Über Jahrzehnte setzten Regierungen und Notenbanker bei ökonomischen Schocks auf die immer gleichen Rezepte. Robert E. Hall und Michael Woodford ermöglichen Entscheidern mehr Weitblick.

Wirtschaftsnobelpreisträger Robert E. Hall und Michael Woodford: Ausgezeichnet für „die mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung“. Foto: Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach
Berlin. Krisen schienen über eine lange Zeit der Wirtschaftsgeschichte leicht bekämpfbar. Bricht die Nachfrage ein, kann der Staat mit höheren Ausgaben und niedrigeren Steuern gegensteuern. Niedrigere Zinsen, sinkende Steuern und Transferzahlungen bringen das System wieder ins Gleichgewicht. Diese neue Rolle des Staates ging etwa auf John Maynard Keynes zurück.
Doch die wirtschaftlichen Krisen haben sich grundlegend verändert. Angefangen hat alles mit dem Ölpreisschock der 1970er-Jahre. Da stellte sich die Krise nicht bloß als Problem für die gesamtwirtschaftliche Nachfrage dar, die die Arbeitslosigkeit in die Höhe treibt. Gleichzeitig lösten die hohen Ölpreise grassierende Inflationsraten aus. Und was kann die Inflation noch weiter antreiben? Niedrigere Zinsen, gesenkte Steuern und Transferzahlungen. Das Patentrezept war an eine Grenze gestoßen.
An dieser Stelle kommen Robert E. Hall und Michael Woodford ins Spiel. Sie haben mit ihren jeweiligen Arbeiten die Grundlage für eine neue staatliche Stabilisierungspolitik gelegt. Die beiden Ökonomen aus den USA erhalten dafür den Nobel-Gedächtnispreis für Ökonomie. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekannt.
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