Eine badische Gemeinde stellt rund 20 Blumenkübel auf, um den Verkehr in einer Dreißigerzone zu beruhigen. Doch das stört Unternehmer Martin Herrenknecht, der sie daraufhin einsammelt. Sollten neue kommen, will er wieder aufräumen.
Vergangene Woche sind im badischen Schwanau rund 20 Blumenkübel verschwunden und nun auf dem Firmengelände von Herrenknecht wieder aufgetaucht. Das Familienunternehmen bestätigte inzwischen, dass kein unbekannter Blumendieb am Werk war, sondern Firmengründer Martin Herrenknecht (83) selbst den Auftrag zur Entfernung der Kübel gegeben hat.
Laut einem Bericht der „Badischen Zeitung“ wurden diese als Alternative zu mit Reflektoren beklebten Betonklötzen aufgestellt – sie sollten den Verkehr in der Dreißigerzone beruhigen und Parkbuchten besser sichtbar machen.
„Ein Teil der Blumenkübel steht jetzt auf dem Gelände“Der 82-jährige Herrenknecht, der im Rheintal ebenso bekannt ist wie seine riesigen Bohrmaschinen unter dem Gotthard oder der Themse, schätzt offenbar klare Sicht – auch auf der Straße. Die Kübel hätten, so hieß es aus dem Unternehmen, zu unübersichtlichen Situationen und potenziellen Gefährdungen geführt. Herrenknecht ließ also kurzerhand räumen, um, wie er betont, seine „Mitarbeiter zu schützen“.
Entsorgt hat der Unternehmer die Blumen bisher nicht. „Ein Teil der Blumenkübel steht jetzt auf dem Gelände der Herrenknecht AG“, berichtete der Firmensprecher. Wie viele Behälter von der Straße auf das Firmenareal gebracht wurden, blieb zunächst offen.
Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltetDa wegen des Vorfalls Anzeige erstattet wurde, haben auch Polizei und Staatsanwaltschaft in Offenburg von der Sache Wind bekommen. Die Ermittler bewerten die Umstände jedoch eher gelassen: Aus Sicht der Staatsanwaltschaft gibt es bislang keine ausreichenden Hinweise dafür, dass Herrenknecht oder sein Unternehmen einen strafbaren Diebstahl begangen haben. Entscheidend dafür ist unter anderem, dass die Kübel nicht dauerhaft der Gemeinde vorenthalten werden sollten und der Aufenthaltsort der Pflanzbehälter jederzeit bekannt war.
„Es ist derzeit nicht ersichtlich, dass das Eigentum an den in Rede stehenden Gegenständen der Gemeinde endgültig vorenthalten werden soll“, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.
Herrenknecht würde Aktion wiederholenWährend der Ermittlungen werde es auch Gespräche mit der Gemeinde im Ortenaukreis, dem Landratsamt und der Polizei geben, um die Lage sachlich zu klären, wie es Herrenknecht beschreibt. Er respektiere Zuständigkeiten und Entscheidungswege der kommunalen Gremien. Außerdem unterstütze er grundsätzlich das Einführen von Tempo-30-Zonen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern, wie sein Unternehmen mitteilte.
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