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Expertin rät: So schließt du die Rentenlücke Schritt für Schritt.

Дата публикации: 02-07-2026 14:19:11

Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista, erklärt, wie Frauen ihre Rentenlücke konkret angehen. Nicht irgendwann. Jetzt.

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Stand: 02.07.2026, 16:19 Uhr

Von: Giuliana Gospodarek

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Symbolbild zur Rentenlücke

Rentenlücke schließen ©  IMAGO / Fotostand

Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista, erklärt, wie Frauen ihre Rentenlücke konkret angehen. Nicht irgendwann. Jetzt.

Die Rentenlücke ist eines der drängendsten Finanzthemen für Frauen in Deutschland. 90,5 Prozent aller Rentnerinnen erhalten weniger als 1.500 Euro brutto monatlich. Der Gender Pension Gap beträgt 34 Prozent. Und die gesetzliche Rente ersetzt aktuell nur rund 48 Prozent des letzten Nettogehalts.

Content-Partnerschaft:

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Fortunalista ist eine Plattform für Finanzbildung, die Frauen dabei unterstützt, ihre Finanzen selbstbestimmt zu gestalten. Mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen rund um Geld zeigt Fortunalista, wie Frauen mit dem Investment Code ihren Weg in die finanzielle Unabhängigkeit finden.

Diese Zahlen sind bekannt. Was fehlt, ist der konkrete Plan dahinter.

Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista, erklärt Schritt für Schritt, was Frauen jetzt tun können, um ihre Rentenlücke zu verkleinern.

Schritt 1: Die eigene Lücke berechnen

„Bevor man handelt, muss man wissen, womit man es zu tun hat“, sagt Margarethe Honisch. „Die Rentenlücke ist keine abstrakte Bedrohung. Sie ist eine Zahl. Und diese Zahl lässt sich in zehn Minuten berechnen.“

Die Rechnung ist einfach:

Monatlicher Bedarf im Alter minus voraussichtliche Nettorente gleich Rentenlücke.

Den monatlichen Bedarf schätzt man mit rund 70 bis 80 Prozent des aktuellen Nettogehalts. Die voraussichtliche Rente steht auf der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung, oder lässt sich grob mit 48 Prozent des letzten Nettogehalts schätzen.

Wer heute 2.500 Euro netto verdient, rechnet mit rund 2.000 Euro Bedarf im Alter und rund 1.200 Euro gesetzlicher Nettorente. Die Rentenlücke beträgt 800 Euro monatlich.

Schritt 2: Das Rentenkonto auf Lücken prüfen

„Viele Frauen haben Rentenansprüche, die ihnen zustehen, aber nie angemeldet wurden“, betont Margarethe Honisch. „Das ist verschenktes Geld.“

Kindererziehungszeiten werden nicht automatisch erfasst. Pro Kind werden bis zu drei Jahre anerkannt, aber nur wenn sie aktiv beantragt werden. Über Formular V0800 bei der Deutschen Rentenversicherung. Zwei vergessene Jahre bedeuten fast 20.000 Euro weniger Rente über 20 Jahre.

Auch Ausbildungszeiten, Pflegezeiten und Phasen im Ausland können fehlende Einträge im Rentenkonto haben. Wer das Formular V0100, den Antrag auf Kontenklärung, stellt, bekommt einen vollständigen Überblick.

Schritt 3: Die betriebliche Altersvorsorge nutzen

„Das ist einer der am häufigsten unterschätzten Hebel“, sagt Margarethe Honisch. „Viele Arbeitgeber zahlen 15 bis 20 Prozent Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge. Wer das nicht nutzt, lässt jeden Monat Geld liegen.“

Seit 2019 sind Arbeitgeber verpflichtet, bei Entgeltumwandlung mindestens 15 Prozent dazuzuzahlen. Das bedeutet: Wer 100 Euro monatlich in die betriebliche Altersvorsorge einzahlt, bekommt mindestens 15 Euro vom Arbeitgeber obendrauf. Steuer- und sozialabgabenfreie Einzahlungen machen den Effekt noch größer.

Wer noch keine betriebliche Altersvorsorge hat, sollte das Gespräch mit der Personalabteilung suchen.

Schritt 4: Ein eigenes Depot eröffnen und besparen

„Das ist der wichtigste Schritt“, betont Margarethe Honisch. „Weder die gesetzliche Rente noch die betriebliche Altersvorsorge reichen allein aus. Wer die Rentenlücke wirklich schließen will, braucht ein eigenes Depot.“

Ein monatlicher ETF-Sparplan auf einen breit gestreuten Weltmarkt-Index ist der einfachste und wirkungsvollste Weg. Was dabei zählt, ist nicht der Betrag, sondern die Regelmäßigkeit.

Was 150 Euro monatlich bei 7 Prozent Rendite bedeuten:

  • Mit 30 anfangen, 35 Jahre investieren: rund 250.000 Euro
  • Mit 40 anfangen, 25 Jahre investieren: rund 121.000 Euro
  • Mit 50 anfangen, 15 Jahre investieren: rund 58.000 Euro

Alle drei Szenarien ergeben ein echtes Zusatzeinkommen im Alter. Aber wer früher anfängt, braucht weniger einzuzahlen und bekommt mehr heraus.

Schritt 5: Den Sparplan regelmäßig anpassen

„Viele richten einen Sparplan ein und vergessen ihn danach“, sagt Margarethe Honisch. „Das ist besser als nichts. Aber wer den Betrag nie anpasst, lässt Potenzial liegen.“

Wer mehr verdient, sollte mehr investieren. Die einfachste Regel: Von jeder Gehaltserhöhung geht die Hälfte in den Sparplan. Der Rest darf den Lebensstandard verbessern.

50 Euro mehr monatlich bei 7 Prozent Rendite über 20 Jahre: rund 26.000 Euro zusätzliches Endkapital. Aus einer kleinen Anpassung wird über Zeit erhebliches Kapital.

Schritt 6: Die Rentenlücke einmal im Jahr neu berechnen

„Finanzen sind kein Set-and-forget-Thema“, betont Margarethe Honisch. „Was heute stimmt, stimmt in fünf Jahren vielleicht nicht mehr. Wer einmal im Jahr nachschaut, bleibt auf Kurs.“

Der jährliche Check dauert etwa eine Stunde:

  • Rentenbescheid lesen und voraussichtliche Rente notieren
  • Depot-Stand prüfen und Sparplan bei Bedarf anpassen
  • Betriebliche Altersvorsorge auf Aktualität prüfen
  • Freistellungsauftrag ausschöpfen

Wer das einmal im Jahr macht, hat die Kontrolle. Wer es nie macht, bemerkt Lücken erst, wenn es zu spät ist.

Fazit

Die Rentenlücke ist kein Schicksal. Sie ist eine Aufgabe. Wer sie in sechs Schritten angeht, hat einen konkreten Plan, der funktioniert.

„Es geht nicht darum, alles auf einmal perfekt zu machen“, sagt Margarethe Honisch. „Es geht darum, heute anzufangen. Mit dem ersten Schritt, der erreichbar ist. Denn jeder Schritt zählt.“

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