In Grünheide baut Tesla bald Batteriezellen, Donald Trump vergoldet seine Posts, und Sascha Konietzke aus Berlin gelingt ein spektakulärer Exit – über die wichtigsten Wirtschaftsthemen informieren wir Sie in unserem Newsletter „Der Tag“.
Tesla-Aufkleber wie „I bought this one before Elon went crazy“ sind hierzulande wieder seltener zu sehen. Entweder wurden sie lackschonend abgepult oder überklebt mit dem Sticker „I bought this one after a 6000-Euro-E-Bonus was reintroduced by German government“. Auch die gestiegenen Tesla-Zulassungen zeigen: Elon Musk (55) hat Comeback-Qualitäten.
Nun plant Comeback-Elon sogar die Produktion von Batteriezellen in Deutschland . Richtig gelesen. Northvolt ist pleite (die preisgekrönte mm-Recherche finden Sie hier ), Porsche wickelte Cellforce ab, Mercedes und Stellantis stoppten den Bau eines Batteriezellwerks in Kaiserslautern, VW stellt seine Batterietochter PowerCo wegen massiver Sparzwänge auf den Prüfstand. Und Tesla? Macht alles anders als die deutsche Konkurrenz, die ihre Zellen vorwiegend in China einkauft. Meine Kollegin Anna Driftschröer erklärt, warum Teslas Batteriezellen-Wette in Grünheide aufgehen könnte. Das hat nicht nur mit China zu tun, sondern auch mit dem „Battery Booster“-Förderprogramm der EU. Batteriezellen aus Deutschland – Teslas nächste Wette.
Batteriezellen von Tesla: Schon nächstes Jahr soll die Produktion in Grünheide beginnen
Foto: Sebastian Gollnow / dpaDass Donald Trump (80) sein Präsidentenamt vergoldet und sein Privatvermögen seit 2024 auf 6,5 Milliarden Dollar verdreifacht hat, ist hinreichend beschrieben. Kryptodeals, Memecoin-Lizenzgebühren, Bibeln, Uhren und Kappen sind jedoch Kleinkram gegen die wichtigste Währung des US-Präsidenten: seine Fähigkeit, stündlich kursbewegende Nachrichten zu erzeugen. Insofern sind die Überlegungen der Trump Media & Technology Group (TMTG), börsenrelevante Posts von Trump gegen eine Abogebühr von 100.000 Dollar pro Monat vorab an Börsenhändler und Investoren zu verticken, in Trumps wunderbarer Welt nur folgerichtig. Wir hätten da noch ein paar Optimierungsvorschläge für die TMTG: Die 100.000 Dollar sollten nur ein Schnupper-Abo sein. 200.000 Dollar pro Monat zahlen Investoren für ein Upgrade, wenn die verkündeten Maßnahmen nicht binnen drei Stunden wieder zurückgenommen werden (das Trump-will-not-chicken-out-Abo). Und Staaten wie Venezuela, Kuba, Grönland oder Iran ist es sicherlich 400.000 Dollar pro Monat wert, wenn sie zeitnah vor möglichen Entführungen, Bombardierungen, Landnahmen oder der Auslöschung ihrer Zivilisation gewarnt werden (das Trump-Superpower-Abo). Kommt Trumps Paid-Content-Modell erst mal auf Touren, sollte auch ein größerer Ballsaal in D.C. drin sein.
Dollar-Donald: US-Präsident Trump hat einen Hang zum Vergolden
Foto: Alex Brandon / APKI macht es möglich, Mitarbeitende in Echtzeit zu überwachen. In anderen Ländern wird damit bereits experimentiert. Unsere Kollegen vom Harvard Business manager zeigen, was diese Systeme bringen, wie man sie aufsetzt – und wo in Deutschland rechtliche und kulturelle Grenzen verlaufen: Wir wissen, was Sie gerade getan haben.
Meine Empfehlung für den Abend:
Unauffällige Millionäre: Die Contentful-Gründer Paolo Negri und Sascha Konietzke (r.) haben ihre Firma an Salesforce verkauft
Foto:Anne Schönharting / OSTKREUZ
Was ist der Unterschied zwischen Sascha Konietzke (42) und Gianni Infantino (56)? Der Berliner App-Entwickler arbeitet gern still und leise vor sich hin und ist noch nie mit lautem Brusttrommeln und greller Selbstinszenierung aufgefallen. Vor 14 Jahren gründete Konietzke das Start-up Contentful, mit dessen Software sich Inhalte unkompliziert in Apps und in KI-Bots ausspielen lassen. Das wiederum ist für Softwareriesen wie SAP oder Salesforce interessant, um sich selbst gegen KI-Angriffe zu rüsten . Salesforce-Chef Marc Benioff (61) übernahm Contentful nun für eine Milliardensumme – und bescherte dem bescheidenen Kollegen Konietzke einen Vermögenszuwachs, von dem Infantino nur träumen kann. Mein Kollege Caspar Schlenk hat alle Hintergründe zu dem Milliarden-Euro-Exit in Berlin: Konietzke beweist, dass auch in Deutschland digital einiges vorangeht.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend
Ihr Kai Lange
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