Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner bringt sich selbst bei Ferrari ins Gespräch. Formel-1-Experte Ralf Schumacher findet das „peinlich“ und „unterirdisch“.
„Wenn man von Stil spricht, dann fällt einem Christian Horner nicht als Erstes ein“, sagt Ralf Schumacher mit einem Schmunzeln in der aktuellen Ausgabe des Sky-Podcasts „Backstage Boxengasse“.
Hintergrund sind die jüngsten Aussagen von Horner in einem Interview mit „The Times“, das hohe Wellen geschlagen hat. Unter anderem brachte sich Horner dort selbst als möglicher Ferrari-Teamchef ins Gespräch – obwohl die Stelle aktuell mit Frederic Vasseur besetzt ist.
So ein Verhalten geht für Schumacher gar nicht. „Es spiegelt seinen Charakter wider, aber es ist eigentlich unterirdisch“, sagt der Ex-Pilot, der Horners Aussagen als „peinlich“ bezeichnet und erklärt, es sei „einfach nur ein Armutszeugnis“.
Im Hinblick auf Horner sportliche Erfolge hält Schumacher diese Entwicklung für „ein bisschen schade, weil ich finde, er hat unglaublich viel erreicht“.
Der heute 52-jährige Horner „war und ist einer der erfolgreichsten Formel-1-Teamchefs“, erinnert Schumacher. Mit Red Bull gewann Horner in seiner aktiven Zeit insgesamt 14 WM-Titel. Sechsmal holten die Bullen unter seiner Führung die Konstrukteurs-WM nach Milton Keynes, dazu gewannen Sebastian Vettel und Max Verstappen je viermal den Fahrertitel.
,regionOfInterest=(514,280)&hash=5e0bbc208206ef577ab66d01a7a0f79a374eb1f71ddb11de3bfa77dc8b96ad26)
Allerdings habe Horner schon zu seiner aktiven Zeit bei Red Bull durch sein „Benehmen im Fahrerlager“ nicht gerade den besten Ruf gehabt. Schumacher erinnert sich, ihn selbst habe Horner einmal „angeschrien“ und dann „durch die Blume noch gedroht [...], dass ich ja auch meine Geheimnisse hätte in meinem Privatleben und so weiter“.
ANZEIGE
ANZEIGE
Horner sei „ein kleiner Straßenkämpfer“, so der Experte, der vermutet, dass Horner das pikante Interview nur deshalb gegeben habe, „um ihm ein paar Bücher zu verkaufen und ein paar Tickets“. Denn in wenigen Wochen kommt Horners Autobiografie auf den Markt - inklusive Lesetour durch Großbritannien.
An ein Formel-1-Comeback des Briten glaubt Schumacher übrigens nicht. „Ich wüsste nicht, wer ihn nimmt“, sagt der Experte, der vermutet, dass er nach dem Interview bei Ferrari ohnehin verbrannt ist. „Das zeigt auch, dass er, glaube ich, weiß, es gibt keinen Weg mehr für ihn zurück“, so Schumacher.
Ferrari sah sich inzwischen zu einer offiziellen Stellungnahme gezwungen, in der man betonte, voll hinter Frederic Vasseur zu stehen.
Von Ruben Zimmermann