Am Kongress des Internationalen Skiverbandes (FIS) in Belgrad gewinnt der Liechtensteiner Ospelt denkbar knapp die Wahl zum Präsidenten. Auf ihn wartet manche Herausforderung.
Am Kongress des Internationalen Skiverbandes (FIS) in Belgrad gewinnt der Liechtensteiner Ospelt denkbar knapp die Wahl zum Präsidenten. Auf ihn wartet manche Herausforderung.

Andrej Cukic / EPA
Eine Stimme. Diese Kleinigkeit entschied darüber, wer den Schneesport in den kommenden Jahren prägen wird. Am Donnerstag wählten die stimmberechtigten Mitgliedsverbände des Internationalen Skiverbandes (FIS) am Kongress in Belgrad, Serbien, einen neuen Präsidenten: Der 58-jährige Liechtensteiner Alexander Ospelt gewann die Wahl mit 65 von 129 möglichen Stimmen. Der bisherige schwedisch-britische Präsident Johan Eliasch erhielt 64 Stimmen.
NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.
Bitte passen Sie die Einstellungen an.
Vorausgegangen war ein intensiver Wahlkampf. Nachdem weder der Skiverband von Grossbritannien noch jener von Schweden Eliasch aufgestellt hatten, erhielt er diesen Frühling den georgischen Pass und ging für dessen Skiverband in die Wahl.
Gegen eine neuerliche Amtszeit von Eliasch lehnte sich eine breite Allianz aus grossen Skiverbänden unter anderem aus der Schweiz, Österreich, den USA, Deutschland und Norwegen auf. Sie warf Eliasch vor, eine Zusammenarbeit unmöglich gemacht zu haben durch Intransparenz, mangelnde Kommunikation und nicht gehaltene Versprechen. Der grösste Kritikpunkt aber betrifft die finanzielle Schieflage des Verbandes: In den fünf Jahren seiner Präsidentschaft soll Eliasch bis zu 100 Millionen Schweizerfranken an FIS-Reserven verbraucht haben. Bei diesem Tempo hätte der Verband spätestens in zwei Jahren massive Probleme bekommen.

Thanassis Stavrakis / AP
Der für vier Jahre gewählte Alexander Ospelt war der Wunschkandidat der Allianz. Der Rechtsanwalt, der lange Jahre Präsident des liechtensteinischen Skiverbandes war und seit zwei Jahren im FIS-Council sitzt, bezeichnet sich selbst als Brückenbauer.
Diese Fähigkeit wird nötig sein, denn das knappe Wahlergebnis bedeutet auch, dass die Skiwelt nach wie vor gespalten ist. Wie erwartet gab es zahlreiche Verbände, die im Vorfeld der Wahl beiden Seiten ihre Stimme versprachen. Doch selbst mit erwarteten 30 Prozent weniger als den zugesicherten Stimmen kamen Eliaschs Gegner in ihrer Rechnung noch auf mehr als die 65, die Ospelt am Ende tatsächlich erreichte – was sie gleichermassen überraschte und enttäuschte.
Urs Lehmanns Rückkehr bleibt vorerst offenAlexander Ospelt sieht seine Aufgabe darin, zu vereinen, das Vertrauen der Mitglieder zu gewinnen. Um dann die FIS gemeinsam vorwärtszubringen. Vor allem die kleinen Verbände, die auf die finanziellen Zuwendungen des Weltverbandes angewiesen sind, waren im Vorfeld skeptisch gegenüber einem Führungswechsel. Die grossen Verbände versprechen nun, finanziell zugunsten der kleinen zurückzustecken, sollte dies die finanzielle Lage des Verbandes erfordern.
Für den Swiss-Ski-Präsidenten Peter Barandun hatten die Streitereien mit Eliasch immerhin etwas Gutes: «Der Wahlkampf hat die internationalen Beziehungen spürbar gestärkt – wir haben zu einem neuen Miteinander gefunden.»
Ospelt ist ab diesem Samstag Präsident. Er muss sich nicht nur ein teilweise neues Team zusammenstellen – mit Eliasch geht auch der Generalsekretär Michel Vion –, sondern möglichst rasch Lösungen für die finanzielle Lage erarbeiten, um die Ausgaben zu reduzieren und das Image des Verbandes wieder so aufzubauen, dass mehr Einnahmen generiert werden können. Auf sportlicher Ebene will Ospelt etwa den alpinen Skisport für das TV-Publikum attraktiver machen – kürzere Übertragungszeiten und die Athleten mehr in den Fokus rücken, um die Bindung zu den Zuschauern zu stärken.
Bleibt die Frage, ob auch Urs Lehmann die Zukunft des Skisports wieder mitgestalten wird. Er hatte am Freitag als CEO der FIS gekündigt, weil er im Wahlkampf zunehmend zwischen die Fronten geraten war. Ospelt sagt, er werde die Situation zuerst mit dem FIS-Personal und dann mit Lehmann besprechen. Der FIS-Council wurde im vergangenen Jahr übergangen, als Eliasch Lehmann einstellte. Ein solches Vorgehen wird die neue Führung vermeiden wollen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mehrere Verbände verbünden sich gegen den FIS-Präsidenten: Die Luft für Johan Eliasch wird dünner | 0 | 9.01 | 17-05-2026 |
| 2 | Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl: Urs Lehmann kündigt als Geschäftsführer des Ski-Weltverbandes FIS | 0 | 15.19 | 05-06-2026 |
| 3 | Шведский миллиардер Элиаш избран президентом Международной федерации лыжного спорта | 0 | 0 | 04-06-2021 |
| 4 | Bizarre Posse um Skandal-Boss | -2 | 5 | 24-04-2026 |
| 5 | Джанфранко Каспер избран почетным президентом Международной федерации лыжного спорта | 0 | 0 | 04-06-2021 |
| 6 | Machtkampf bei Swiss Ice Hockey: Bringt Marc Lüthi die Stimmen zusammen, um Präsident zu werden? | 0 | 9.03 | 19-06-2026 |
| 7 | Швед Далин стал новым президентом Международного союза биатлонистов | 0 | 0 | 07-09-2018 |
| 8 | Новый президент Международной федерации лыжного спорта будет избран 4 октября | 0 | 0 | 26-05-2020 |
| 9 | Вяльбе не будет избираться в совет FIS, кандидатом от России станет Бокарев | 0 | 0 | 27-05-2020 |
| 10 | Владимир Лисин избран президентом Международной федерации спортивной стрельбы | 0 | 0 | 30-11-2018 |