Die Feuerwerksinitiative fordert ein Verbot von lautem Feuerwerk für Privatpersonen. Die Gegner rund um den Gewerbeverband warnen vor einer Entmündigung der Gemeinden und Überregulierung.
Die Feuerwerksinitiative fordert ein Verbot von lautem Feuerwerk für Privatpersonen. Die Gegner rund um den Gewerbeverband warnen vor einer Entmündigung der Gemeinden und Überregulierung.
06.10.2026, 17.04 Uhr
3 Leseminuten

Martin Farner / Keystone
Es gibt einfachere Aufgaben, als ein weitgehendes Verbot von lärmigem Feuerwerk zu bekämpfen, wie es am 29. November an die Urne kommt. Die Volksinitiative für eine Einschränkung von Feuerwerk fordert ein schweizweites Verbot des Verkaufs und des Zündens von lautem Knallfeuerwerk durch Privatpersonen. Ausgenommen davon bleiben überkommunale Veranstaltungen sowie leises Feuerwerk, das ausschliesslich mit visuellen Effekten wie Lichtern und Farben wirkt.
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Wie die kürzlich gescheiterte Ernährungsinitiative wurde auch die Feuerwerksinitiative von einem Einzelkämpfer lanciert. Doch im Gegensatz zu Franziska Herren kann der Initiant Roman Huber auf breite und finanzkräftige Unterstützung zählen. So werben mitgliederstarke Tierschutz- und Umweltverbände wie Vier Pfoten, der Schweizer Tierschutz und die Fondation Weber bereits seit längerem mit einer professionell aufgezogenen Kampagne für die Initiative.
Welle für immer mehr Verbote brechenIn der parlamentarischen Beratung wurde das Anliegen, Menschen, Tiere und Umwelt vor dem Lärm durch Feuerwerk zu schützen, ausserdem von SP und Grünen unterstützt. Im Abstimmungskampf, der im Schatten der drei anderen Vorlagen (AHV-Finanzierung, Kriegsmaterialgesetz und Heiratsstrafe) stehen wird, dürfte sich das Engagement der bürgerlichen Parteien jedoch in engen Grenzen halten.
Angesichts dieser Ausgangslage war man gespannt, welche Alliierten die wirtschaftlich wenig bedeutende Feuerwerksbranche ins Boot holen würde. Mit Urs Furrer, dem Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, war am Dienstag dann aber ein prominenter Wirtschaftsvertreter bei der Lancierung der Nein-Kampagne dabei.
Furrer begründete das Engagement seines Verbandes damit, dass es am 29. November um mehr gehe als um Einschränkungen für eine einzelne Branche. «Diese Volksinitiative ist ein weiterer Schritt, der immer mehr vorschreibt», erklärte er. Sie passe in eine Zeit, in der Bürgerinnen und Bürger durch Verbotsinitiativen zunehmend eingeschränkt werden sollten.
«Wer die Gemeinden entmündigt, indem er ihnen die Möglichkeit nimmt, Feuerwerke für private Anlässe zu bewilligen, entmündigt auch das Gewerbe», sagte Furrer. Er und sein Verband hätten sich daher entschieden, sich «gegen diesen Eingriff in die Handels- und Gewerbefreiheit» zur Wehr zu setzen. Allzu viele finanzielle Mittel stehen den Gegnern der Feuerwerksinitiative dafür allerdings nicht zur Verfügung. Daniel Bussmann, der Präsident des Vereins Pro Feuerwerk, konnte das Budget noch nicht beziffern. Aus finanziellen Gründen werde man sich in erster Linie jedoch auf Online-Werbung konzentrieren.
Das liberale Fähnchen an der Medienkonferenz des bürgerlichen Komitees hielt auch Jonas Lüthy hoch, der Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz. «Ein landesweites Verbot in der Verfassung braucht es nicht», sagte er. Die Kantone und Gemeinden hätten dem Lärm durch Feuerwerk auf ihrem Gebiet schon längst Einhalt geboten, wenn die Bürger dies wünschten.
Tatsächlich haben gemäss einer Zusammenstellung des Vereins Tierschutz-Helfer in den letzten Jahren mehr als hundert Gemeinden über Einschränkungen oder sogar Verbote von Feuerwerk auf ihrem Gebiet abgestimmt. Vor allem in den Kantonen Zürich, Graubünden und Aargau verschwinden private Feuerwerke unabhängig vom Ausgang der nationalen Volksabstimmung.
Verbote und Einschränkungen in GemeindenDieser Trend lässt für die Gegner eines nationalen Feuerwerksverbots wenig Gutes ahnen. Bis auf die Zürcher Gemeinden Maur, Meilen und Uster sprachen sich die Stimmbürger überall für Einschränkungen aus. In Greifensee setzte sich sogar die ganz harte Linie durch. Dort beschloss die Gemeindeversammlung im Juni dieses Jahres, dass künftig gar kein Feuerwerk mehr abgebrannt werden darf. Auch nicht solches, das leise ist.
Vordergründig im Sinn der Gegner hat der Einwohnerrat der Stadt Emmen (LU) entschieden. Dort wurden mehrere Vorstösse für ein Verbot oder zusätzliche Einschränkungen von Knallfeuerwerk deutlich abgelehnt. Begründet wurde dies damit, dass man lieber auf ein nationales Verbot warte, statt einen Alleingang zu unternehmen. Der mit Spannung erwartete Entscheid fällt nun am 29. November.
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