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2,50 Euro für hässliche Sticker? Ich habe Whatsapp Plus ausprobiert

Дата публикации: 02-07-2026 06:00:05

Für 2,49 Euro kann man jetzt Whatsapp Plus abonnieren. Der Dienst soll den Meta-Messenger um „exklusive Funktionen“ erweitern. Doch bieten die wirklich einen Mehrwert – oder ist das alles nur Kosmetik? Unser Autor hat es ausprobiert.


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Ich erinnere mich auch noch 25 Jahre später an nervige ICQ-Kettenbriefe. „Teile dies mit zehn weiteren Freunden und eine deine Blume wird blau.“ Nicht, dass ich das ja gemacht hätte, aber die Farbe des Symbols hat sich jedenfalls nie geändert. Bei Whatsapp geht das hingegen jetzt. Sogar ganz ohne Spam an Freunde und Familie, allerdings gegen einen kleinen Obolus. Whatsapp Plus heißt der kostenpflichtige Zusatzdienst für den Messenger, bei dem Meta „exklusive Funktionen“ verspricht. 2,49 im Monat soll das kosten. Aber lohnt sich das überhaupt? Ich habe den Dienst abonniert, damit ihr es nicht tun müsst.

Whatsapp Plus und die hässlichen Sticker

Zunächst einmal die gute Nachricht: Meta bittet nicht sofort zur Kasse. Man darf Whatsapp Plus zunächst 30 Tage kostenlos ausprobieren, bevor der monatliche Abrechnungszeitraum beginnt. Wer vorher kündigt, muss gar nichts bezahlen, hat im Anschluss logischerweise aber auch keinen Zugriff mehr auf die erweiterten Features.

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Ein Screenshot aus Whatsapp.

Muss man mögen: Die exklusiven Sticker von Whatsapp Plus. (Screenshot: t3n)

Was das Angebot zu bieten hat, sieht man direkt bei der Bestellung, die man wiederum in den Einstellungen unter „Abos“ findet. Da ist die Rede von „exklusiven Stickern“ und ebenso auserlesenen Klingeltönen und weiteren kosmetischen Änderungen. Es gibt aber auch ein paar ganz gut klingende, echte Funktionen. Aber der Reihe nach.

Nach Abo-Abschluss sehe ich mir zuerst die Sticker an. Als cooler Dad um die 40 gibt es schließlich keinen besseren Weg, mit den eigenen Kids zu kommunizieren. Außer Worte vielleicht. 75 animierte Sticker gibt es exklusiv für Abonnent:innen. Und die sind zumindest mal nicht ganz so ansehlich. Schon klar, Geschmäcker sind verschieden, und vielleicht bin ich dann doch zu alt, um über Flump, Chip, Tuft, Pompon und Chomp – so der Name der fünf Tierchen – zu lachen. Optisch unterscheiden sie sich kaum von den Stickerpacks, die Whatsapp gratis zu bieten hat – und die genauso merkwürdig aussehen. Dafür bezahlen? Eher nicht.

Funktionen für Individualisten

Das sehe ich auch nicht beim individuellen App-Symbol, dem Gegenstück zur eingangs erwähnten ICQ-Blume. Ja, ein grünes Symbol auf weißem Grund sieht genauso schön minimalistisch aus, wie die Schwarzweiß-Variante. Allerdings habe ich auf meinem iPhone ohnehin die Möglichkeit, die Farbe aller App-Icons zu beeinflussen oder sie komplett transparent zu schalten, wenn ich das will. Für ein paar Einstellungsmöglichkeiten will ich nicht zahlen müssen. Zumal Konkurrenten wie Signal den Logo-Wechsel völlig gratis anbieten.

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Screenshots aus Whatsapp und Signal nebeneinander.

Gegen Geld gibt es bei Whatsapp (l.) neue App-Icons. Signal bietet sie gratis. (Screenshots: t3n)

Die letzte Designoption im Whatsapp-Plus-Angebot ist das Anpassen der Optik in der App. Die ist bei Signal ebenfalls gratis. Ihr könnt aus 20 Farben wählen. In der App ändern sich dann die Hintergründe, die Sprachblasen und die Farbe der Links. Nett, aber kein Muss – und bei der Konkurrenz ebenfalls gratis.

Zusätzlich enthält das Abo zwölf neue Klingeltöne für Sprach- und Videoanrufe. Das Jamba-Sparabo lässt grüßen. Alle klingen beliebig und generisch. Keinen davon würde ich je hören. Mein iPhone ist immer auf lautlos geschaltet. Ich zumindest brauche sie also nicht.

Alles läuft in Listen zusammen

Ein Screenshot von Whatsapp.

Mit Whatsapp Plus könnt ihr die Chats in euren Listen nach Belieben anpassen. (Screenshot: t3n)

Viele der Bezahloptionen laufen in den neuen Möglichkeiten für die Listen zusammen. Zur Erinnerung: Für eine bessere Übersicht könnt ihr Kontakte in eine oder mehrere Listen einsortieren, etwa für die Arbeit, den Sportverein oder die kommende Party. Mit Whatsapp Plus habt ihr nun die Möglichkeit, diese Listen zu personalisieren, indem ihr Hintergrundbilder, die Farbe der Sprechblasen, den Nachrichten- und den Klingelton anpasst. Die Idee: So sollt ihr schnell hören, in welche Liste gerade eine Nachricht eingetrudelt ist. Bei den Nachrichten beschränkt sich die Möglichkeit allerdings auf die von iOS zur Verfügung gestellten Töne.

Tatsächlich sind die Möglichkeiten gerade beim Hintergrundbild überraschend groß. Denn ihr könnt nicht nur aus vielen von Meta zur Verfügung gestellten Bildern wählen, sondern zudem eigene mithilfe von Meta AI prompten – wenn man wirklich Wert darauf legt, welches Bild hinter dem Chat auftaucht.

Aber nicht alles ist Kosmetik. Mit Whatsapp Plus erkaufe ich mir die Möglichkeit, mehr als nur drei Chats auf der Startseite anzupinnen. Wie viele es genau sind, weiß ich nicht. Bei zwölf habe ich aufgehört zu zählen. In jedem Fall behalte ich alles Wichtige so im Blick.

Fazit: Wer es bunt mag, sollte testen

Niemand, wirklich niemand, muss Whatsapp Plus abonnieren. Wirklich nützliche Funktionen enthält das Abo schließlich kaum. Wenn euch individuelle Klingeltöne und Chatfarben wichtig sind, könnt ihr das Angebot natürlich in Betracht ziehen. Ihr solltet aber im angebotenen Testzeitraum wirklich einmal überprüfen, ob ihr alle Möglichkeiten voll ausreizt, bevor ihr anfangt, für den Messenger zu bezahlen. Denn bei der Konkurrenz ist vieles davon kostenlos verfügbar. Wie bei ICQ wird also auch mein Whatsapp-Logo nach Ablauf des Probezeitraums nicht mehr blau sein. Heute wie damals werde ich es verkraften.

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