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36 Jahre nach der Einheit: 95 Prozent des vererbten Vermögens entfällt auf Westdeutschland

Дата публикации: 29-09-2026 06:53:10




Ostdeutsche Bundesländer wollen die Rente mit 63 erhalten. Ihr Argument sind weniger Erbschaften und Schenkungen als im Westen. Für viele Rentner ist die Rente einzige Säule. Jetzt steht sie zur Debatte.



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36 Jahre nach der Einheit 95 Prozent des vererbten Vermögens entfällt auf Westdeutschland

29.09.2026 · 08:53 Uhr

Ein Testament wird verfasst. (Symbol)

Ein Testament wird verfasst. (Symbol)

Foto: dpa/Jens Büttner

Berlin · Ostdeutsche Bundesländer wollen die Rente mit 63 erhalten. Ihr Argument sind weniger Erbschaften und Schenkungen als im Westen. Für viele Rentner ist die Rente einzige Säule. Jetzt steht sie zur Debatte.

Beim Erben und Verschenken von Vermögen zeigt sich auch rund 36 Jahre nach der Wiedervereinigung eine tiefe Kluft zwischen Ost und West. Insgesamt entfielen im Jahr 2025 auf den Westen 142,5 Milliarden Euro oder 95 Prozent des Gesamtwerts der steuerlich berücksichtigten Vermögensübertragungen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die östlichen Länder und Berlin kommen demnach nur auf acht Milliarden Euro durch Erbschaften und Schenkungen.

Ende 2025 lebte zwar knapp ein Fünftel der Bevölkerung in den östlichen Ländern und Berlin (19 Prozent). Auf sie entfielen jedoch nur fünf Prozent der steuerlich erfassten Vermögensübertragungen. Rechnerisch wurden im Westen gut 2100 Euro pro Kopf übertragen, im Osten waren es knapp 500 Euro. Diese Ungleichheit spiegelt sich auch bei der festgesetzten Steuer wider. Von den insgesamt 21,4 Milliarden Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer fielen 20,4 Milliarden Euro im Westen an und eine Milliarde Euro im Osten.

Die Statistiker wiesen jedoch darauf hin, dass die Zahlen nicht alle Vermögensübergänge abbilden. Die meisten Erbschaften und Schenkungen liegen innerhalb der persönlichen Freibeträge und werden daher für die Statistik nicht erfasst. Die Erbschaft- und Schenkungsteuer ist eine Ländersteuer.

Die enormen Unterschiede zwischen Ost und West spielen auch in der aktuellen Rentendebatte eine Rolle. Mehrere Ministerpräsidenten in Ostdeutschland fordern auch angesichts der deutlich geringeren Erbschaften die Beibehaltung der abschlagsfreien Rente mit 45 Beitragsjahren. Sie verweisen unter anderem darauf, dass Erbschaften und Schenkungen im Osten viel seltener die Renten ergänzen. Für viele ostdeutsche Ruheständler ist die gesetzliche Rente die einzige finanzielle Säule im Alter. Die Rentenkommission hatte sich für die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 Jahren eingesetzt.

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