Die ARD hat die Nutzung ihrer Internetradio-Streams massiv eingeschränkt. Wir erklären, wer alles betroffen ist.
Wer seit dem 1. Oktober 2026 versucht, die Radio-Programme der ARD über Internetradio im Ausland zu hören, bekommt eine böse Überraschung in Form einer Ansage-Schleife: "Dieser Radio-Livestream ist im Ausland nur in ARD Sounds zu hören. Jetzt in die App ARD-Sounds oder zu ardsounds.de wechseln".
Mehrere Webradio-Hörer aus dem Ausland haben uns das Problem geschildert, unter anderem ein Leser, der bisher die öffentlich-rechtlichen Sender mit einem WLAN-Internetradio-Gerät in Griechenland empfangen hat. Neben Residenten und vielen, die sich einfach für die deutsche Sprache interessieren, sind auch viele Urlauber betroffen.
ARD bestätigt massive Einschränkung der Webradio-Nutzung
Die ARD hat die massive Einschränkung der Webradio-Nutzung im Ausland inzwischen bestätigt. Der Senderverbund habe die Verfügbarkeit ihrer Radio-Livestreams über Angebote von Drittanbietern außerhalb Deutschlands eingestellt. Hintergrund sei laut eigenen Angaben die urheberrechtliche Rechtsprechung zur Einbindung und öffentlichen Wiedergabe von Radio-Livestreams über Aggregatoren oder sonstige Drittanbieterangebote.
Die ARD verweist auf ARD Sounds
Foto: Patricia Neligan, SWR
Das bedeutet: Wenn sich Hörer im Ausland befinden, können ARD-Radio-Livestreams über Aggregatoren oder andere Drittanbieterangebote nicht mehr abgespielt werden. Betroffen sind prominente Apps wie TuneIn oder radio.de, aber auch alle WLAN-Radios, Smart-TVs und viele andere Endgeräte. Denn hier erfolgt der Zugang zumeist über ein Portal eines Drittanbieters.
Über die ARD-eigenen Angebote bleiben die Livestreams auch im Ausland abrufbar, soweit rechtliche Gründe dem nicht entgegenstünden. Das ist etwa bei Sportübertragungen der Fall. Die ARD bewirbt die übergreifende App "ARD Sounds" oder die Webseite ardsounds.de. ARD Sounds sei außerdem direkt über unterstützte Sprachassistenten und Smart Speaker erreichbar.
Für Hörer im Inland ändert sich zunächst nichts, diese können die Streams der ARD weiter wie gewohnt auf allen Plattformen und mit allen Endgeräten hören. Ausnahmen bestehen allerdings, wenn Hörer VPNs mit IP-Adressen aus dem Ausland nutzen. Dann funktionieren die Streams der Öffentlich-Rechtlichen auch in Deutschland nicht mehr. Umgekehrt sind mit deutscher IP-Adresse via VPN die ARD-Streams auch im Ausland weiter mit allen Endgeräten und allen Radio-Apps hörbar. Beachten Sie hierzu auch unseren Ratgeber.
Auch interessant: Laut einem Fachbeitrag soll die ARD bis zu einem festen Datum aus dem analogen UKW-Radio aussteigen. Kommt jetzt doch das Ende einer Ära?
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