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Konzert | Zig-Zag-Jazz-Festival: Mit 76 Jahren rockt Dee Dee Bridgewater den Gasometer

Дата публикации: 21-07-2026 13:35:19

Mit drei Grammys und Tony Awards gehört die US-amerikanische Sängerin Dee Dee Bridgewater zu den Legenden des Jazz. Am Montagabend rockte sie zur Eröffnung des neuen Zig-Zag-Jazz-Festivals mit einem rein weiblich besetzten Quartett den Gasometer in Berlin-Schöneberg.


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Konzert Zig-Zag-Jazz-Festival Mit 76 Jahren rockt Dee Dee Bridgewater den Gasometer

Dee Dee Bridgewater bei einem Live-Auftritt. (Quelle: dpa/Radin)
Dee Dee Bridgewater bei einem Live-Auftritt. (Quelle: dpa/Radin)

Von Andrea Handels

"We don’t come out" hört man aus dem Hintergrund der Bühne Dee Dee Bridgewaters Stimme, bevor sie noch zu sehen ist. Ein kleiner witziger Flirt mit dem Publikum, dem noch viele weitere folgen sollen an diesem Montagabend. Und natürlich kommt sie raus auf die Bühne, Dee Dee Bridgewater - was für eine Erscheinung: komplett kahlgeschorener Kopf, dazu eine dicke schwarz umrandete Brille, viel fetter Silberschmuck, und ein lockerer schwarzer Jumpsuit, an den Füßen flache Sandaletten. Exzentrisch und herzlich, das sind wohl die beiden Adjektive, die sie am besten beschreiben können.

Dee Dee Bridgewater hat drei Musikerinnen dabei, und alle sind sie exzellent. Zwei von ihnen tragen lange Rasta-Zöpfe. Alexis Lombre am Piano, Shirazette Tinnin am Schlagzeug, und dazu Rosa Brunello am Bass, abwechselnd am E-Bass und am Kontrabass. Sie alle bekommen viel Raum für ihre ausgedehnten Soli und viel Applaus vom Publikum.

Schwarzer Widerstand und weibliches Empowerment

Das Programm besteht an diesem ersten Abend des Zig-Zag-Jazz-Festivals hauptsächlich aus Coverversionen von Protestsongs wie Ray Charles‘ "The Danger Zone" oder des Nina-Simone-Songs "I wish I knew how it would feel to be free" ("Ich wünschte, ich wüsste wie es sich anfühlt, frei zu sein"). Dieses Lied ist so etwas wie eine Nationalhymne der schwarzen US-Amerikaner, und die Songs, die gespielt werden, sind fast alle mit solch einer Botschaft ausgestattet.

"We exist" heißt das Projekt, mit dem das rein weibliche Dee-Dee-Bridgewater-Quartet gerade tourt, und das bezieht sich auf Max Roach and Abbey Lincolns ikonisches Civil Rights Album von 1960 mit dem Titel "We insist!". Da sind dann auch Songs dabei wie "Mississippi Goddam" über den Mord an vier schwarzen Mädchen in Mississippi, der nie verfolgt wurde. Es geht um die Unterdrückung von Schwarzen in den USA, um die Unterdrückung von Frauen, um Empowerment.

Von rockig bis ganz sanft

Dee Dee Bridgewater bedient mit ihrem Gesang ein sehr breites Spektrum, von rockig bis ganz sanft, manchmal fast geflüstert, manchmal herausgeschmettert. Dazwischen improvisiert sie auch immer wieder ohne Worte, benutzt ihre Stimme als Instrument und tritt in Dialog mit den anderen Instrumenten. Und mit dem Publikum. Das soll mitsingen und einmal sogar mitpfeifen, was es bereitwillig tut.

Dee Dee Bridgewater erzählt viel, schickt Liebesbotschaften ans Publikum ("I love you all") und zeigt sich glücklich und dankbar, dass es dieses Zig-Zag-Jazz-Festival und den Zig-Zag-Club gibt und wie wichtig es sei, solche Live-Spielorte zu haben. Am Ende hat sie alle Herzen erobert.

Gasometer gut geeignet für Festival

Das Zig-Zag-Jazz-Festival findet zum ersten Mal statt und der Gasometer erweist sich als wunderbarer Ort dafür: Die bestuhlte Haupthalle bietet eine gute Akustik und freien Blick auf die Bühne, Foyer und Außenbereich sind gut geeignet für die Zwischenauftritte des Berliner Jazz-Nachwuchses. An elf Abenden treten hier bis zum 1. August viele namhafte Jazzer auf, es gibt zum Beispiel einen brasilianischen Abend , einen kubanischen, einen, der Price gewidmet ist. Und Superstars wie Al di Meola, Till Brönner oder Ute Lemper.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version des Artikels wurde die falsche Pianistin genannt. Am Piano saß beim Konzert nicht Carmen Staaf, sondern Alexis Lombre. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 21.07.2026, 08:55 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 21.07.2026, Andrea Handels

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