Eine neue Studie zeigt: Eigentumswohnungen sind preislich wieder im Rahmen. In den meisten Regionen liegt die monatliche Belastung unter 30 Prozent. Nur die Metropolen bleiben teuer.
Eine neue Studie zeigt: Eigentumswohnungen sind preislich wieder im Rahmen. In den meisten Regionen liegt die monatliche Belastung unter 30 Prozent. Nur die Metropolen bleiben teuer.
Gute Nachrichten für alle, die vom Eigenheim träumen: Wohnungen sind wieder erschwinglicher geworden. Das zeigt eine aktuelle Studie von Interhyp und dem Institut der deutschen Wirtschaft. Die beiden haben untersucht, wie sich die Lage in allen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten entwickelt hat.
Im Oktober 2025 brauchen Haushalte im Durchschnitt 29 Prozent ihres Nettoeinkommens, um eine Eigentumswohnung zu finanzieren. Das liegt deutlich unter der kritischen Schwelle von 35 Prozent, ab der Experten einen Kauf als zu teuer einstufen.
"Die Kombination aus gestiegenen Löhnen und einem leicht rückläufigen Zinsniveau unter die Marke von 4 Prozent hat bei einem bisher moderaten Anstieg der Preise für eine verbesserte Erschwinglichkeit im Wohnungssegment in den vergangenen zwei Jahren gesorgt", sagt IW-Ökonom Michael Voigtländer.
Trotzdem liegt die Erschwinglichkeit weit unter dem Niveau der Niedrigzinsphase. 2015 brauchten Käufer nur 17 Prozent ihres Einkommens für die monatliche Rate.
Interhyp-Chef Jörg Utecht warnt allerdings davor, auf eine Rückkehr dieser Zeit zu hoffen. "Die Niedrigzinsphase war eine Anomalie, die so auf absehbare Zeit nicht mehr auftreten wird. Der Markt hat über die vergangenen zwei Jahre ein neues Gleichgewicht gefunden."
Die Zinsen könnten sogar kurzfristig wieder steigen. Utecht rät deshalb: "Deswegen lohnt es sich, jetzt aktiv zu werden. Unser Index zeigt, dass Wohnungen zuletzt wieder spürbar erschwinglicher geworden sind. Gerade für Ersterwerber bieten Wohnungen aufgrund der vergleichsweise niedrigeren Preise und des geringeren Eigenkapitalbedarfs eine gute Möglichkeit, den Schritt ins Wohneigentum zu schaffen."
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Wo Sie wohnen wollen, macht einen riesigen Unterschied. Je weiter Sie sich von den großen Städten entfernen, desto besser sieht es aus. Bis auf die sieben größten Metropolen liegt der Erschwinglichkeitsindex überall deutlich über der kritischen Marke.
So sieht die Lage in den verschiedenen Regionen aus (Stand Oktober 2025):
"Im Großteil der von uns betrachteten Regionen lässt sich der Erwerb einer Eigentumswohnung gut stemmen. Gerade unter dem Aspekt der privaten Altersvorsorge ist das eine sehr wichtige und erfreuliche Erkenntnis", sagt Utecht.
Die gute Nachricht: In allen Regionen hat sich die Erschwinglichkeit in den letzten zwei Jahren verbessert. Besonders deutlich fällt das Plus in den teuren Metropolen aus.
Selbst Gutverdiener müssen in diesen Städten also deutlich über die empfohlene Belastungsgrenze gehen.
Utecht fordert deshalb mehr Wohnungsbau. "Gerade in den Metropolen müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren entbürokratisiert und Bauvorschriften vereinfacht werden. Nur so kann schneller und kostengünstiger gebaut werden. Die geplante Einführung des neuen Gebäudetyps E halte ich beispielsweise für einen Schritt in die richtige Richtung."
Besonders auffällig entwickelten sich die Küstenregionen. Die fünf Kreise mit den größten Verbesserungen liegen alle an Nord- oder Ostsee.
"Ungeachtet der Nachfrage aus dem Tourismus sehen wir hier deutliche Verbesserungen bei der Erschwinglichkeit. Der Grund: Stabile Preise treffen auf robuste Einkommenszuwächse. Märkte, die lange Zeit als angespannt galten, bieten Käufern jetzt wieder neue Spielräume", erklärt Voigtländer.
Trotz der Verbesserungen bleibt der Wohnungskauf für viele Menschen schwierig. Die Forscher haben deshalb durchgerechnet, wie stark zwei staatliche Maßnahmen helfen würden.
Erste Option: Die Grunderwerbsteuer wird halbiert. In Bayern würde sie von 3,5 auf 1,75 Prozent sinken, in Nordrhein-Westfalen von 6,5 auf 3,25 Prozent. Das würde die bundesweite Einkommensbelastung von aktuell 29,2 auf 28,3 Prozent senken.
Zweite Option: Ein zinsvergünstigtes Nachrangdarlehen bis 150.000 Euro zu 2,0 Prozent Zinsen. Damit würde die Belastung auf 26,5 Prozent fallen.
Die Kombination beider Maßnahmen hätte den größten Effekt. Die Belastung würde auf 25,6 Prozent sinken.
In Schleswig-Holstein gibt es bereits ein ähnliches Programm. Die Investitionsbank bietet dort einen Kredit als Eigenkapitalersatz an. Die Folge: Die Hauptbank gibt besseren Konditionen. "Etwa 30 Prozent der über die Interhyp Gruppe in Schleswig-Holstein abgeschlossenen Finanzierungen haben ein solches Nachrangdarlehen eingebaut. Das Angebot ist also durchaus beliebt und es funktioniert", sagt Utecht.
"Damit würden wir das Erschwinglichkeitsniveau aus dem Januar 2022 erreichen - damals lagen die Zinsen für Darlehen mit 10-jähriger Laufzeit bei 1 Prozent. Der Zugang zu Wohneigentum wäre erleichtert und ein Teil der staatlichen Ausgaben würde sich über mehr Transaktionen und mehr Neubau refinanzieren", ergänzt Voigtländer.
Die größten absoluten Ersparnisse ergeben sich erwartungsgemäß dort, wo die Immobilienpreise und die Grunderwerbsteuer besonders hoch sind.
Aber auch in günstigen Regionen würden die Maßnahmen wirken. "Die relativ größten Entlastungseffekte zeigen sich in günstigen Regionen. In ländlichen Kreisen wie Salzwedel, Wunsiedel oder Uckermark deckt ein vergünstigtes Nachrangdarlehen über 150.000 Euro einen erheblichen Teil des Finanzierungsbedarfs.
Während diese Summe in Hochpreisregionen wie dem Landkreis München nur einen kleinen Kaufpreisanteil abfedert, erreicht sie in günstigen Märkten oft einen hohen zweistelligen Prozentsatz. Dadurch wirken die Zinsvorteile dort besonders stark, auch bei geringeren absoluten Einsparungen", erklärt Voigtländer.
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