Wuppertal am Donnerstag mit einer groß angelegten Kontrollaktion in Nagelstudios, Massagestudios und Prostitutionsbetrieben gegen mögliche Sozialbetrüger vorgegangen.
Hintergrund der unangekündigten Kontrollen war, dass in einzelnen Betrieben dieser Branchen oftmals prekäre Bedingungen anzutreffen sind, die nicht nur Ordnungswidrigkeiten umfassen, sondern bis hin zu Straftaten wie Ausbeutung und Menschenhandel reichen können, teilte die Stadt Leverkusen mit. Dementsprechend dienten die Kontrollen dazu, Missstände frühzeitig zu erkennen, Beschäftigte zu schützen und zugleich seriös arbeitende Betriebe vor unlauterem Wettbewerb zu bewahren.
Neben den Ordnungsbehörden der einzelnen Städte waren unter anderem Einsatzkräfte der Ausländerbehörden, des Zolls, des Landesamts zur Bekämpfung der Finanzkriminalität und der Polizei an den Kontrollen beteiligt, die sich am Donnerstag bis in die Abendstunden zogen. Insgesamt waren dabei rund 150 Mitarbeiter im Einsatz, die zwölf Nagelstudios, 16 Massagestudios und vier Prostitutionsstätten kontrollierten.
Seitens der Behörden wurden unter anderem Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen nicht angemeldeter Prostitution eingeleitet.
Foto: Stadt LeverkusenHierbei wurden seitens der Behörden unter anderem Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen nicht angemeldeter Prostitution, Verstößen gegen die Preisangabenverordnung und Verstößen gegen die Ausweismitführpflicht nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz eingeleitet und in zahlreichen Betrieben hygienische Mängel festgestellt. Darüber hinaus wurden in mehreren Fällen aber auch teils hohe Bargeldbestände sichergestellt, derweil die Räume einer nicht genehmigten Prostitutionsstätte versiegelt wurden. In einem Fall wird seitens der Polizei ein Verdacht auf Menschenhandel geprüft. Weiterhin wurden insgesamt 22 Personen angetroffen, die sich illegal in Deutschland aufhielten.
Die Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Hauptzollämter Düsseldorf und Köln befragten wiederum 21 Personen zu ihrer Beschäftigung. Noch vor Ort ergaben sich dabei konkrete Hinweise, dass zwei Arbeitgeber nicht die nach dem Mindestlohngesetz vorgeschriebenen Stundenaufzeichnungen geführt hatten. Durch das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität und der Finanzämter wurden nach Angaben der Stadt Leverkusen teilweise gravierende Kassenmängel festgestellt.
„Die Feststellungen, die die beteiligten Behörden im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten getroffen haben, zeigen die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit solcher Kontrollaktionen“, sagte Stefan Grawe, Geschäftsführer der GeKo, nach Abschluss der Aktion. Rechtswidriges Verhalten ende nicht an Stadtgrenzen, betonte Grawe, während Marcus Richter, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Ordnung und Straßenverkehr bei der Stadt Leverkusen, seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, wonach die Kontrollen einen hoffentlich nachhaltigen Effekt haben würden. Richter leitet mit Oliver Konsierke, Referatsleiter Ordnung der Stadt Langenfeld, die Arbeitsgruppe „Schleuserkriminalität und Menschenhandel“ bei der GeKo.
Dabei wollen die Verantwortlichen den Druck weiter hochhalten. So werden die GeKo ihre Arbeit zu den verschiedensten sicherheits-, sozial- und ordnungsrelevanten Themen fortsetzen und auch weiterhin städteübergreifende Kontrollen in unterschiedlichen Gewerbebereichen initiieren“, hieß es vor dem Wochenende bei der Stadt Leverkusen.
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