Inflationsbereinigt sind die Preise von Elektroautos in den vergangenen fünf Jahren stark gesunken. Verbrenner hingegen wurden immer teurer. Schon bald könnten beide Varianten gleich teuer sein, sagt eine Studie voraus.
Elektroautos sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich günstiger geworden. Inflationsbereinigt sanken die Listenpreise von 2020 bis 2025 um 18 Prozent, ergab eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und des International Council on Clean Transportation (ICCT). Die Preise für Verbrenner legten im gleichen Zeitpunkt inflationsbereinigt um 2 Prozent zu. Damit verschieben sich die echten Kosten pro Kilometer klar zugunsten der Elektroautos.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich der Markt für Elektroautos in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Die Fahrzeuge bieten heute im Durchschnitt größere Reichweiten und mehr Motorleistung, während die realen Preise vergleichbarer Modelle gesunken sind“, sagt Peter Mock vom ICCT.
Für ihre Untersuchung haben die Forscher mehr als 100.000 Einzelangaben aus einer ADAC-Datenbank ausgewertet. Um einen fairen Vergleich zu ermöglichen, wurden dabei nicht einfach Durchschnittspreise aller Verbrenner und aller Elektroautos gebildet, denn das Angebot an Elektroautos hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere bei eher teureren Fahrzeugen ausgeweitet.
„Der mittlere Preis ist dadurch gestiegen, es sind aber auch ganz andere Fahrzeuge“, sagt Patrick Plötz, Professor am ISI. „Man würde also Kirschen mit Äpfeln vergleichen. Um das zu verhindern, haben wir versucht, gleiche oder vergleichbare Fahrzeuge über die Zeit zu betrachten.“
Mit dieser Herangehensweise ergaben sich für Elektroautos relativ stabile Listenpreise, für Verbrenner steigende. Berücksichtigt man die Inflation, die in den vergangenen Jahren teilweise hoch war, ergeben sich die oben genannten Zahlen. Dass die Studie Listenpreise und nicht echte Transaktionspreise vergleicht, liegt vorwiegend daran, dass letztere in der notwendigen Breite nicht verfügbar sind. Große Verzerrungen sollten dadurch aber nicht entstanden sein, betonen die Autoren.
Und Plötz sieht weiteres Potenzial für eine Preisentwicklung zugunsten der Elektroautos: „Die gesunkenen Batteriepreise sind noch nicht vollständig weitergegeben worden. Außerdem sollten auch steigende Stückzahlen und der Druck auf die Hersteller durch CO₂-Grenzwerte helfen", sagt er.
Preisgleichheit bis 2030 erwartetRechne man die aktuelle Entwicklung weiter, dürften bis etwa 2030 Elektroautos in Europa gleich viel kosten wie vergleichbare Verbrenner, sagt Plötz. »Bei den Gesamtkosten pro Kilometer wären sie dann klar günstiger.« Erfahrungen aus anderen Märkten zeigten, dass bei gleichen Preisen Elektroautos auf rund 50 Prozent Marktanteil kämen.
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