Popkultur prägt KI-Erwartungen wie J.A.R.V.I.S. Ein PoC zeigt: Dialog-Analytics braucht saubere Datenmodelle. Der Artikel teilt Erfahrungen für Entscheider.
Wer kennt sie nicht: die ikonischen Szenen, in denen Tony Stark mit einem Wink mit der Hand und einem lässig hingeworfenen Satz – „JARVIS, zeig mir die Energiebilanz der letzten 48 Stunden“ – sofort eine präzise, visuell aufbereitete Analyse auf dem Bildschirm hat. Kein Dashboard-Klicken, kein Warten auf den nächsten Report, keine Rückfrage beim BI-Team. Nur Dialog und Ergebnis.
Popkultur hat unsere Erwartungen an den Umgang mit Daten und Künstlicher Intelligenz geprägt: Analyse erfolgt im Dialog, Fragen entstehen spontan, Antworten sind verständlich und kontextbezogen – wie im Gespräch zwischen Tony Stark und J.A.R.V.I.S. im MCU (Marvel Cinematic Universe). Mit dem Einsatz von KI in Reporting und Analytics scheint diese Vision greifbar. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Ohne ein sauberes Datenmodell, klare Semantik und fachlichen Kontext bleibt intelligente Analyse eine Illusion. Im Rahmen eines Proof of Concept prüften wir die Machbarkeit von Datenanalyse im Dialog mit dem Ziel, alte Dashboards abzulösen und die Zielgruppe der Datennutzung signifikant auszuweiten. Dieser Artikel teilt die gesammelten Erfahrungen und strukturelle Dilemmata des Paradigmas und soll Orientierung für Verantwortliche in diesem Umfeld geben.
Diese Bilder aus der Popkultur haben unsere kollektive Erwartung an Künstliche Intelligenz im Unternehmenskontext nachhaltig geprägt. Und tatsächlich: Mit dem Aufkommen großer Sprachmodelle und entsprechender Produkte scheint die technische Basis für genau dieses Szenario erstmals greifbar. Das Wertversprechen „Mit den Daten sprechen“ beziehungsweise „Talk with your data“ findet sich zunehmend als Argument in der Vermarktung solcher Lösungen. Das Potenzial ist real: Verlässliche Sprachinteraktion demokratisiert den Datenzugang über BI-Experten oder bestehende Self-Service-Funktionalitäten hinaus.
Artur ist Informatiker mit dem Schwerpunkt im Bereich Datenanalyse und Gründer sowie Geschäftsführer der platformimpulse GmbH. Er verantwortet er die ganzheitliche Umsetzung von Datenprodukten von der Datenquelle bis zum fertigen Dashboard im Microsoft-Umfeld. Als ehemaliger Dozent hat Artur zudem einen Fokus auf dem nachhaltigen internen und externen Wissenstransfer zu Microsoft Power BI und angrenzenden Themen. Zuvor war er über 12 Jahre als Berater im IT-Audit, in Softwareprojekten, in der Umsetzung von Reporting-Lösungen bei Unternehmen verschiedener Branchen und Größen sowie als Leiter des BI-Bereichs bei einem mittelständischen Softwareunternehmen tätig. Artur ist als Podcaster, YouTuber, Sprecher bei Events, Organisator von Meetups und dem TDWI-Themenzirkel Self-Service & Analytics sowie Buchautor in der Power BI- und Daten-Community aktiv.
Michael hat als Datenanalyst eine Begeisterung dafür, komplexe Sachverhalte in einfache und ansprechende Auswertungen zu übersetzen. Seine berufliche Laufbahn ist geprägt von der Adoption und Migration von Power BI für Organisationen, einschließlich der Entwicklung spezifischer Roadmaps sowie unternehmensspezifischer Leitfäden und Rahmenwerke. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung von BI-Lösungen, von Self-Service bis zu Enterprise-Datenmodellen, mit einem Schwerpunkt auf modernen Technologie-Stacks und der Unterstützung durch führende Anbieter. Michael hat zahlreiche Trainings und Workshops zu verschiedenen Themen geleitet, darunter die Entwicklung von Coaching- und Trainingsprogrammen für Unternehmen. Durch seine umfassende Erfahrung und Fachkenntnis trägt er maßgeblich zur Transformation und Optimierung der BI-Strategien von Organisationen bei, und seine Leidenschaft für die Vermittlung der Faszination für Daten und deren Analyse bleibt ungebrochen.
Genau diesen Anspruch haben wir bei einem großen internationalen Konzern in einem Proof of Concept (PoC) auf den Prüfstand gestellt. Die Antwort aus dem Projekt ist differenziert. Einfache Abfragen auf vorbereiteten Modellen funktionieren bereits überzeugend. Auch explorative Anwendungsfälle profitieren teilweise. Gleichzeitig gibt es klare Grenzen: bei komplexen kontextabhängigen Fragen, bei prüfungsrelevanten Anforderungen und bei unzureichend vorbereiteten Datenmodellen. Die Gründe sind sowohl im Erwartungsmanagement als auch im technischen Bereich zu suchen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels "Proof of Concept: Dialogansatz zur Datenanalyse – was sind die Grenzen?". Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.