Gleiche Monatsrate, anderer Vermögenseffekt: Eine Vergleichsrechnung zeigt, wie sich Mieten und Kaufen über 30 Jahre entwickeln könnte.
Gleiche Monatsrate, anderer Vermögenseffekt: Eine Vergleichsrechnung zeigt, wie sich Mieten und Kaufen über 30 Jahre entwickeln könnte.
Hohe Immobilienpreise, teure Baukredite und steigende Lebenshaltungskosten setzen viele Haushalte unter Druck. Was für frühere Generationen oft selbstverständlich war, ist deutlich schwieriger geworden: der Weg in die eigenen vier Wände. Trotzdem scheidet Kaufen nicht automatisch aus.
Wer heute vor der Entscheidung steht, ob er mieten oder kaufen soll, schaut oft zuerst auf die monatliche Belastung. In diesem Beispiel ist sie in beiden Fällen gleich hoch: 1200 Euro pro Monat. Dennoch fällt die Rechnung langfristig unterschiedlich aus.
Wichtig: Die Beispielrechnung ist bewusst vereinfacht. Sie soll vor allem zeigen, wie sich Miete und Kauf bei gleicher monatlicher Belastung langfristig entwickeln.
Von den 50.000 Euro Eigenkapital gehen direkt 30.000 Euro für Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und weitere Kaufnebenkosten drauf. Für den eigentlichen Kaufpreis bleiben also nur 20.000 Euro übrig.
Damit ergibt sich:
Bei einem Darlehen von 280.000 Euro, einem Zinssatz von 3,5 Prozent und einer Monatsrate von 1200 Euro, wäre der Kredit nach rund 32 Jahren und 8 Monaten vollständig zurückgezahlt.
Über die gesamte Laufzeit summieren sich die Zahlungen auf:
Das zeigt: Ein erheblicher Teil der Rate fließt zunächst nicht in den Vermögensaufbau, sondern an die Bank.
Wer zur Miete wohnt, zahlt über denselben Zeitraum ebenfalls:
Der Unterschied ist: Das Eigenkapital kann investiert werden.
Aus 50.000 Euro werden bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr nach 32 Jahren und 8 Monaten rund 246.000 Euro.
Nach gut 32 Jahren ergibt sich in diesem vereinfachten Beispiel folgendes Bild:
In der reinen Endvermögensrechnung liegt der Kauf leicht vorn.
Der rechnerische Vorsprung des Kaufs liegt also bei etwa 54.000 Euro.
Die Beispielrechnung zeigt eine Richtung, ist aber nur eine vereinfachte Modellrechnung. In der Realität hängt die Entscheidung zwischen Miete und Kauf vor allem davon ab, wie sich Mieten, Zinsen, Immobilienpreise und Kapitalmarktrenditen entwickeln. Einige Punkte sind zu beachten.
Bei der langfristigen Miete einer Immobilie:
Bei dem Kauf einer Immobilie:
Fazit: In unserem Beispielfall hat der Immobilienkauf finanziell die Nase vorn. Allerdings ist diese Entscheidung mit einer langfristigen Verpflichtung verbunden.
Wer flexibel bleiben will, keine dauerhafte Bindung sucht und stattdessen diszipliniert in ETFs investiert, kann auch als Mieter gut Vermögen aufbauen. Wer hingegen langfristig an einem Ort bleiben, sich vor steigenden Mieten schützen und die eigene Immobilie bis zur Rente abbezahlen möchte, fährt mit Eigentum womöglich besser. Ausschlaggebend ist letztlich, welche Wohnsituation besser zum eigenen Leben passt.
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