Sa Calobra, eines der bekanntesten und beliebtesten Naturziele auf Mallorca, steht in diesem Sommer erneut im Zentrum der Overtourism-Debatte. Ein in diesen Tagen in den sozialen Netzwerken verbreitetes Video zeigt dicht gedrängte Badegäste und Ausflügler im Torrent de Pareis.
Sa Calobra, eines der bekanntesten und beliebtesten Naturziele auf Mallorca, steht in diesem Sommer erneut im Zentrum der Overtourism-Debatte. Ein in diesen Tagen in den sozialen Netzwerken verbreitetes Video zeigt dicht gedrängte Badegäste und Ausflügler im Torrent de Pareis.
Die Aufnahmen zeigen ein Bild, das in der Hochsaison an vielen bekannten Orten der Insel längst zum Alltag gehört: überfüllte Buchten, verstopfte Straßen, volle Parkplätze und Naturräume, die innerhalb weniger Stunden von großen Menschenmengen besucht werden.
In Sa Calobra fällt der Andrang besonders stark ins Gewicht, weil das Gelände nur wenig Platz bietet. Der Torrent de Pareis liegt zwischen hohen Felswänden, und auch an seiner Mündung steht nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung. Treffen gleichzeitig Besucher ein, die mit dem Auto, Reisebus oder Schiff kommen, entsteht schnell ein massives Gedränge.
Überlastung zu Land und zu WasserDer Druck beschränkt sich nicht auf den Strand. Die Zufahrtsstraße Ma-2141 ist eng, kurvenreich und muss im Sommer den Verkehr von Privat- und Mietwagen, Reisebussen, Motorrädern und Radfahrern verkraften.

Die Schlucht von Sa Calobra ist ein beliebter Touristenort. / Nele Bendgens
Auch der Inselrat räumt ein, dass Sa Calobra, Cala Tuent und Sóller in den Sommermonaten stark unter dem Fahrzeugaufkommen leiden. Um Staus zu verringern, wurden an mehreren Straßen Informationstafeln installiert, die über die Auslastung der Parkplätze informieren und bei vollständiger Belegung zur Wahl einer anderen Route raten.
Hinzu kommen Ausflugsschiffe aus Port de Sóller, die regelmäßig weitere Besuchergruppen an Land bringen. Dadurch konzentriert sich der Andrang besonders in den Mittagsstunden.
Reservierungspflicht für Busse, aber keine BesucherobergrenzeZwar gibt es Maßnahmen zur Verkehrslenkung, doch weder ein allgemeines Reservierungssystem noch eine maximale Besucherzahl für den Torrent de Pareis.
Die Gemeinde Escorca verpflichtet Fahrzeuge mit mehr als neun Sitzplätzen dazu, ganzjährig einen Parkplatz zu reservieren. Für Reisebusse und Minibusse stehen derzeit 30 Plätze pro Tag zur Verfügung. Die Buchung muss spätestens bis Mitternacht des Vortags erfolgen.
Auch die Auslastung der Parkplätze von Sa Calobra und Cala Tuent lässt sich im Internet abrufen. Die Angaben werden während eines Großteils des Tages alle 30 Minuten aktualisiert. Diese Maßnahmen dienen jedoch vor allem dazu, den Verkehr zu ordnen und Staus zu vermeiden. Die Gesamtzahl der Besucher wird damit nicht begrenzt.
Privatwagen benötigen keine vorherige Reservierung für die Zufahrt. Auch für Besucher, die per Schiff anreisen, gibt es keine Kontrolle. Selbst wenn die Zahl der Reisebusse reduziert oder besser gesteuert wird, kann der Torrent de Pareis deshalb weiterhin innerhalb kurzer Zeit stark überlaufen sein.