Fledermäuse kontrollieren Entzündungen offenbar besser als Menschen. Forschende wollen daraus neue Medikamente entwickeln.
Stand: 16.07.2026, 07:06 Uhr
Fledermäuse kontrollieren Entzündungen offenbar besser als Menschen. Forschende wollen daraus neue Medikamente entwickeln.
Singapur – Randy Foo begrüßt die kleine Fledermaus mit den auffallend großen Augen wie eine alte Bekannte. „Hallo Mädchen“, sagt er, während er das Tier behutsam aus einem Stoffbeutel nimmt und auf eine Laborbank setzt. Unter klinisch weißem Licht untersucht er Flügel, Bauch und Fell auf Verletzungen und Anzeichen einer Erkrankung.
Content-PartnerschaftDieser Artikel von Sarah Newey entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.
„Sie sieht schön gesund aus“, so Foo und hält die winzige Fledermaus in seiner behandschuhten Hand. Er leitet eine Forschungskolonie in Singapur, in der Wissenschaftler die außergewöhnliche Biologie der Tiere untersuchen. Ihre Erkenntnisse sollen dabei helfen, neue Medikamente gegen Entzündungen und chronische Krankheiten zu entwickeln.

„Im Westen werden Fledermäuse sehr schlecht dargestellt – als wären sie böse“, findet Foo. „Aber in der asiatischen Kultur bringen Fledermäuse im Grunde Wohlstand und Reichtum.“ Tatsächlich gelten die Tiere einerseits als mögliche Träger gefährlicher Erreger, andererseits besitzen sie ungewöhnliche biologische Schutzmechanismen. In der Forschungskolonie leben rund 200 Höhlennektarfledermäuse in einem geräumigen Gehege und pflanzen sich dort fort. Es handelt sich um eine von nur wenigen vergleichbaren Kolonien weltweit. Die Zeitung The Telegraph erhielt nach eigenen Angaben Zugang zu der Einrichtung.
Forschung an Fledermäusen: Kolonie in Singapur hilft der MedizinSeit fast einem Jahrzehnt untersuchen Wissenschaftler in Singapur, wie Fledermäuse Entzündungsreaktionen regulieren. Außerdem wollen sie verstehen, warum manche Arten Viren tolerieren, die bei anderen Säugetieren schwere Erkrankungen auslösen können. Einige Fledermausarten erreichen trotz ihrer geringen Körpergröße ein Alter von bis zu 40 Jahren. Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die aus eigener Kraft dauerhaft fliegen können. Der Flug setzt ihren Körper einer enormen Belastung aus und treibt Stoffwechsel, Körpertemperatur und Herzfrequenz stark in die Höhe. Dennoch scheinen die Tiere überschießende Entzündungsreaktionen vergleichsweise gut zu begrenzen.
Entzündungen treiben zahlreiche Krankheiten anChronische, niedriggradige Entzündungen gelten als ein Faktor, der das Altern und zahlreiche Erkrankungen begünstigen kann. Bei einer Infektion ist die Immunreaktion lebenswichtig, weil sie Krankheitserreger bekämpft und geschädigtes Gewebe repariert. Gerät sie jedoch außer Kontrolle, kann sie selbst schwere Schäden verursachen.
„Menschen kämpfen gegen Alterung und Krankheit, und wir haben keine gute Strategie, aber in der Natur haben Fledermäuse bereits etwas erreicht, wovon wir träumen“, erläutert Matae Ahn von der Lee Kong Chian School of Medicine der Nanyang Technological University. Seit seiner Zeit als Doktorand an der Duke-NUS Medical School beschäftigt er sich mit den Tieren. „Die Leute glauben, die Übertragung gesunder Alterungsstrategien von Fledermäusen auf Menschen sei Science-Fiction, aber tatsächlich ist sie das vielleicht gar nicht.“
Fledermäuse in der Medizin: Erste klinische Studie soll 2027 beginnenAhn räumt ein, dass die Erforschung der Tiere anspruchsvoll ist. „Es ist schwierig, Fledermäuse zu erforschen, aber ich finde es nicht schwierig, an Fledermäuse zu glauben“, betont er. Inzwischen fließen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die Entwicklung eines konkreten Wirkstoffs ein. Das Biotechnologieunternehmen Paratus Sciences arbeitet an einem entzündungshemmenden Molekül mit der Bezeichnung PS-1001. Nach Unternehmensangaben laufen toxikologische Untersuchungen, erste Tests am Menschen sind für Anfang 2027 vorgesehen. Ob der Wirkstoff sicher ist und bei Patienten tatsächlich wirkt, müssen die klinischen Studien erst zeigen.
Eine treibende Kraft hinter dem Forschungsfeld ist Linfa Wang. Ursprünglich wollte er Elektrotechnik studieren, wurde an der East China Normal University in Shanghai jedoch der Biologie zugeteilt. Heute zählt er zu den international bekanntesten Fledermausforschern und trägt den Spitznamen „Batman“. In seinem Büro auf dem Campus der Duke-NUS Medical School erinnert vieles an die fliegenden Säugetiere. An der Wand hängt ein großes Gemälde eines Flughundes, daneben stehen eine Fledermaustasse, ein Briefbeschwerer und ein Batman-Anstecker. Lange konzentrierte sich Wangs Arbeit vorwiegend auf Krankheitserreger, die mit Fledermäusen in Verbindung gebracht werden.
„Batman“ im Einsatz: Gefährliche Viren bringen Fledermausforscher Wang auf eine neue SpurWang wirkte an Untersuchungen zur Herkunft unter anderem von Hendra-, Nipah- und SARS-Viren mit. Bei einer Konferenz im Jahr 2010 riet ihm der Nobelpreisträger Peter Doherty davon ab, sich auf die Immunologie von Fledermäusen zu konzentrieren. Das Vorhaben sei angesichts der methodischen Schwierigkeiten „selbstmörderisch“. Wang ignorierte den Rat. Mit tödlichen Viren infizierte Fledermäuse hätten in Versuchen keine oder kaum Krankheitssymptome gezeigt. Zugleich lieferten frühe Genomanalysen Hinweise auf besondere immunologische Eigenschaften der Tiere.
„Sein Team hat einen Großteil des heutigen Verständnisses über die Immun- und Entzündungsreaktionen von Fledermäusen auf Infektionen vorangetrieben“, sagt Peter Openshaw, Professor für experimentelle Medizin am Imperial College London. Entscheidend sei die Möglichkeit gewesen, Höhlennektarfledermäuse dauerhaft in Gefangenschaft zu halten. Bei vielen anderen Arten ist dies kaum möglich.
Die heutige Forschungskolonie entstand aus 19 wildlebenden Fledermäusen, die 2015 und 2016 gefangen wurden. Inzwischen leben dort rund 200 Tiere. Dass sie sich fortpflanzen und ältere Exemplare allmählich ergrauen, gilt den Forschern als Hinweis auf funktionierende Haltungsbedingungen.
Forschung benötigt spezielle WerkzeugeDie Haltung der Tiere war jedoch nur ein Teil der Herausforderung. Zu Beginn fehlten Reagenzien, Zelllinien, Antikörper und serologische Tests, die speziell für Fledermäuse geeignet waren. Das Team musste einen großen Teil der wissenschaftlichen Werkzeuge deshalb selbst entwickeln.
„Ich habe 2013 einen Zuschuss von 10 Millionen Singapur-Dollar (rund 6,8 Millionen Euro) erhalten, und wir haben fast zwei Millionen Dollar (rund 1,4 Millionen Euro) allein dafür ausgegeben, unsere eigenen Werkzeuge zu entwickeln, das ist sehr teuer und langsam“, so Wang. Die Investitionen schufen die Grundlage für die späteren Experimente. Der entscheidende Durchbruch gelang nach Angaben des Forschers erst nach mehr als acht Jahren.
Protein ASC2 bremst Entzündungsreaktionen, Mäuseversuch zeigt therapeutisches PotenzialIm Jahr 2023 veröffentlichte Wangs Team im Fachjournal Cell eine Studie über das Protein ASC2. Nach den Ergebnissen kann eine bei Fledermäusen vorkommende Variante sogenannte Inflammasome hemmen. Diese Eiweißkomplexe spielen eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Entzündungen. Auch Menschen besitzen ASC2, bei Fledermäusen scheint der Mechanismus jedoch besonders wirksam ausgeprägt zu sein. Die Forscher vermuten, dass dies eine evolutionäre Anpassung an die hohen Belastungen des Fliegens ist. Das Protein könnte damit einen Teil der ungewöhnlichen Widerstandsfähigkeit der Tiere erklären.
Für die Studie veränderten die Wissenschaftler Labormäuse genetisch so, dass sie die Fledermausvariante von ASC2 bildeten. Nach einer Infektion mit einem tödlichen Influenzavirus sank die Sterblichkeit in diesem Versuchsmodell von 100 auf 50 Prozent. Auch Experimente mit menschlichen Zellen lieferten Hinweise auf eine entzündungshemmende Wirkung. Die Ergebnisse stammen allerdings aus Zell- und Tierversuchen. Sie lassen sich nicht automatisch auf den Menschen übertragen. Genau deshalb sind weitere Sicherheitsprüfungen und kontrollierte klinische Studien notwendig.
Fledermäuse im Fokus der medizinischen Forschung: Hoffnung bei Diabetes, Demenz und HerzkrankheitenChronische Entzündungen stehen mit zahlreichen Krankheiten in Verbindung. Dazu gehören unter anderem Gicht, Schuppenflechte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz. Ein Wirkstoff, der zentrale Entzündungsprozesse kontrolliert, könnte daher für mehrere Krankheitsbilder interessant sein. „Ich sehe im Krankenhaus täglich chronische Krankheiten, von denen viele entzündliche Erkrankungen sind“, urteilt Ahn. „Aber wir haben nur begrenzte Heilungsmöglichkeiten, begrenzte Strategien, um den Patienten zu helfen – in Wirklichkeit lindern wir nur Symptome.“ Die Fledermausforschung könne einen Ansatz bieten, nicht nur einzelne Symptome zu behandeln.
„Wenn wir jedoch Entzündungen so verlangsamen können, wie Fledermäuse es mit dem ASC2-Protein tun, können wir potenziell den durch Entzündungen getriebenen Krankheitsverlauf beim Menschen stark verlangsamen – sogar verhindern“, sagt Ahn. „Wir haben das bereits in Tierversuchen gezeigt, der nächste Schritt sind klinische Studien.“ Die Aussage beschreibt ein Forschungsziel und keine bereits verfügbare Behandlung. Bislang gibt es keinen Nachweis, dass der Ansatz Krankheiten beim Menschen verhindern kann. Die geplante Studie soll zunächst Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs untersuchen.
Biotech-Unternehmen setzt auf FledermausbiologieParatus Sciences wurde 2023 nach eigenen Angaben mit einer Series-A-Finanzierung über 100 Millionen US-Dollar (rund 87,5 Millionen Euro) aufgebaut. Wang arbeitet dort als wissenschaftlicher Berater. Ziel des Unternehmens ist es, Erkenntnisse über die Evolution und Biologie der Fledermäuse in neue Arzneimittel zu übertragen. „Es gibt viel Faszination und Neugier, weil dies ein so frischer Ansatz ist“, betont Lewis Hong, Vizepräsident für Forschungsentwicklung bei Paratus. „Ich denke, wir sind einzigartig, wir sind das einzige Unternehmen, das die evolutionäre Biologie der Fledermäuse nutzt, um neue therapeutische Ziele für menschliche Krankheiten zu entdecken.“ Am weitesten fortgeschritten ist derzeit PS-1001.
PS-1001 enthält nicht das Fledermausprotein selbst. Das Molekül soll stattdessen dessen entzündungshemmende Wirkung pharmakologisch nachahmen. Nach Angaben des Unternehmens richtet sich der Wirkstoff gegen einen zentralen Bestandteil verschiedener Inflammasome. Paratus bezeichnet das Molekül als sogenannten Pan-Inflammasom-Hemmer. Es soll mehrere Entzündungswege gleichzeitig bremsen können. Ob sich dieses Konzept in der klinischen Anwendung bewährt, ist bislang offen.
KI analysiert Gene von Fledermausarten, „Fledermausmaschine“ sucht neue MedikamenteWeltweit sind mehr als 1400 Fledermausarten bekannt. Sie machen damit ungefähr ein Fünftel aller Säugetierarten aus. Paratus baut eine Datenbank mit genetischen Informationen möglichst vieler Arten auf. Bislang seien rund 150 Arten erfasst. Das Unternehmen verbindet diese Daten mit Erkenntnissen über menschliche Krankheiten, Gene und mögliche Wirkstoffe. Künstliche Intelligenz soll anschließend nach biologischen Mechanismen suchen, die als Ansatzpunkt für neue Medikamente dienen könnten.
Hong bezeichnet das System als „Entdeckungsmaschine oder Fledermausmaschine“. Das Unternehmen spricht von einer wachsenden Pipeline möglicher Wirkstoffe. Dazu gehören nach Angaben Hongs auch Projekte gegen Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas. Genauere Angaben zu diesen Wirkstoffen macht Paratus bislang nicht. Viele Projekte befinden sich offenbar noch in einer frühen Phase der Grundlagen- oder präklinischen Forschung. Ob sie später Menschen helfen können, lässt sich daher noch nicht beurteilen.
Fledermausherzen verkraften extreme Belastungen, neue Ansätze gegen menschliches HerzversagenAuch das Herz-Kreislauf-System der Tiere rückt zunehmend in den Fokus. Fledermäuse können während des Flugs extreme Herzfrequenzen erreichen. Trotzdem bleiben ihre Herzmuskelzellen offenbar widerstandsfähig gegen Schäden, die bei anderen Säugetieren auftreten könnten. Eine Untersuchung verglich deshalb Eigenschaften der Herzen von Höhlennektarfledermäusen, Menschen und Mäusen. Die Forscher fanden Hinweise auf besondere Anpassungen des Energiestoffwechsels und der Zellschutzmechanismen. Sie prüfen nun, ob einzelne Mechanismen neue Ansätze gegen menschliche Herzerkrankungen liefern könnten.
„Das Fledermausherz ist wirklich bemerkenswert“, so Hong. „Es scheint resistent gegen mitochondriale Dysfunktion zu sein, die beim menschlichen Herzversagen häufig vorkommt, wenn ein enormer Energiemangel besteht.“ Die Mitochondrien sind für die Energieversorgung der Zellen zuständig.
„Es gibt also etwas an der Art und Weise, wie die Fledermaus ihren Stoffwechsel reguliert, von dem wir glauben, dass es der Schlüssel zu einer Lösung eines zentralen krankheitsauslösenden Mechanismus beim menschlichen Herzversagen sein könnte“, fährt Hong fort. „Wir glauben, dass dies ein sehr ergiebiges Forschungsfeld ist.“ Noch handelt es sich dabei jedoch um einen Forschungsansatz und nicht um eine Therapie.
Fachleute warnen vor überzogenen ErwartungenAndere Wissenschaftler bewerten den Ansatz als vielversprechend. Daniel Altmann, Immunologe am Imperial College London, spricht von einem „wirklich kreativen Ansatz“ und einer „ungenutzten Ressource für die Entwicklung neuer Biologika“. Aris Katzourakis von der Universität Oxford bezeichnet die Forschung als „wissenschaftlich spannend“.
Katzourakis warnt jedoch vor einer zu einfachen Übertragung auf den Menschen. „Die Evolution hat die Biologie der Fledermäuse über Dutzende Millionen Jahren geformt, und viele dieser Anpassungen dürften komplexe Wechselwirkungen zwischen mehreren Genen und biologischen Signalwegen umfassen“, berichtet er. „Was bei Fledermäusen funktioniert, lässt sich nicht unbedingt direkt auf den Menschen übertragen.“
Tiere als Vorbild für MedikamenteGila-Krustenechse: Das aus ihrem Speichel isolierte Peptid Exendin-4 diente als Vorlage für Exenatid, einen Wirkstoff gegen Typ-2-Diabetes.
Kegelschnecke: Das Schmerzmittel Ziconotid basiert auf einem Giftpeptid der Art Conus magus und wird bei schweren chronischen Schmerzen eingesetzt.
Blutegel: Hirudin ist ein natürlicher Hemmstoff des Gerinnungsenzyms Thrombin. Der Stoff aus dem Speichel medizinischer Blutegel wurde zum Vorbild für gerinnungshemmende Medikamente.
Fledermäuse: Forschende untersuchen, wie das Protein ASC2 Entzündungsreaktionen bremst und ob sich dieser Mechanismus für neue Therapien nutzen lässt. Bislang liegen dazu hauptsächlich Ergebnisse aus Zell- und Tierversuchen vor.
(Quellen: FDA, Cell, National Institutes of Health)
Fledermäuse könnten weitere Geheimnisse bergenWang sieht dennoch großes Potenzial. Obst- und nektarfressende Fledermäuse nehmen große Mengen Zucker auf, ohne zwangsläufig dieselben Stoffwechselprobleme wie Menschen zu entwickeln. Einige Arten gelten zudem als ungewöhnlich widerstandsfähig gegen Krebs und altersbedingte Erkrankungen. „Fledermäuse könnten tatsächlich die Zukunft der Humanmedizin sein – bei allem von Entzündungen und Diabetes über Krebs bis hin zu vielleicht sogar Langlebigkeit“, so Wang. „Wir haben noch viel zu lernen.“ Noch ist offen, welche dieser biologischen Besonderheiten sich tatsächlich in Medikamente übersetzen lassen.
In der Kolonie beendet Foo währenddessen die Gesundheitskontrolle. Anschließend bekommt die untersuchte Fledermaus Wassermelonensaft aus einer Pipette. „Eigentlich sieht sie aus wie Dobby, wissen Sie“, erklärt er mit Blick auf die großen Augen, die lange Schnauze und die spitzen Ohren. Foo gehört seit 2017 zum Team und kümmert sich vor allem um Ernährung und Lebensbedingungen. Die ältesten Tiere der Kolonie sind inzwischen etwa zehn Jahre alt. Ihr Verhalten und ihre Gesundheit sollen möglichst wenig von künstlichem Stress beeinflusst werden.
Stress könnte Forschungsergebnisse verfälschen, auch Fledermäuse können „richtig zickig“ sein„Wir wollen sie gut aufziehen. Wir wollen im Grunde, dass die Fledermäuse so stressfrei wie möglich leben, damit sich ihre Biologie nicht verändert oder an Stress anpasst“, hält Foo fest. Andernfalls könnten die Experimente ein verzerrtes Bild liefern. „Das könnte bedeuten, dass die Ergebnisse aus Experimenten nicht so genau wären.“
Nach der Untersuchung trägt Foo die Fledermaus zurück zum Hauptgehege. Als er die Hand öffnet, fliegt sie durch den Raum und lässt sich bei den anderen Tieren in einem erhöhten Ruhebereich nieder. Nicht alle Bewohner nehmen die regelmäßigen Kontrollen gleich gelassen hin. „Manche sind ziemlich entspannt, wenn wir sie anfassen, manche sind richtig zickig – sie behandeln selbst eine Routineuntersuchung, als wäre es das Ende der Welt“, sagt Foo. Trotz seiner jahrelangen Arbeit überraschen ihn die Tiere weiterhin. „Aber es ist interessant, weil wir ständig neue Dinge über sie entdecken.“
Genau darauf beruht die Hoffnung der Forscher. Millionen Jahre Evolution haben Fledermäusen Fähigkeiten verliehen, die der Mensch erst ansatzweise versteht. Ob daraus tatsächlich wirksame Therapien entstehen, sollen die nächsten Forschungsschritte zeigen.
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