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Produktion in der EU statt Import: Geely sichert sich Anteil an Ford-Werk

Дата публикации: 23-07-2026 12:48:00

Ford und Geely wollen im spanischen Valencia gemeinsam Elektro- und Hybridautos bauen. Ab 2028 sollen verschiedene Modelle aus einem Joint-Venture entstehen.

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  1. Produktion in der EU statt Import: Geely sichert sich Anteil an Ford-Werk

Ford und der chinesische Konzern Geely Auto wollen im Ford-Werk Almussafes bei Valencia in Spanien gemeinsam produzieren. Derzeit wird dort nur das Ford-Modell Kuga gebaut. Ab 2028 sollen dort im Rahmen eines Joint Ventures fünf Fahrzeugmodelle beider Marken für den europäischen Markt gebaut werden, als Elektroautos, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extender.

Ford soll dabei 66 Prozent an der neuen Gesellschaft halten, Geely Auto die verbleibenden 34 Prozent. Der operative Start des Joint Ventures ist für das erste Halbjahr 2027 geplant, vorbehaltlich noch ausstehender kartellrechtlicher Freigaben auf EU- und nationaler Ebene und anderer Formalitäten. Die Produktion der neuen Modelle soll dann 2028 parallel zur laufenden Produktion des Ford Kuga hochgefahren werden.

Fünf Modelle für Europa

Das Werk Almussafes verfügt laut Ford über eine Jahreskapazität von rund 500.000 Fahrzeugen, ist aber nach Branchenberichten derzeit zu weniger als einem Viertel ausgelastet. Die Fabrik war einst Fords größtes Werk außerhalb der USA, litt zuletzt aber unter dem Auslaufen mehrerer Modelle und der starken Abhängigkeit vom Modell Kuga. Teile der Anlage, darunter mindestens ein Montageband, stehen seit Längerem still. Mit der Gründung des Joint Ventures werden Werk und Belegschaft der neuen Gesellschaft zugeordnet.

Ford plant zwei neue Modelle außer dem Ford Kuga (Test): Eine Europa-Variante des Geländewagens Ford Bronco (Test) sowie ein neuer Crossover-SUV. Letzterer soll laut Reuters gemeinsam von Ford und Geely entwickelt und in mehreren Antriebsvarianten angeboten werden – batterieelektrisch (BEV), als Plug-in-Hybrid (PHEV) und als Extended-Range-Elektrofahrzeug mit Reichweitenverlängerer.

Geely will zwei elektrische SUVs in Valencia bauen. Laut Geely-Senior-Vizepräsident Victor Yang handelt es sich beim ersten Modell um den EX5, der bereits in Europa verkauft wird. Das zweite Fahrzeug befindet sich noch in der Entwicklung. Damit erhält Geely erstmals eine eigene Produktionsstätte innerhalb der EU. Welche konkrete Plattform dem gemeinsam entwickelten Crossover zugrunde liegt, haben die Unternehmen bislang nicht mitgeteilt.

EU-Zölle und Local-Content-Regeln als Treiber

Die Einigung wurde vor dem Hintergrund verschärfter EU-Handelspolitik gegenüber chinesischen E-Auto-Importen getroffen. Chinesische Hersteller versuchen zunehmend, unterausgelastete Fabriken etablierter europäischer Autobauer zu nutzen, um sich auf kommende europäische Local-Content-Regeln vorzubereiten und EU-Zölle auf importierte Elektrofahrzeuge zu umgehen. Für Geely löst das Joint Venture dieses Problem unmittelbar: Fahrzeuge aus dem Werk Almussafes gelten als in der EU produziert. Alex Nan, Vizepräsident der Geely Auto Group, betonte, man wolle „Autos in Europa für Europa bauen, gemeinsam mit einem vertrauenswürdigen Partner“.

Zugleich stehen die EU-Flottenziele für CO₂-Emissionen im Hintergrund der Vereinbarung. Die Positionierung des Werks „für CO₂-arme Mobilität“ ist eine direkte Antwort auf die europäische Klimapolitik, die Autobauer zum raschen Ausbau elektrifizierter Antriebe zwingt. Ford kündigt in dem Zusammenhang eine „Produktoffensive“ mit fünf neuen Multi-Energy-Pkw für Europa bis 2029 an.

Skaleneffekte für beide Seiten

Durch die Bündelung der Produktion beider Marken in einem Werk sollen zudem die Stückkosten deutlich sinken: Ford entlastet sich von Fixkosten eines drastisch unterausgelasteten Standorts, Geely spart sich den Aufbau einer eigenen Fabrik in Europa. Beide Hersteller versprechen zudem gemeinsame Fortschritte bei Fahrzeugsoftware und vernetzten Diensten, ohne bislang technische Details zur Architektur zu nennen. Konkrete Zahlen zu gesicherten oder neu entstehenden Arbeitsplätzen nannten die Unternehmen nicht, sie sprechen lediglich von „Potenzial für künftiges Wachstum hochqualifizierter Arbeitsplätze“.

Spaniens Premierminister Pedro Sánchez sollte den Deal laut Branchenberichten im Werk in Valencia persönlich ankündigen, was ein Signal für die politische Rückendeckung des Vorhabens wäre. Für Spanien steht viel auf dem Spiel: Das Land versucht, seine Position als einer der größten Automobilproduzenten Europas auch im Zeitalter der Elektromobilität zu behaupten.

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(fpi)

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