Im Zuge der Infantino-Pläne kündigt die Uefa einen Boykott aller Fifa-Turniere an. Bei der U20-WM der Frauen zeigt sich, wie ernst es der Verband meint.
Im Zuge der Pläne von Gianni Infantino kündigt die Uefa einen Boykott aller Fifa-Turniere an. Schon bei der U20-WM der Frauen im September wird sich zeigen, wie ernst es der Verband wirklich meint.
Am Anfang stand das Wort. Die 55 Uefa-Mitgliedsverbände sind „geschlossen“ gegen das Fifa-Vorhaben eines WM-Anteilsverkaufs. Das verlautbarte die Europäische Fußball-Union am Donnerstag in einem bedeutungsschwangeren Statement, dezidiert hieß es:
„Die Uefa und ihre Nationalverbände werden sich diesen Plänen mit absoluter Entschlossenheit widersetzen. Als Ergebnis der Diskussion wird keine Nationalmannschaft der Uefa an irgendeinem Fifa-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge aufrechterhalten werden.“
Dem Fußball droht die Komplett-Eskalation. Laut übereinstimmenden Medienberichten setzte der Weltverband eine Zustimmungsfrist, die am 19. September enden soll. Schon ein paar Tage vorher wird sich zeigen, wie ernst es der Uefa mit ihrer Boykott-Ankündigung aller Fifa-Turniere ist.
Am 5. September, also in rund fünf Wochen, beginnt in Polen nämlich die U20-Weltmeisterschaft der Frauen. Von den 24 Teams kämen 6 aus Europa, Spanien, England, Frankreich, Polen, Italien und Portugal; Deutschland ist nicht dabei.
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Ebenfalls im Herbst 2026 finden Playoffs zur Frauen-Weltmeisterschaft statt. Diverse Europäer sind beteiligt, darunter in mehreren direkten Duellen. Weigern sich die Uefa-Länder anzutreten, hätte das erhebliche Auswirkungen auf das Teilnehmerfeld am Turnier 2027.
Zwei weitere Fifa-Wettbewerbe beschließen das Fußballjahr: Im Oktober steigt die U17-Weltmeisterschaft der Frauen, für die neben Deutschland auch Polen, Norwegen, Frankreich und Spanien qualifiziert sind.
Ab Mitte November wird die U17-Weltmeisterschaft der Männer ausgetragen. Deutschland fehlt, aber nominell sind elf Europäer am Start.
„Die Zukunft des Fußballs darf nicht von den Erwartungen derer diktiert werden, deren oberste Pflicht die Maximierung des finanziellen Gewinns ist. Noch dürfen die Interessen von Nationalverbänden, Ligen, Klubs, Spielern und Fans den Renditen von Investoren untergeordnet werden“, schrieb die Uefa, die freilich selbst gern die Hand aufhält, um am Fußball zu verdienen.
Essenz des Dachverbands: „Europas Haltung ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen.“ Was zu beweisen wäre.
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