KI-Angst bei Akademikern, Zulauf im Handwerk – die Debatte hat sich gedreht. Doch drei Entwicklungen sprechen dagegen, dass Deutschland sein Personalproblem los ist.

Handwerk und Pflege: Neue Dynamiken auf dem Arbeitsmarkt können die Fachkräftekrise in Deutschland bisher nicht abmildern. Foto: Getty Images (2), dpa [M]
Düsseldorf. Zwei Zahlen aus demselben Arbeitsmarkt: 369.000 offene Stellen konnten deutsche Betriebe im vergangenen Jahr nicht besetzen, weil sich keine passend qualifizierten Arbeitssuchenden fanden. Im selben Jahr schrumpfte der Stellenmarkt für Informatiker um 22 Prozent.
Ein Widerspruch ist das nicht. Die beiden Zahlen beschreiben verschiedene Teile des Arbeitsmarkts, sie folgen verschiedenen Kräften. Der Einbruch bei den IT-Stellen ist konjunkturell und womöglich durch Künstliche Intelligenz (KI) getrieben. Die Lücke bei den deutschen Betrieben ist demografisch bedingt.
Es gibt noch einen dritten Einflussfaktor: die aktuelle Krise der deutschen Wirtschaft. Betriebe, die kaum wachsen, suchen kaum Personal. Infolgedessen ist die Fachkräftelücke 2025 um 24 Prozent gesunken, das dritte Jahr in Folge.
Die Krise ändert aber nichts an der grundsätzlichen demografischen Entwicklung: Setzen sich die Trends der vergangenen Jahre fort, fehlen dem deutschen Arbeitsmarkt 2029 rund 723.000 Fachkräfte – fast doppelt so viele wie heute. So rechnet es das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vor.
Fünf Grafiken zeigen, wo Fachkräfte künftig gebraucht werden – und welche Engpässe bleiben.
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