Trotz aller Siegesrhetorik wird deutlich, dass Russland den Konflikt nicht gewinnen kann. Nur eine Hoffnung hat der Präsident noch – und die wird hoffentlich nicht wahr.

Wladimir Putin: Hoffen auf Sympathisanten im Westen. Foto: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kr
In seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine ist Wladimir Putin von Anfang an durch unrealistische Erwartungen aufgefallen. Binnen weniger Tage sollten die russischen Truppen Kiew erobern, lautete sein ursprünglicher Plan. Im Rückblick auf die vergangenen vier Kriegsjahre wirkt dieses Ziel vermessen. Längst setzt der russische Präsident seinem Militär immer neue Fantasietermine für die Eroberung des Donbass im Osten der Ukraine. Aktuell peilt er das Jahresende an.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnete diese Woche vor, wie viele seiner eigenen Deadlines Putin im Donbass schon verpasst habe. Er kam auf 14. Militärexperten sind sich einig, dass Russland auch die neue Frist im Dezember reißen wird. Beim derzeitigen Tempo würde die Einnahme der Region noch mehrere Jahre dauern – wenn sie überhaupt je passiert.
Zwar rückt Russland an einzelnen Frontabschnitten weiter vor, aber die Fortschritte werden von Putin regelmäßig übertrieben. Diese Woche behauptete er, die russischen Soldaten seien nur noch zehn Kilometer von der Stadt Sumy im Norden der Ukraine entfernt. Das wurde anhand von Satellitenbildern schnell als Lüge entlarvt.