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FBI wird gehackt – Cyberkriminelle entwenden heikle Personaldaten und Informationen zu Geheimaufträgen

Дата публикации: 30-09-2026 09:05:08

Die Hackergruppe Shiny Hunters hat schon manchen spektakulären Coup ausgeführt. Jetzt hat sie persönliche Daten von Tausenden von FBI-Agenten gestohlen. Für die amerikanische Bundespolizei ist es ein Debakel – und ein beträchtliches Sicherheitsrisiko.

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FBI wird gehackt – Cyberkriminelle entwenden heikle Personaldaten und Informationen zu Geheimaufträgen

Die Hackergruppe Shiny Hunters hat schon manchen spektakulären Coup ausgeführt. Jetzt hat sie persönliche Daten von Tausenden von FBI-Agenten gestohlen. Für die amerikanische Bundespolizei ist es ein Debakel – und ein beträchtliches Sicherheitsrisiko.

30.09.2026, 11.05 Uhr

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Krisenstimmung im FBI-Hauptgebäude in Washington nach einem massiven Datenleck.

Krisenstimmung im FBI-Hauptgebäude in Washington nach einem massiven Datenleck.

Nathan Howard / Reuters

Eine Nachricht auf der Plattform X liess vor zehn Tagen die Bombe platzen: Ein Nutzer namens Dark Web Informant postete einen Brief des kriminellen Hackerkollektivs Shiny Hunters an den FBI-Direktor Kash Patel und den Leiter der Abteilung für Cybersicherheit, Brett Leatherman: «Wir haben das FBI kompromittiert. Wir sind im Besitz von sehr sensitiven Daten sämtlicher FBI-Agenten und von Personen, die sich beim FBI für eine Stelle beworben haben.» Die Nachrichtenplattformen «404 Media» und Reuters berichteten Anfang letzter Woche als Erste darüber.

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Inzwischen ist klar, dass das nicht nur ein Bluff war. Gleichentags räumte das FBI das Datenleck ein. Wo genau die Angreifer eingedrungen waren, konnte die Behörde zunächst nicht sagen. «Wir untersuchen den Vorfall aktiv und aggressiv», hiess es in der knappen Stellungnahme. Am Freitag wurde der Kongress informiert. Bundesbehörden sind dazu gesetzlich verpflichtet, wenn Cybervorfälle die nationale Sicherheit gefährden könnten. Die Hacker behaupten, über eine Schwachstelle der Plattform FBIJobs.gov in die Systeme des FBI gelangt zu sein.

Inzwischen erhielten die «New York Times» und Reuters eine Stichprobe mit 5000 Namen. Darunter waren dienstliche E-Mail-Adressen, Sozialversicherungsnummern und Adressen von Angehörigen. Die Daten enthielten aber auch Angaben zu vertraulichen Funktionen in der Spionageabwehr und der Drogenbekämpfung sowie zur Abwehr von Bedrohungen aus Russland, China und Iran.

Täter sprechen von einer Vergeltungsaktion

Potenziell sind Zehntausende von FBI-Agenten betroffen. Die Gruppe will 2 bis 3 Terabyte an Personaldaten erbeutet haben. Bestätigt ist diese Menge nicht. Ehemalige FBI-Agenten warnen in amerikanischen Medien davor, dass Kriminelle die Daten für Racheakte gegen Ermittler nutzen könnten. Auch ausländische Geheimdienste dürften grosses Interesse an den Informationen haben. Derweil liessen die Hacker von Shiny Hunters durchscheinen, dass sie die Daten vorerst nicht veröffentlichen wollen. Sie betonten in diversen Stellungnahmen, es gehe ihnen nicht um Geld; Lösegeld forderten sie keines.

Der Angriff sei vielmehr eine Vergeltungsaktion für einen sogenannten Flash-Bericht des FBI vom 15. Mai. Darin warnte die Bundespolizei vor den Machenschaften des Kollektivs: «Um Druck auf die Opfer auszuüben, greifen die Akteure häufig zu Belästigung. Sie schicken den Betroffenen und ihren Angehörigen Drohnachrichten, rufen sie an und setzen in manchen Fällen auch Swatting ein», steht in der öffentlichen Warnung. Beim Swatting lösen Täter mit falschen Notrufen Polizeieinsätze an den Adressen ihrer Opfer aus.

Das scheint den Berufsstolz der Hacker verletzt zu haben. In ihrem Schreiben an das FBI wiesen sie die Vorwürfe zurück und verlangten innert Wochenfrist eine Korrektur. Die Frist lief am Dienstag ab. «Reputation ist alles in unserer Branche», erklärten sie. Es gelte, ihr Geschäft zu schützen. Mit dem Angriff wollten sie offenbar auch zeigen, wozu sie technisch fähig sind. Ihren Brief schlossen sie mit einem Satz, den Präsident Trump häufig in den Social Media benutzt: «Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit.»

Allzu viel Vertrauen verdienen solche Beteuerungen nicht. Schliesslich gehört es zum Geschäftsmodell der Gruppe, Systeme zu infiltrieren und Daten zu stehlen, um die Opfer zu erpressen. Zahlen diese nicht, drohen die Hacker mit der Veröffentlichung im Dark Web oder dem Verkauf der Daten an den Meistbietenden.

Erpresser mit Sendungsbewusstsein

Die Shiny Hunters sind eine berüchtigte, international agierende Cybercrime-Gruppe. Den «Leuchtenden Jägern», wie sie sich nennen, werden zahlreiche spektakuläre Angriffe zugeschrieben, etwa auf Pornhub, Sound Cloud oder den Telekomkonzern AT&T. Dabei gerieten Hunderte Millionen Sätze von Kundendaten in falsche Hände. Auch Behörden wurden bereits zum Ziel, darunter die Europäische Kommission und das britische Justizministerium. Die Gruppe inszeniert ihre Angriffe gerne öffentlich und versieht sie bisweilen mit bizarren Rechtfertigungen, etwa einem Verweis auf die Meinungsfreiheit. Im Kern betreibt sie jedoch Piraterie im digitalen Raum.

Für das FBI stellt der Datenraub nicht nur eine Blamage dar, sondern auch ein beträchtliches operatives Sicherheitsrisiko. Der FBI-Direktor Kash Patel hat sich zu dem Datenleck bisher nicht direkt geäussert. Am Dienstag postete er auf der Plattform X, die niederländische Nationalpolizei habe in Zusammenarbeit mit dem FBI einen 24-jährigen Niederländer wegen mutmasslicher Beteiligung an den Shiny Hunters verhaftet. «FBI-Teams arbeiten in diesem Moment gemeinsam mit Partnern daran, aus dieser Festnahme weitere Erkenntnisse für die Ermittlungen zu gewinnen», schrieb Patel. Der Verdächtige war allerdings bereits vor dem Datenraub vom 15. September festgenommen worden.

In einem internen Rundschreiben versicherte die FBI-Führung den Mitarbeitern, der Schutz von ihnen und ihren Angehörigen habe oberste Priorität. Was das konkret bedeutet, ist unklar. Laut der «New York Times» meldeten sich zahlreiche besorgte FBI-Mitarbeiter bei der Zeitung.

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