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Siedlergemeinschaft Pelzwasen in Aalen plant ein einmaliges Projekt

Дата публикации: 22-07-2026 16:32:00

Die Siedlergemeinschaft will mit einem einzigartigen Bau- und Finanzierungskonzept neue Wege in der Quartiersarbeit gehen. Finden sich genügend Freiwillige, die sich beteiligen?

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Stand: 22.07.2026, 18:32 Uhr

Von: Bea Wiese

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So könnte er aussehen, der neue Quartierstreff im Pelzwasen. Für die Finanzierung will die Siedlergemeinschaft besondere Wege gehen.

So könnte er aussehen, der neue Quartierstreff im Pelzwasen. Für die Finanzierung will die Siedlergemeinschaft besondere Wege gehen. © Siedlergemeinschaft

Die Siedlergemeinschaft will mit einem einzigartigen Bau- und Finanzierungskonzept neue Wege in der Quartiersarbeit gehen. Finden sich genügend Freiwillige, die sich beteiligen?

Aalen. Die Neue Siedlergemeinschaft Pelzwasen hat Großes vor: Sie will bauen. Ein eigenes Haus, einen ganz neuen Siedlertreff, in Eigenregie, auf der Festwiese bei den Mammutbäumen. Es wäre das erste Nachbarschaftsprojekt dieser Größenordnung in Aalen mit einem speziellen Konzept und einer besonderen Form der Finanzierung. Ob es klappt, ist offen. An diesem Donnerstag, am Tag vor dem Siedlerfest, soll das Projekt öffentlich vorgestellt werden.

Dass die Siedlergemeinschaft im Pelzwasen-Zebert für ein sehr aktives, von vielen Beteiligten ehrenamtlich getragenes Miteinander steht, ist in Aalen bekannt. Vorsitzender Markus Mayer-Wunderlich präzisiert: Der historisch aus der Heimstättenbewegung entstandene Verein organisierte im vergangenen Jahr fast 150 Veranstaltungen: Flohmärkte, Kulturabende, Vorträge, Kaffeetreffen und Feste. Allein beim jährlichen Sommerfest, der Haupteinnahmequelle für den Verein, seien 150 Helferinnen und Helfer für Auf- und Abbau sowie Dienste im Einsatz. Sein Vize Bernd König beschreibt es so: „Wir übernehmen Aufgaben in der Quartiersarbeit, die früher die Stadt und die Kirche übernommen haben.“

Lesen Sie auch: Im Gemeinderat stößt das Projekt auf Wohlwollen.

Der bestehende Quartierstreff in der Meisenstraße 17 sei aus Sicht des Vereins ein zeitlich begrenztes Provisorium, eben ein Einfamilienhaus. Als die Planungen für ein neues Baugebiet auf dem ehemaligen Schmid-Areal starteten, sei bei den Siedlern die Idee für einen neuen Quartierstreff entstanden. Der Standort wäre ideal: auf der beliebten Festwiese, mit Möglichkeiten für Freiräume und Begegnung; das Grundstück bekämen sie in Erbpacht.

So könnte ein neues Haus aussehen

Architektin Elisabeth Zwettler hat ein 180 Quadratmeter großes, eingeschossiges Haus in Holzbauweise und mit Pultdach entworfen. Der größte Raum misst 60 Quadratmeter, geeignet für Versammlungen, Vorträge, Ausstellungen, Feiern und mehr. Dazu ein Mehrzweckraum, eine Küche, Technik- und Sanitärräume, außerdem eine in Teilen überdachte Terrasse. Der Zweite Vorsitzende Bernd König nennt es einen „Zweckbau, der durch die Lage und das Holz aber so schön sein muss, dass er Leute anzieht.“ Und zwar nicht nur Quartiersbewohner, sondern auch Wanderer und Radfahrer zur Pause - auf einen Kaffee, ein kühles Getränk oder ein kleines Vesper.

Vorsitzender Markus Mayer-Wunderlich (links), die Architektin Elisabeth Zwettler und der 2. Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Bernd König.

Vorsitzender Markus Mayer-Wunderlich (links), die Architektin Elisabeth Zwettler und der 2. Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Bernd König. © beaDer Knackpunkt: die Finanzierung

Eine siebenköpfige Planungsgruppe aus Vorstandsmitgliedern, Immobilien- und Bauexperten sowie der Architektin beschäftigte sich wochenlang mit der Kalkulation. Markus Mayer-Wunderlich umreißt die Zahlen: 422.000 Euro kostet das neue Haus. 65.000 Euro würde die Siedlergemeinschaft an Eigenkapital einbringen. 90.000 Euro könnten durch Arbeitsleistungen „gespart“ werden. Mayer-Wunderlich: „Fenster einbauen, Wände ziehen, so was können wir alles selber.“ Über weitere 150.000 Euro liege eine erste Kreditzusage der Banken vor. Doch unterm Strich fehlen 120.000 Euro, die finanziert werden müssten.

Wie könnte die Siedlergemeinschaft das wuppen?

Die Gruppe hat verschiedene, zum Teil originelle Beteiligungsmodelle für die Mitglieder entwickelt: etwa Mitarbeit am Bau, Geld- oder Sachspenden oder Kredite von Einzelpersonen, „Siedler-Plus-Mitglied“ werden und dauerhaft einen höheren Beitrag als die bisherigen 40 Euro zahlen oder feste Zusagen für Hüttendienste oder Kreativprojekte, die Geld in die Kasse spülen.

Wie geht es weiter?

An diesem Donnerstag, 23. Juli, 19.30 Uhr, will der Siedler-Vorstand, unterstützt von einer externen Moderatorin, sämtliche Pläne inclusive aller Zahlen im Festzelt vorstellen. An den darauf folgenden drei Tagen liegen Bierdeckel aus. Wer sich vorstellen kann, sich bei dem Projekt monetär oder mit Muskelkraft einzubringen, wird gebeten, das inclusive seiner Adresse auf einem Deckel zu notieren und diesen in eine der aufgestellten Boxen zu werfen. Auch online sind Beteiligungszusagen möglich, auf der Homepage der Siedler: www.siedler-pelzwasen.de

Der Festplatz der Siedlergemeinschaft Pelzwasen mit Zelt. An dieser Stelle soll auch der neue Siedlertreff entstehen.

Der Festplatz der Siedlergemeinschaft Pelzwasen mit Zelt. An dieser Stelle soll auch der neue Siedlertreff entstehen. © Oliver Giers

„Gemeinsam schaffen wir es!“ heißt es auf dem Flyer. Ob die Siedlergemeinschaft, allen voran der Vorstand, das Projekt wirklich realisiert, ist aber noch offen. Für den Vorsitzenden Markus Mayer-Wunderlich ist unumstößlich: „Wenn wir kein eindeutiges Votum bei der Mitgliederversammlung im September bekommen, wird es auch kein Siedlerhaus geben.“

Umfrage beim Siedlerfest zu "Wohnen im Alter"

Der Beteiligungsprozess wird gefördert aus Mitteln des Förderprogramms Quartiersimpulse des baden-württembergischen Sozialministeriums. Die Stadtverwaltung nutzt das Siedlerfest, um Interesse und Bedarf an Wohnformen im Alter abzufragen, etwa „Mehrgenerationenwohnen“, Senioren-WG, Betreutes Wohnen oder anderes.

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