Zoll und Bundespolizei sind einer mutmaßlichen Schleuserbande auf die Spur gekommen. Bei einer Großrazzia wurden zehn Menschen festgenommen. Auch in Düsseldorf stand ein Hotel im Visier der Ermittler.
30.09.2026 · 17:18 Uhr
Beamte des Zolls haben bundesweite zahlreiche Gebäude durchsucht, darunter auch ein Hotel in Düsseldorf.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Julian StratenschulteDüsseldorf · Zoll und Bundespolizei sind einer mutmaßlichen Schleuserbande auf die Spur gekommen. Bei einer Großrazzia wurden zehn Menschen festgenommen. Auch in Düsseldorf stand ein Hotel im Visier der Ermittler.
Zahlreiche Einsatzfahrzeuge des Zolls standen am Mittwochvormittag auf der Münsterstraße in Düsseldorf-Düsseltal vor einem dortigen Hotel. Der Einsatz war Teil einer bundesweiten Razzia der Bundespolizeidirektion Berlin, des Hauptzollamtes Berlin sowie der Staatsanwaltschaft Berlin.
Mit rund 2200 Einsatzkräften sind Bundespolizei und Zoll gegen eine mutmaßliche Schleuserbande vorgegangen. Es wurden zehn Haftbefehle vollstreckt und mehr als hundert Objekte durchsucht. Durchsucht wurden einer Mitteilung der Behörden zufolge unter anderem Wohnungen, Wohnunterkünfte, Firmen und Hotels in Berlin, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – insgesamt 104 Objekte.
Den Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe „Purgatio“ zufolge richten sie sich gegen 23 Beschuldigte im Alter von 31 bis 59 Jahren. Der 50 Jahre alte Hauptbeschuldigte soll seit 2022 mit 22 weiteren Bandenmitgliedern Arbeitnehmende aus Osteuropa eingeschleust, beherbergt und mit gefälschten Papieren zu schlechten Bedingungen im Reinigungsgewerbe beschäftigt haben.
Über eigens gegründete Serviceunternehmen sollen die Täter Scheinrechnungen erstellt, Bargelder veruntreut und Firmen gezielt verlegt oder verkauft haben, um Prüfungen der Behörden zu erschweren. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten ordnete deshalb Vermögensarreste über 106 Millionen Euro an, von denen am Mittwoch ein Großteil vollstreckt wurde.
Bei den Durchsuchungen entdeckten die Einsatzkräfte zudem weitere Verdachtsfälle von unerlaubtem Aufenthalt und Schwarzarbeit und sicherten umfangreiches Beweismaterial. Die zehn Festgenommenen werden Haftrichtern vorgeführt.
„Wir haben die Täter dort getroffen, wo es wehtut: beim Geld“, sagt Constanze Voß, Direktionspräsidentin der Finanzkontrolle Schwarzarbeit bei der Generalzolldirektion. Die Ermittlungen dauern an.
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