Wohnung kaufen: Wo reicht ein durchschnittliches Einkommen für 315 Quadratmeter und wo nur für 43? Unsere Deutschland-Analyse.
Die Immobilienpreise in Großstädten sind hoch – die durchschnittlichen Einkommen aber auch. Gleicht sich das also aus? Unsere Analyse zeigt, wo Sie beim Wohnungskauf am weitesten kommen.
München bleibt für Immobilienkäufer das deutsche Extrembeispiel. Fast 9100 Euro kostete der Quadratmeter in einer Eigentumswohnung hier im vergangenen Jahr im Durchschnitt. Das geht aus Daten des Postbank Wohnatlas 2026 hervor. Damit führt die bayerische Hauptstadt fast 1200 Euro vor der zweitteuersten Region.
Allerdings: Wer in München wohnt, der hat in der Regel auch mehr Geld als andere. 78.600 Euro betrug das durchschnittliche, verfügbare Haushaltseinkommen im vergangenen Jahr. Das ist die Summe, die ein Haushalt tatsächlich frei ausgeben kann nach Abzug aller Steuern und Abgaben. Damit landet München bundesweit nicht an der Spitze, aber in den Top Ten.
Die Frage wäre also, ob die höheren Einkommen die höheren Preise ausgleichen. Die Antwort darauf lautet nein. Mit dem typischen Haushaltseinkommen könnten Sie sich in München gerade einmal 48 Quadratmeter Eigentumswohnung leisten. Das ist bundesweit gesehen der zweitschlechteste Wert. Nur im Landkreis Nordfriesland, zu dem die teure Ferieninsel Sylt gehört, sind es mit 43 Quadratmetern noch weniger. Knapp vor München landen viele weitere Großstädte wie etwa:
Was all diese Städte gemein haben, ist, dass sich der Wohnungskauf in dieser Größe meist kaum lohnt. Schließlich wohnen laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich zwei Personen in einer Wohnung. Unter allen Eigentümerhaushalten wohnen deswegen nur zwölf Prozent auf einer Größe von weniger als 80 Quadratmetern. Mehr als zwei Drittel wohnen auf mehr als 100 Quadratmetern.
Das ist auch für neue Käufer nicht unrealistisch. Auf ganz Deutschland betrachtet reicht ein durchschnittliches Haushaltseinkommen für durchschnittlich 130 Quadratmeter. Wir haben das wie folgt ausgerechnet: Mit dem typischen, verfügbaren Haushaltseinkommen in einer Region müssen Sie einen typischen Wohnungskauf finanzieren. Maximal 30 Prozent des Einkommens wenden Sie dabei für die Finanzierung auf. Davon bedienen Sie einen Kredit, der eine Anfangstilgung von 1,94 Prozent und den aktuellen, durchschnittlichen Zinssatz von 4,06 Prozent enthält. Hinzu kommen 20 Prozent Eigenkapital und auf den Kaufpreis die typischen Kaufnebenkosten wie Makler, Grunderwerbsteuer, Grundbucheintrag und Notar. Nicht eingerechnet sind Kosten wie Hausgeld oder die Instandhaltungsrücklage.
In Deutschland liegt das durchschnittliche Haushaltseinkommen nach Angaben des Postbank Wohnatlas bei rund 61.000 Euro im Jahr. Das ergibt eine maximale Monatsrate von 1536 Euro. Die setzt sich aus 496 Euro Anfangstilgung und 1040 Euro Zinskosten zusammen. Bei diesen Werten läge der maximale Kredit bei rund 307.000 Euro. Hinzu kämen rund 77.000 Euro Eigenkapital. Maximal finanzierbar wäre also ein Kaufpreis von 384.000 Euro inklusive Nebenkosten. Das wären im Schnitt 342.000 Euro ohne Nebenkosten. Für diesen Preis bekommen Sie wiederum im Schnitt 115 Quadratmeter Eigentumswohnung. Da es aber mehr günstigere als teurere Regionen gibt, liegt der Schnitt über alle Regionen hinweg bei 130 Quadratmetern.
Das Verhältnis zwischen Einkommen und Kaufpreisen ist dabei in den Top-Sieben-Städten München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart am schlechtesten. Im Schnitt können Sie sich hier nur 60 Quadratmeter leisten. Doch in allen anderen Großstädten sieht die Lage besser aus. Durchschnittlich können Sie 106 Quadratmeter finanzieren. Am meisten ist möglich in:
Ziehen Sie hingegen in eine Mittelstadt mit 10.000 bis 100.000 Einwohnern um, steigen die Möglichkeiten weiter. Hier sind im Durchschnitt 118 Quadratmeter mit einem durchschnittlichen Einkommen finanzierbar. Zu den Top-Mittelstädten gehören dabei:
Umgekehrt sind Rosenheim (73 qm), Kempten im Allgäu (79 qm) und Bamberg (81 qm) die ungünstigsten Mittelstädte. Aber: Selbst die Mittelstadt mit dem schlechtesten Verhältnis von Einkommen zu Kaufpreisen ist immer noch besser als etwa München, Berlin, Hamburg und Heidelberg.
Zwei Muster zeichnen sich bereits deutlich ab: Erstens wird das Verhältnis von Einkommen zu Kaufpreisen besser, je ländlicher eine Region ist. Zweitens ist es in Landkreisen mit geringen Kaufpreisen tendenziell besser. Das liegt daran, dass in Deutschland die Quadratmeterpreise viel stärker schwanken als die Haushaltseinkommen. Die Kaufpreise in der teuersten Region liegen etwa zehnmal so hoch wie der günstigsten. Das Einkommen in der reichsten Region ist aber nur rund doppelt so hoch wie in der ärmsten.
Entsprechend können Sie mit einem durchschnittlichen Einkommen sich dort am meisten leisten, wo die Preise am geringsten sind. Die Gewinnerregion ist daher der Landkreis Greiz in Thüringen. Hier reicht ein für die Region durchschnittliches Haushaltseinkommen von rund 53.000 Euro für 315 Quadratmeter Wohnfläche – sofern es denn so große Eigentumswohnungen dort gibt. Im sächsischen Vogtlandkreis könnten Sie sich theoretisch 304 Quadratmeter leisten.
Thüringen und Sachsen-Anhalt liegen damit weit vorne. Nur 3 der 20 vom Verhältnis her günstigsten Regionen stammen nicht aus diesen beiden Bundesländern. Es sind der Elbe-Elster-Kreis in Brandenburg (257 qm), der Landkreis Görlitz in Sachsen (228 qm) und der Landkreis Holzminden in Niedersachsen (227 qm).
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Teil 1: So geht's wirklich: Der perfekte 5-Phasen-Plan fürs Eigenheim
Teil 2: Wo und wie Sie die passende Immobilie finden – und worauf Sie bei Exposés wirklich achten müssen
Teil 3: Kaufpreis verhandeln – wie Sie den richtigen Preis ermitteln und was Sie bei der Finanzierungszusage beachten müssen
Teil 4: Finanzierung und Notartermin – Kreditvertrag unterschreiben, Notar beauftragen, Kaufvertrag prüfen
Teil 5: Übergabe und Einzug – Übergabeprotokoll, letzte Zahlungen, Ummeldungen und was Sie in den ersten Wochen erledigen müssen
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