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Die Bundesregierung will mit der Pflegereform die Prävention stärken – aber reichen die Pläne dafür?

Дата публикации: 10-07-2026 01:30:47

Clemens Becker forscht seit Jahrzehnten zur Frage, wie Prävention und Rehabilitation älteren Menschen helfen können, länger selbstständig zu leben. Er sagt: Es muss endlich deutlich mehr passieren. Ein Interview.

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Stärkt die Pflegereform Prävention und Rehabilitation?

Wenn Menschen länger eigenständig leben können, spart die Pflegeversicherung viel Geld. Kann das mit den derzeitigen Vorschlägen zur Pflegereform funktionieren? Ein Interview mit Clemens Becker, weltweit anerkannter Experte für Prävention und Rehabilitation im Alter.

Ein Mann läuft zwischen zwei Stangen und übt das Gehen. Eine Reha nach einer schweren Erkrankung wie einem Schlaganfall verringert das Risiko, pflegebedürftig zu werden.

Eine Reha nach einer schweren Erkrankung wie einem Schlaganfall verringert das Risiko, pflegebedürftig zu werden.

Die Pflegereform der Bundesregierung soll die Prävention und die Rehabilitation stärken, damit Menschen länger selbstständig leben können. Im Prinzip ein guter Ansatz, bestätigt Clemens Becker, Geriater an der Universität Heidelberg. Doch er zweifelt an der Umsetzung, denn dafür müsste man erstmal viel Geld in die Hand nehmen.

Herr Becker: Im Entwurf zur Pflegereform spielt das Thema Prävention eine wichtige Rolle. Freuen sie sich darüber?

Ich fürchte, die starke Betonung von Prävention und Rehabilitation dient vor allem dazu, die Menschen zu beruhigen. Schon als die Pflegeversicherung 1995 eingeführt wurde, hieß es: Prävention und Rehabilitation müssen eine zentrale Rolle spielen. Aber es blieb bisher immer bei Lippenbekenntnissen. In beiden Bereichen wurde all die Jahre viel zu wenig investiert.

Im Referentenentwurf finden sich doch viele gute Ansätze. Zum Beispiel soll es eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung im Alter von 60 Jahren geben, um mögliche Krankheiten früh zu erkennen und behandeln zu können.

Eine Vorsorgeuntersuchung reicht aber nicht, weil Menschen mit 60 Jahren oder 80 Jahren vor völlig unterschiedlichen Herausforderungen stehen. Für mich gehört die Ü60-Untersuchung in die Arbeitsmedizin. Hier sollte über den Übergang in die Rente gesprochen werden. Wir wissen zum Beispiel, dass Menschen mit dem Wechsel in den Ruhestand 20 Prozent weniger Gehen als früher. Wenn sie plötzlich 1500 Schritte am Tag verlieren, tut das dem Herz-Kreislauf-System nicht gut. Darüber muss man informieren, damit die Betroffenen aktiv gegensteuern und zum Beispiel mit einer Smartwatch kontrollieren, wie viel sie sich täglich bewegen.

Clemens Becker, schwarze Brille, weißer Kittel, lächtelt in die Kamera. Er ist weltweit anerkannter Experte zur Frage, wie Prävention und Rehabilitation älteren Menschen helfen können.

Clemens Becker ist weltweit anerkannter Experte zur Frage, wie Prävention und Rehabilitation älteren Menschen helfen können.

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