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Die Rohölexporte aus den Golfstaaten steigen leicht – doch neue Risiken sind schon in Sicht

Дата публикации: 30-09-2026 03:30:00

Die Golfstaaten exportierten im September mehr Rohöl als in den Vormonaten. Nachhaltig ist die Situation allerdings nicht.

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Die Rohölexporte aus den Golfstaaten steigen leicht – doch neue Risiken sind schon in Sicht

Die Golfstaaten exportierten im September mehr Rohöl als in den Vormonaten. Nachhaltig ist die Situation allerdings nicht.

30.09.2026, 05.30 Uhr

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Blick von Musandam (Oman) auf die Strasse von Hormuz: Untiefen erschweren den Export von Rohöl in omanischen Gewässern.

Blick von Musandam (Oman) auf die Strasse von Hormuz: Untiefen erschweren den Export von Rohöl in omanischen Gewässern.

Reuters

Mehrere Millionen Barrel Rohöl pro Tag exportieren die Golfstaaten über die Strasse von Hormuz und alternative Routen. Das Gesamtvolumen liegt nach Einschätzung von Experten zwar noch deutlich unter dem Vorkriegsniveau von 19 Millionen Barrel. Dennoch ist der Export im September nach Angaben des Daten- und Analyseunternehmens Kpler auf durchschnittlich 13 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Gemäss dem Datenanbieter Lloyd’s List Intelligence passierten allein in der vorletzten Septemberwoche 104 Schiffe ohne Verbindung zu Iran die Strasse von Hormuz.

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Damit erreichen die regionalen Rohölexporte den höchsten Stand seit Kriegsbeginn. Der Export von iranischem Rohöl über die Strasse von Hormuz ist dagegen so gut wie vollständig zum Erliegen gekommen. Denn die USA hindern mit ihrer Luftwaffe und Marine die meisten Schiffe, die aus Iran kommen, an der Weiterfahrt. Was auf den ersten Blick wie eine positive Entwicklung für die USA und die Golfstaaten wirkt, birgt jedoch das Risiko einer Eskalation zwischen den Konfliktparteien – und bietet somit keine nachhaltige Lösung für den Export von Rohöl aus der Golfregion.

Das Rohöl wird per Shuttleservice transportiert

Der Transport durch die Strasse von Hormuz ist nach wie vor sehr aufwendig. Er funktioniert wie ein Shuttleservice: Zunächst wird das in den Golfstaaten geförderte Erdöl in den Häfen entlang der arabischen Golfküste auf vergleichsweise kleine, leicht manövrierbare Schiffe geladen. Danach durchqueren diese, begleitet von der amerikanischen Marine, in omanischen Gewässern die Strasse von Hormuz. Vor Fujairah oder Sohar im angrenzenden Golf von Oman wird das Rohöl an grosse Tanker weitergegeben und verschifft. Gelegentlich passieren auch grosse Öltanker die Strasse von Hormuz.

«Etwa zweimal am Tag gibt es ein Zeitfenster, das Schiffe für die Fahrt durch die Strasse von Hormuz in beide Richtungen nutzen können», erklärt Henning Gloystein von der Eurasia Group, einer Beratungsfirma im Bereich Geopolitik, im Gespräch. Vorher müsse die amerikanische Marine mit Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate jeweils sicherstellen, dass sich in den Gewässern keine Minen befänden. Da es in den omanischen Gewässern zahlreiche Untiefen gibt, eignen sich vor allem kleine Schiffe für diese Route.

«Schiffe, die die Strasse von Hormuz durchqueren wollen, müssen sich beim amerikanischen Zentralkommando Centcom melden», ergänzt Gloystein. «Sie werden dann kontaktiert, bekommen Koordinaten genannt und ein bestimmtes Zeitfenster.» Während der Passage schalten zahlreiche Schiffe ihren Satellitentransponder aus, damit iranische Einheiten sie möglichst nicht entdecken. Gleichzeitig schützen die amerikanische Armee und die Emirate die Schiffe aus der Luft, auf dem Wasser und – im Falle der Emirate – vom Boden aus.

Trotz Schutz aus der Luft bleibt die Durchfahrt gefährlich

Mit diesem Vorgehen sind die USA und ihre Verbündeten zwar vergleichsweise erfolgreich. Dennoch gehen die Schiffe, die die Meerenge durchqueren, ein Risiko ein. «Der Schutz ist nicht hundertprozentig», sagt Gloystein. «Das sieht man an den iranischen Angriffen, die alle paar Tage gemeldet werden.» Zuletzt wurde am 23. September ein Frachtschiff von einem Projektil getroffen, geriet in Brand und wurde manövrierunfähig. Ein Mensch kam dabei ums Leben.

Hinzu kommt: Der Schutz aus der Luft ist limitiert, die omanischen Gewässer sind eng und das Transportvolumen begrenzt. «Nachhaltig ist dieser Export nicht», meint Gloystein. «Er funktioniert aber in einem Masse, dass die Ölpreise nicht noch weiter nach oben schiessen.» Dazu tragen auch die Ölexporte über Pipelines bei. Während die Emirate ihr Rohöl zum Hafen von Fujairah am Golf von Oman transportieren und von dort verschiffen können, hat Saudiarabien den Betrieb der gerade reparierten Ost-West-Pipeline in der vergangenen Woche wieder aufgenommen – mit verringerter Leistung.

Der steigende Export von Rohöl aus den Golfstaaten und die anhaltende Blockade iranischer Tanker in der Strasse von Hormuz erhöhen aber auch das Risiko einer erneuten Eskalation im Nahen Osten. So weist der iranische Politikwissenschafter Esfandyar Batmanghelidj in einem Post auf X darauf hin, dass Iran die Energieflüsse zwar nicht im selben Ausmass wie in der frühen Phase des Krieges beeinträchtigen könne. Teheran habe aber weiterhin die Möglichkeit, Produktionsanlagen in den Golfstaaten anzugreifen, um auf diese Weise auch den amerikanischen Präsidenten Donald Trump unter Druck zu setzen.

Dass das Regime davor nicht zurückschreckt, hat es bereits 2019 mit Angriffen auf die saudischen Anlagen in Abkaik und Khurais bewiesen. Mit Blick auf die Rohölexporte aus der Golfregion und die Kontrolle der Strasse von Hormuz sieht sich Washington zwar zurzeit im Vorteil. Ob die USA den aufwendigen Schutz über längere Zeit aufrechterhalten können und wollen, ist jedoch offen. Die weiterhin hohen Ölpreise sind jedenfalls ein Indiz dafür, dass die Erholung der Exporte die Unsicherheit auf dem Ölmarkt bisher nicht beseitigt hat.

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