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Das Erbe der Wismut: Wie Bakterien gegen Uranverschmutzung helfen könnten

Дата публикации: 11-07-2026 10:50:00

Die Folgen des Uranabaus belasten bis heute Teile Sachsens und Thüringens. Jetzt haben Dresdner Forscher haben gezeigt, wie Bakterien das radioaktive Schwermetall weniger schädlich machen könnten.

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Ein Bakterium unter der Lupe in einem Bergbauschacht.

AUDIO: Wie Bakterien das Erbe des Uranabbaus abmildern könnten (1 Min)

Das Erbe der Wismut

Stand: 11.07.2026 12:50 Uhr

Uran belastet bis heute Teile Sachsens und Thüringens – und wird es wohl noch sehr lange. Durch den Abbau der Wismut zu DDR Zeiten wurde der schädliche Stoff in Böden und Wasser gespült und gefährdet die Umwelt und den Menschen. Doch ein Lebewesen könnte Abhilfe schaffen.

Forschende des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) haben gemeinsam mit der Wismut GmbH und der Universität Granada gezeigt, wie ein Bakterium Uran in eine stabile chemische Verbindung umwandelt.

Bakterien nutzen Uran für den Stoffwechsel

"Das Schwermetall Uran, das für uns Menschen toxisch ist, können manche Bakterienarten für ihren Stoffwechsel nutzen", sagt Evelyn Krawczyk-Bärsch, Wissenschaftlerin am HZDR.

Dresdner Feuerwehr und Uniklinikum simulieren Ernstfall mit radioaktiv-verstrahltem Patienten am 10. April 2015

Alltägliche Strahlung

Wo Radioaktivität in Mitteldeutschland zu finden ist

Wir alle tragen radioaktive Substanzen in uns, das lässt sich nicht verhindern. Aber wenn man weiß, wo ionisierende Strahlung im Alltag vorkommt, kann man zumindest die Menge möglichst gering halten.

"Aus Untersuchungen unserer Arbeitsgruppe war bereits bekannt, dass Bakterien in Wasser gelöstes Uran für ihren Stoffwechsel nutzen können, wenn ihnen als Nahrungsquelle Glycerin zur Verfügung steht." Glycerin ist ein Grundbestandteil von pflanzlichen und tierischen Fetten und entsteht etwa beim Abbau von Holz durch Pilze.

95 Prozent des Urans in Grubenwasser umgewandelt

Für die neue Studie nutzten die Forschenden Wasser aus einer gefluteten Urangrube der Wismut GmbH im Erzgebirge. Den Proben setzten sie Glycerin zu und untersuchten, wie viel Uran abgebaut und in welche Stoffe der Gefahrenstoff überführt wurde.

Video: Wismut-Sanierung dauert noch Jahrzehnte (11 Min)

"Nach 130 Tagen waren in den Proben nur noch rund fünf Prozent des im Wasser gelösten Urans vorhanden", sagt Antonio Newman-Portela, Erstautor der Studie von der Universität Granada und vom HZDR. "Wir vermuteten, dass die Bakterien das Uran in ihre Zellmembran eingebaut haben könnten. Solche Einbauprozesse sind aus der Literatur bereits bekannt." Und tatsächlich konnten die Forschenden in der Zellmembran der Bakterien Uran nachweisen.

Unbekannte, aber stabile Verbindung als Endprodukt

Dabei handelte es sich um das eher seltene fünfwertige Uran, das bisher als instabil galt. Doch so nicht in den Proben des HZDR: Die Forschenden fanden heraus, dass diese spezielle Form des Urans mit Eisen und Sauerstoff eine Verbindung eingegangen war, deren Formel FeU(V)O4 lautet.

Ein Stilisiertes Atommüllfass steht am 17.09.2014 in Bleckenstedt bei Salzgitter (Niedersachsen). Das zentrale deutsche Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, Schacht Konrad in der Nähe von Salzgitter-Bleckenstedt, soll im Jahr 2022 fertig sein. Das Endlager ist wichtig, damit der Rückbau der stillgelegten Atomkraftwerke abgewickelt werden kann.

"Einen Namen hat diese Uranverbindung allerdings noch nicht, da sie vergleichsweise neu ist. Nachgewiesen wurde sie erstmals im Jahr 2020 in einer Studie, in der man Bodenproben von mit uranhaltiger Munition kontaminierten Böden in Kroatien untersucht hat", erklärt Krawczyk-Bärsch. Untersuchungen an dieser Verbindung zeigten, dass sie über Jahrzehnte stabil bleibt.

Dadurch ist der Stoff noch nicht gänzlich ungefährlich. Doch verhindert der stabile Zustand die Ausbreitung des giftigen Schwermetalls in der Umwelt. "Inwieweit künftig vielleicht auch Bakterien helfen könnten, Uran unschädlich zu machen und im Rahmen von Sanierungsprojekten genutzt werden könnten, muss noch weiter erforscht werden", schließt Krawczyk-Bärsch.

pm/jar

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Классификация: Наука. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 7.42. Источник: www.mdr.de.