Wo Normalverdiener in Deutschland noch eine Wohnung kaufen können – und warum es für Paare leichter wird als für Singles.
Mit einem mittleren Einkommen verdienen Sie nur in wenigen Regionen Deutschlands genug, um sich eine Wohnung kaufen zu können. Unsere Karte zeigt, wie stark sich die Lage verschlechtert hat.
Eine Immobilie in Deutschland zu kaufen, wird immer teurer. Die Bauzinsen sind in den vergangenen vier Jahren von rund 1,0 auf gut 4 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ziehen die Kaufpreise wieder an. Im vergangenen Jahr verteuerten sich Eigentumswohnungen nach Angaben des Postbank Wohnatlas 2026 um durchschnittlich 2,8 Prozent. Selbst abzüglich der Inflation ist das noch ein Plus von 0,6 Prozent.
Für Menschen mit einem mittleren Einkommen wird es damit immer schwerer, eine Wohnung in Deutschland zu kaufen. Wer mit seinem Verdienst genau in der Mitte liegt, bekommt etwa 2300 Euro netto pro Monat. Das gibt das IW Köln für Alleinstehende an. Paare liegen netto bei etwa 4100 Euro, wenn beide erwerbstätig sind.
Experten empfehlen, dass Sie maximal 30 Prozent Ihres Nettoeinkommens für Wohnkosten ausgeben sollten. Beim Kauf wäre das die Monatsrate für den Kredit. Wer diese Regel einhalten und 68 Quadratmeter Wohnraum kaufen möchte, hat allerdings wenig Auswahl. Bei den durchschnittlichen Kaufpreisen inklusive der typischen Nebenkosten zahlen Sie für diese Größe durchschnittlich 226.000 Euro. Üblicherweise bringen Käufer 20 Prozent Eigenkapital ein. Es bleiben also 181.000 Euro Kreditsumme übrig. Durchschnittlich finanzieren Deutsche das mit einer Annuität – Zinsen plus Anfangstilgung – von sechs Prozent. Das wären 905 Euro im Monat.
Aber: 30 Prozent des mittleren Nettoeinkommens sind nur rund 690 Euro im Monat. Zwischen dem mittleren Einkommen und den durchschnittlichen Kosten klafft also bereits eine enorme Lücke. Alleinstehende müssen so auf günstigere Regionen in Deutschland ausweichen. Gerade einmal 113 der 400 deutschen kreisfreien Städte und Landkreise sind damit finanzierbar.
49 von ihnen liegen in den neuen Bundesländern: 19 in Thüringen, 13 in Sachsen-Anhalt, 11 in Sachsen, 5 in Brandenburg und eine in Mecklenburg-Vorpommern. Neben vielen ländlichen Regionen sind auch die Großstädte Chemnitz und Magdeburg und die Mittelstädte Dessau-Roßlau, Gera und Suhl dabei.
Aus dem Westen gehören 16 Regionen aus Nordrhein-Westfalen, hauptsächlich aus dem Ruhrgebiet, dazu. Das beinhaltet etwa die Großstädte Duisburg, Wuppertal und Gelsenkirchen. Niedersachsen hat 18 bezahlbare Regionen, darunter etwa Emden, Delmenhorst und Wilhelmshaven.
Alle anderen Regionen sind ausgeschlossen, wenn Sie sich finanziell nicht zu sehr strecken wollen. In drei Regionen würde nicht einmal das helfen. Dort übersteigt die Monatsrate nach unseren obigen Parametern sogar das komplette Nettoeinkommen eines mittleren Verdieners. In München wäre sie 19 Prozent höher als das Einkommen.
Für kinderlose Paare sieht es besser aus. Mit 4100 Euro Nettohaushaltseinkommen steigt das Budget für die Monatsrate auf rund 1230 Euro. Dafür brauchen sie auch mehr Platz. Typische 100 Quadratmeter wären für Paare in 185 Regionen bezahlbar. Für Großstadt-Liebhaber öffnet sich damit Nordrhein-Westfalen. So liegen für Paare etwa Duisburg, Wuppertal, Bochum und Dortmund im finanzierbaren Bereich. Und immerhin gibt es für sie auch keine Stadt mehr, in der die Monatsrate über dem Einkommen läge. In München würde die Monatsrate aber 98 Prozent des Nettoeinkommens verschlingen.
Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Zahlen verschlechtert. Damals waren es für Alleinstehende 122 Regionen, die finanzierbar waren. Paare konnten sogar zwischen 278 Regionen auswählen. Das ist mit den gestiegenen Preisen jetzt nicht mehr möglich, weil die mittleren Löhne im Gegenzug nicht gleich stark angestiegen sind.
Das zeigt: Wer auf 100 Quadratmetern in Deutschland wohnen möchte, muss sich zumindest einmal mit einer zweiten erwerbstätigen Person zusammenschließen. Für mehr als die Hälfte der Regionen reicht aber auch das nicht aus. Wer also in der unerschwinglichen Hälfte wohnen möchte, muss die Parameter des Kaufs zu seinen Gunsten verändern:
„Man sollte in jungen Jahren nach einer günstigen Immobilie suchen”
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