Nach Monaten politischen Drucks beendet Ministerpräsident Voigt einen Rechtsstreit um seinen Doktortitel. Was die vergangenen Landtagswahlen mit seiner Entscheidung zu tun haben.

Mario Voigt (CDU): Der Thüringer Ministerpräsident will nicht länger mit juristischen Schritten um seine Doktorarbeit kämpfen. Foto: Bodo Schackow/dpa
Erfurt. Kurz vor einer Abstimmung über einen AfD-Antrag zur Auflösung des Landtags hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt den Rechtsstreit um seinen Doktortitel für beendet erklärt. Als Ministerpräsident gehöre seine Aufmerksamkeit den Bürgerinnen und Bürgern, sagte der CDU-Politiker in einer Pressekonferenz im Thüringer Landtag. „Und deswegen habe ich mich entschieden, den Rechtsstreit um meine Dissertation einzustellen.“
Besonders die oppositionelle AfD mit ihrem Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke hatte immer wieder den Scheinwerfer auf das Thema gerichtet und Voigt damit politisch unter Druck gesetzt. Die AfD-Fraktion strengte im Thüringer Landtag bereits zwei konstruktive Misstrauensvoten an, die Voigt stürzen sollten, aber scheiterten.
Voigts Ankündigung, den Rechtsstreit um seine Doktorarbeit zu beenden, kam eine halbe Stunde vor einer Sondersitzung des Landtags, bei der auf Antrag der AfD-Fraktion über eine Auflösung des Parlaments entschieden werden soll. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass die dafür nötige Zweidrittelmehrheit erreicht wird. Voigt sagte dazu, es werde versucht, Unfrieden und Chaos zu stiften.
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