In der Fragestunde des Nationalrats geht es um die Beschaffung des Kampfjets und um Apfelmus.
In der Fragestunde des Nationalrats geht es um die Beschaffung des Kampfjets und um Apfelmus.
21.09.2026, 16.48 Uhr
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Alessandro Della Valle / Keystone
Der Gang nach Canossa führt Bundesrat Martin Pfister vom Bundeshaus Ost durch eine schmale Gasse zum Nationalratssaal, wo an diesem Montagnachmittag die Fragestunde zum F-35-Fiasko auf ihn wartet. Steigen nach den Beschaffungs- auch die Betriebskosten für den Kampfjet? Und, so lautet die schärfste Frage, war die Evaluation des Kampfjets so manipuliert, dass nur der F-35 siegreich daraus hervorgehen konnte?
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Pfister macht dieses gleichmütige, getragene Gesicht, das bereits die Karikaturisten für sich entdeckt haben – unterstrichen durch die dicke Max-Frisch-Brille, die ihn weg von der gegenwärtigen Hektik und bereits in historische Dimensionen rückt. So macht er ein Zugeständnis: Immerhin die Sicherheitspolitischen Kommissionen will er über sämtliche Evaluationskriterien informieren, auch über bisher geheime, «falls das Interesse besteht». Die Evaluation sei aber korrekt abgelaufen, sagt er, «auch ich habe keine Hinweise, dass hier manipuliert wurde». Ebenfalls habe er keinen Grund, anzunehmen, dass die Betriebskosten für den F-35 explodieren würden. Höhere Kosten würden durch einen tieferen Dollarkurs aufgehoben. Alles Weitere werde sich ergeben, wenn der Bundesrat auf den F-35-Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) antworte.
Schon vergangene Woche hatte Pfisters Canossagang begonnen. Der GPK-Bericht sei «differenziert, sachlich und interessant», hatte er im Nationalrat erklärt – nachdem der Bericht bereits zu mittleren politischen Verwerfungen geführt hatte. Es wirkt, als wolle Pfister den Demütigungen mit Demut beizukommen versuchen. Der Bericht, sagte Pfister noch, sei «eine gute Grundlage» für weitere Diskussionen.
Während seine Vorgängerin Viola Amherd auf Parlamentarierfragen nach dem Fixpreis irgendwann genervt geantwortet haben soll: «Wollen Sie eine Bestätigung der Bestätigung?», bedankt sich Martin Pfister erst einmal für die Fragen. Aus der Sicherheitskommission heisst es, der neue Chef VBS sei transparenter als die alte Chefin VBS. Auch wenn diese Transparenz erst noch geprüft werden muss. Pfister ist das freundliche Gesicht dieser Affäre. Er hat den Vorteil, dass er noch nicht dabei war, als die flüchtige Illusion eines Fixpreises entstand, an der in seinem Departement aber manche bis zuletzt festhalten wollten.
Transparent gibt sich Martin Pfister in der Fragestunde am Montag bei kritischen Fragen zu einer weiteren Beschaffung, die – so die Kritik – nicht in der Schweiz, sondern in Italien getätigt worden sei. Der Verteidigungsminister erklärt, es habe schlicht kein Schweizer Anbieter ein Angebot eingereicht. Wie gewohnt sei gemäss klaren «Eignungs- und Zuschlagskriterien» entschieden worden, zu 40 Prozent aufgrund des Preises, zu 60 Prozent aufgrund der Qualität. Pfister macht das gleiche gleichmütige Gesicht wie immer. Es geht um die Beschaffung von Apfelmus.