Nicht gut gespielt, aber unglücklich verloren – für die Düsseldorfer war es ein gebrauchter Abend. Erst verweigerte ihnen Schiedsrichter Weisbach gegen Fürth einen regulären Treffer, dann ließ er einen gehaltenen Elfmeter wiederholen. Am Ende kassierte Fortuna eine bittere 1:2-Niederlage.
Düsseldorf · Nicht gut gespielt, aber unglücklich verloren – für die Düsseldorfer war es ein gebrauchter Abend. Erst verweigerte ihnen Schiedsrichter Weisbach gegen Fürth einen regulären Treffer, dann ließ er einen gehaltenen Elfmeter wiederholen. Am Ende kassierte Fortuna eine bittere 1:2-Niederlage.
Wie groß die Vorfreude auf das Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth unter den Fans von Fortuna ganz genau war, ließ sich ohne eine repräsentative Umfrage freilich nicht beziffern. Doch es gab einen hilfreichen Indikator und zwei gute Gründe, um zumindest eine einigermaßen gut unterfütterte These zu wagen. Der Indikator: Einen Tag vor der Partie hatte der Zweitligist rund 32.000 Tickets abgesetzt, und weil aus dem Frankenland nur etwas mehr als 300 Fans nach Düsseldorf reisten, war der Heimbereich fast genauso stark ausgelastet wie zuletzt gegen Hertha BSC (2:1), als insgesamt gut 39.000 Zuschauer in die Stockumer Arena geströmt waren.
Die guten Gründe: Erstens begann im Rheinland am Donnerstag der Straßenkarneval, und was hätte es Schöneres geben können, als in der närrischen Zeit mit Kostüm und allem, was sonst noch dazugehört, eine Fortuna-Partie zu besuchen – und zweitens machte die bisherige Bilanz gegen das „Kleeblatt“ in Spielen vor eigenem Publikum großen Mut. Noch nie in ihrer Geschichte hatten die Rot-Weißen ein Duell mit den Fürthern auf heimischer Scholle verloren: In der Bundesliga feierten sie einen Sieg, in der Zweiten Liga gab es sechs Erfolge und sieben Unentschieden.
Am Freitag riss diese Serie allerdings, weil Fortuna vor allem in der Offensive durchweg stümperhaft agierte und darüber hinaus großes Pech mit Schiedsrichter Eric Weisbach hatte. Zunächst verwehrte der Unparteiischen den Düsseldorfern einen regulären Treffer, dann ließ er – diesmal immerhin korrekterweise – einen von Torwart Florian Kastenmeier zunächst gehaltenen Elfmeter wiederholen. Der zweite Versuch von Julian Green saß, sodass Fortuna gegen Fürth eine bittere 1:2-Niederlage erlitt und am Wochenende viel Boden im Aufstiegskampf verlieren könnte.
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Die größte Frage vor dem Anpfiff lautete, wie Trainer Daniel Thioune seinen gelbgesperrten Top-Stürmer Dawid Kownacki ersetzen würde. Und er beantwortete sie ziemlich simpel: mit Moritz-Broni Kwarteng. Die Bochum-Leihgabe übernahm die Aufgabe auf dem rechten Flügel, Dzenan Pejcinovic rückte für Kownacki ins Sturmzentrum. Ansonsten blieb im Vergleich zum 1:1 beim 1. FC Köln alles beim Alten: Shinta Appelkamp stand erneut von Anfang an auf dem Platz, Myron van Brederode behielt seine Rolle auf der linken offensiven Außenbahn – und auf allen anderen Positionen gab es keinerlei Gründe, personell zu wechseln.
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In der ersten Hälfte bot sich das erwartete Bild: Beide Mannschaften zogen sich bei gegnerischem Ballbesitz weit zurück und setzten auf die Ideenlosigkeit der jeweiligen Offensivabteilungen, was zu einer äußerst zähen, phasenweise einschläfernden Partie führte. Trotzdem ging es mit einem 1:1 in die Pause, weil beide Teams einmal unaufmerksam waren – innerhalb von nur zwei Minuten. Zunächst ging die Thioune-Truppe durch einen sehenswerten Rechtsschuss von Isak Johannesson in Führung, nach einer einstudierten Eckballvariante über Ex-Fortune Felix Klaus fing sie sich aber postwendend den Ausgleich, weil Branimir Hrgota die Kugel völlig freistehend über die Linie schieben konnte.
Trotz aller – längst nicht mehr neuen – Schwierigkeiten im Angriff hätten die Düsseldorfer allerdings vorneliegen müssen, als Schiedsrichter Weisbach den ersten Abschnitt beendete. Das war nur deshalb nicht der Fall, weil der Unparteiische eine völlig zweifelhafte Entscheidung traf: Nach einer Johannesson-Ecke köpfte Moritz Heyer ein, doch Weisbach ahndete ein nicht vorhandenes Schubsen gegen Noah Loosli, der wie ein sterbender Schwan zu Boden ging. Die fällige Intervention des Videoassistenten blieb aus.
In der zweiten Hälfte nicht, und diesmal lag das Schiedsrichtergespann richtig. Nachdem Fortuna-Torwart Kastenmeier einen – selbst verursachten – Strafstoß von Green zunächst gehalten hatte, ordnete der Weisbach auf VAR-Anordnung eine Wiederholung an, weil der Keeper die Linie zu früh verlassen hatte. Und den zweiten Versuch versenkte Green dankbar. Von Freude konnte danach keine Rede mehr sein.
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