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Deutscher Tanzpreis 2027: Martin Schläpfer für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Дата публикации: 23-06-2026 11:32:03



Er gilt in der internationalen Ballettwelt als der Tanz-Oscar: der Deutsche Tanzpreis – gemeinsam mit dem Prix Benoit de la Danse, der in Moskau verliehen wird. Jetzt erhält Martin Schläpfer den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.



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Deutscher Tanzpreis 2027 Martin Schläpfer für sein Lebenswerk ausgezeichnet

ESSEN · Er gilt in der internationalen Ballettwelt als der Tanz-Oscar: der Deutsche Tanzpreis – gemeinsam mit dem Prix Benoit de la Danse, der in Moskau verliehen wird. Jetzt erhält Martin Schläpfer den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Der Schweizer formte aus der Kompanie der Deutschen Oper am Rhein 2009 das Ballett am Rhein und wirkte hier eine gute Dekade. Der Hauptpreis geht an die Bonner Choreografin Rafaële Giovanola für ihr künstlerisches Gesamtwerk und ihren Einfluss auf den zeitgenössischen Tanz. Die Tänzerin und Choreografin Joy Alpuerto Ritter (Freiburg) erhält den Preis in der Kategorie „Ehrung als herausragende Interpretin“.

Besser spät als nie würdigt die Jury den Tänzer, Choreografen, Pädagogen und Ballettdirektor Martin Schläpfer. Er habe „die Tanz- und Ballettlandschaft in Deutschland in außerordentlicher Form geprägt und verändert – in der künstlerischen Entwicklung wie in den institutionellen Strukturen“, erkennt die Jury an. Sie hebt hervor, dass „Martin Schläpfer auf 50 Jahre Tanzschaffen zurückblicken kann, davon 31 Spielzeiten ununterbrochen als Ballettdirektor“. Über 80 Werke entstanden für seine Ensembles: die Company am Stadttheater Bern (1994-1999), das ballettmainz (1999-2009), das Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg (2009-2020) und das Wiener Staatsballett (2020-2025). Schläpfer, Jahrgang 1959, gehört zu den wenigen Star-Tänzern, denen auch eine herausragende Karriere als Ballett-Schöpfer gelang.

In Düsseldorf und Duisburg verwirklichte er seine Vorstellungen von einer Tanzästhetik für das 21. Jahrhundert. Hier entstanden Meisterwerke wie „Ein Deutsches Requiem“, für das er 2012 den Theaterpreis Der Faust bekam, „Forellenquintett“, „7“ oder „Schwanensee“. Der Erneuerer der neoklassischen Form schuf eines der weltweit besten Ensembles mit unverwechselbarem Profil. Dafür wurde das Ballett am Rhein in der internationalen Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „tanz“ viermal zur „Kompanie des Jahres“ gewählt.

Ausdrücklich würdigt die Jury auch Schläpfers Engagement für verbesserte Arbeitsbedingungen. So erstritt er das Balletthaus Düsseldorf mit optimalen Probebedingungen. In Wien stellte er die Ballettakademie der Wiener Staatsoper neu auf. Schläpfer schuf zeitgemäße Strukturen, die das Kindeswohl sicherstellen.

Rafaële Giovanola, ehemalige Tänzerin unter anderem bei William Forsythe, lobt die Jury für ihre unverwechselbaren Arbeiten, die sie meistens für ihr freies Ensemble CocoonDance kreiert. Ihr künstlerisches Vermächtnis inspiriere kommende Generationen und bereichere das Tanzschaffen durch Fantasie, Konsequenz und Originalität.

In der Jury-Begründung heißt es: „Ihre unermüdliche Neugier und ihre Fähigkeit, unterschiedliche und ungewohnte Bewegungspraktiken miteinander zu verbinden, lassen kaleidoskopartige Wesen entstehen.“ Es seien magische Geschöpfe entstanden, wie man sie noch nie zuvor gesehen habe: „Figuren, die zwischen Mensch und Insekt, Pflanzen und Avatar oder Maschine existieren.“ Damit spielen die Jurorinnen und Juroren auf Giovanolas Forschungsreihe über die Denkfigur des „ungedachten Körpers“ an. Mit dieser innovativen Reihe setzte 2016 eine neue Phase für die Schweizerin, Jahrgang 1960, ein: Sie drang mit ihren grandiosen, elektrisierenden Kunst-Wesen in eine andere Choreografen-Liga vor.

Die Dotierungen sind bis zur Preisvergabe noch in der Abstimmung mit den Förderer-Institutionen und Sponsoren. Die Verleihung findet im Rahmen einer Tanz-Gala am 13. März 2027 im Aalto-Theater Essen statt.

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