Das Werk des E-Autobauers im Storey County im US-Bundesstaat Nevada gerät immer wieder ins Visier organisierter Diebesbanden. Drei Männer konnten festgenommen werden – aber das Problem geht über Tesla hinaus.
Bei Bedrohungen für Unternehmen stehen meist Cyberkriminalität und Wirtschaftsspionage im Fokus. Aber auch organisierter Frachtdiebstahl wird zunehmend zum Problem. Dabei gehe es nicht um Einbrüche bei Nacht, sondern um Kriminelle, die mit Lastwagen und gefälschten Ausweisen Waren im Wert von mehreren Millionen Euro direkt von den Laderampen abtransportieren. Auch Tesla soll massiv betroffen sein. „Das ist derzeit eine regelrechte Epidemie“, sagte Sheriff Sam Hatley gegenüber Wired, der die Tesla-Fälle im Storey County untersucht.
Kriminelle stehlen Tesla-Akkus in großem Stil
Der erste Fall der aktuellen Serie soll sich im Dezember 2025 ereignet haben, als zwei Anhänger mit Akkusystemen im Wert von über 475.000 US-Dollar gestohlen wurden. Die Polizei fand die Laster rund 800 Kilometer entfernt in Südkalifornien wieder – leer. Teslas Sicherheitsteam entdeckte später einige der Akkus auf Online-Marktplätzen und informierte die Behörden. In einem anderen Fall meldete ein Autoteilehändler in Nordkalifornien, dass ihm vermeintlich gestohlene Autobatterien zu einem reduzierten Preis angeboten worden seien – ein Verdacht, den die Ermittler:innen später bestätigten.
Tesla meldete im Dezember und Januar zehn weitere mutmaßliche Diebstähle. Dabei kam es offenbar auch zu Ermittlungspannen: Bei einem der Fälle wurden zwei weitere Anhänger mit Akkus im Wert von etwa 500.000 Dollar entwendet. Beide ließen sich anhand ihrer GPS-Daten orten – einer davon befand sich rund 29 Kilometer vom Tesla-Werk entfernt an einer Tankstelle. Die Ermittler:innen brachten ein Ortungsgerät an, um die Dieb:innen bei der Rückkehr zu fassen, und informierten Tesla über den Standort. Das Problem: Anstatt den Plan der Polizei zu unterstützen, seien Tesla-Mitarbeiter:innen gekommen, um den Anhänger abzuholen. Hatley wollte sich zu diesem Vorfall nicht äußern.
Drei junge Männer wurden festgenommen
Am 30. Januar konnten Ermittler:innen einen Anhänger erneut mit einem GPS-Tracker ausstatten – und schließlich drei Verdächtige festnehmen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, mit einem gefälschten Führerschein auf das Gelände des Tesla-Werks gefahren zu sein. Ihre Verfahren sollen im Oktober vor Gericht verhandelt werden. Ein stellvertretender Tesla-Manager habe den Ermittler:innen erklärt, dass einige der Diebstähle auf die Nichteinhaltung grundlegender Sicherheitsvorschriften zurückzuführen seien. Tesla gibt an, seine Verfahren seitdem verschärft zu haben und jetzt unter anderem die Identität der Fahrer:innen am Werkstor zu überprüfen.
Expert:innen schätzen, dass sich Transportdiebstähle in den USA von 2022 bis 2024 etwa verdoppelt haben. Die Schäden würden sich demnach auf fast 18 Millionen Dollar pro Tag belaufen, was auch für die Verbraucher:innen zu höheren Preisen führen könnte. Dabei sei besonders beunruhigend, dass es vermehrt zu sogenannten strategischen Diebstählen komme, wie sie auch Tesla erlebt haben soll. Dabei nutzen organisierte Gruppen gezielt Sicherheitslücken aus, beispielsweise durch gefälschte Ausweise.
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Elektroautos: 5 Vorurteile und was an ihnen dran ist
Strafverfolgung soll einfacher werden
Auch Amazon ist betroffen. Der Konzern erklärte in einem Blog-Beitrag, mit Maßnahmen wie „KI-gestützter Anomalieerkennung” und „täglicher Überprüfung der Speditionen” gegen Diebstähle vorzugehen. Zudem verabschiedete das US-Repräsentantenhaus einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf, der die Strafverfolgung erleichtern und die Koordination zwischen den Behörden verbessern soll.
„Große kriminelle Organisationen entwickeln ihre Taktiken ständig weiter, um Waren aus dem Einzelhandel und der Lieferkette in Gemeinden im gesamten [Bundesstaat Nevada] zu stehlen“, so Senatorin Catherine Cortez Masto, die sich für die Verabschiedung des Gesetzentwurfs einsetzt, in einer Pressemitteilung. „Die Zunahme der organisierten Einzelhandelskriminalität hat die Unternehmen in Bedrängnis gebracht, und es ist an der Zeit, dass der Kongress dieses parteiübergreifende Gesetz verabschiedet, um den Strafverfolgungsbehörden dabei zu helfen, die Sicherheit unserer Gemeinden zu gewährleisten.“
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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