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John Textor: "Ich bin Eintracht-Frankfurt-Fan"

Дата публикации: 17-04-2026 13:36:12

John Textor hält als Investor Anteile an mehreren Fußballklubs. In der ARD-Doku "Inside Fußball" sagt er, dass er auch gerne in Deutschland investieren würde - doch sein System steht mittlerweile unter Druck.

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Fußballinvestor John Textor
Investoren im Fußball John Textor: "Ich bin Eintracht-Frankfurt-Fan"

Stand: 17.04.2026 • 15:36 Uhr

John Textor hält als Investor Anteile an mehreren Fußballklubs. In der ARD-Doku "Inside Fußball" sagt er, dass er auch gerne in Deutschland investieren würde - doch sein System steht mittlerweile unter Druck.

John Textor besitzt mit seiner Gruppe Eagle Football Anteile an mehreren Fußballklubs. Der Investor aus Florida ist der Mehrheitseigentümer von Olympique Lyon aus Frankreich, RWD Molenbeek aus Belgien und Botafogo aus Brasilien, zwischenzeitlich gehörten ihm auch 46 Prozent der Anteile des Premier-League-Klubs Crystal Palace. Was er auch gerne hätte: einen Klub aus Deutschland.

"Ich bin Eintracht-Frankfurt-Fan", sagt Textor in der ARD-Dokuserie "Inside Fußball", die in der ARD Mediathek abrufbar ist. "Ich bin genau dieser leidenschaftliche Typ, der gerne in Deutschland investieren würde." In der zweiten Folge der Serie geht es auch um die Strukturen von Mehrfachbeteiligungen, bekannt unter dem Begriff Multi-Club Ownership. "Der Rest der Welt macht sich über mich lustig", sagt Textor. "Aber jenseits dieses ganzen Lärms müssen wir schlicht ein wirtschaftlich solides Geschäft führen. Klubs, die miteinander kooperieren."

Multi-Club Ownership

Multi-Club Ownership ist der Besitz oder die Beteiligung eines Eigentümers an mehreren Klubs. Investoren versprechen sich viele Vorteile: Die Entwicklung von Talenten innerhalb des Netzwerks bringen Chancen auf Transfererlöse. Talente können verpflichtet und entwickelt werden. Allerdings gibt es Risiken für den Wettbewerb, die über den Verdacht auf abgesprochene Spiele hinaus gehen. Transfers innerhalb eines Netzwerks von Klubs einer Mehrfachbeteiligung könnten zu Preisen getätigt werden, die den Bedürfnissen der Investoren entsprechen - und nicht den tatsächlichen Marktwerten. Auch der Zeitpunkt ist wählbar. So können Steuern umgangen oder Financial-Fairplay-Regeln zumindest auf dem Papier eingehalten werden. Klubs können zu Farmteams degradiert werden, die der Spitze der Pyramide eines Netzwerks dienen. Für Fans kann so die Identität ihrer Klubs verloren gehen.

Textor in Konflikten mit Verbänden und ihren Regularien

"Multi-Club Ownership ist gekommen, um zu bleiben", sagt Textor, der sein Vermögen in Hollywood mit Oscar-prämierten Spezialeffekten für große Blockbuster machte. "Wir sind damit nicht allein. Ein großer Teil der Vereine weltweit wird inzwischen so geführt." Der UEFA zufolge sind aktuell 345 Klubs weltweit Teil solcher Strukturen. Vor zehn Jahren waren es weniger als 60. Textor hatte Erfolge: Botafogo gewann 2024 die Copa Libertadores, die südamerikanische Champions League. Crystal Palace gewann 2025 den FA Cup.

Fußballinvestor John Textor im Stadion von Botafogo

Doch es kam zu regulatorischen Konflikten mit den Verbänden. Olympique Lyon stand nach dem Einbruch von TV-Einnahmen der französischen Ligue 1 kurzzeitig vor einem Zwangsabstieg. Fans protestierten gegen Textor, erst in der Berufungsverhandlung bei der französischen Fußballfinanzaufsicht DNCG wurde der Abstieg abgewendet. "Für jemanden wie mich, der aus einem völlig freien Marktsystem kommt, ist die Regulierung extrem schwer nachvollziehbar", sagt Textor. "In Frankreich sitze ich bei der DNCG vor 18 Ehrenamtlern, die mir sagen wollen, wie ich mein Unternehmen zu führen habe. Ganz ehrlich: Ich verstehe dieses System nicht."

Fans von Olympique Lyon protestierten im Juni 2025 gegen Investor John Textor.

Auch mit der UEFA kam es zum Konflikt, als sich Lyon und Crystal Palace gleichzeitig für die Europa League qualifizierten. Die UEFA ging davon aus, dass Textor entscheidenden Einfluss auf zwei Klubs hatte - mit Palace musste einer raus. Textor verkaufte unter Druck die Anteile bei Crystal Palace, doch der Ausschluss hatte Bestand.

Das Modell von Textor gerät unter Druck

Doch das Modell ist unter Druck geraten. "Meinen Anteil an Crystal Palace habe ich mit meinem privaten Vermögen finanziert. Molenbeek in Belgien - persönliches Geld. Botafogo genauso, alles selbst bezahlt", erzählt Textor. Für den Kauf von Olympique Lyon brauchte er jedoch institutionelle Anleger. Der Kreditgeber Ares Management aus den USA stieg mit 400 Millionen US-Dollar ein. Das Unternehmen ist spezialisiert auf hochverzinste Darlehen - und will sein Geld zurück. "Ich bin im Krieg mit unseren Geldgebern", sagt Textor.

Und diesen könnte er verlieren. Vertragsverstöße führten dazu, dass Kreditgeber Ares gerichtlich einen Verwalter durchsetzen konnte, der die Kontrolle über eine zentrale Holding übernommen hat. Textors Gruppe Eagle Football mit den Anteilen an den drei Klubs aus Belgien, Brasilien und Frankreich steht nun zum Verkauf.

Selhurst Park, das Stadion von Crystal Palace

Deutsche Funktionäre kritisieren Entwicklung

Während 90 Prozent der Premier League Teil internationaler Netzwerke sind, gilt das in der Bundesliga nur für drei Klubs: die TSG Hoffenheim, FC Augsburg und RB Leipzig. Für Alexander Wehrle, den Vorstandsvorsitzenden der VfB Stuttgart AG, haben Multi-Klub-Strukturen "nichts mehr mit dem Sport zu tun".

Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann

Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann warnt vor der Gefahr unkontrollierter Transfers. "Da gibt es ja unfassbare Spielmöglichkeiten, die glaube ich in Gänze noch gar nicht alle erkannt und durchdrungen worden sind. Wehret den Anfängen."

Doch in Europa wurden mehrfach von der UEFA mehrere Klubs von denselben Besitzern in den Europapokal-Wettbewerben gleichzeitig zugelassen, beispielsweise Manchester City und der FC Girona in der Champions League, die beide von der City Football Group aus Abu Dhabi kontrolliert werden.

"Inside Fußball - Wer kauft das Spiel?"

Die neue dreiteilige Doku-Reihe "Inside Fußball - Wer kauft das Spiel", jetzt in der ARD Mediathek, blickt auf Machtverschiebungen, Investoreninteresse und die strategische Zukunft des Fußballs. Zu Wort kommen neben DFL-Geschäftsführer Marc Lenz führende Personen aus dem deutschen Fußball, wie zum Beispiel Axel Hellmann (Vorstandssprecher Eintracht Frankfurt Fußball AG), Alexander Wehrle (Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart AG) oder Horst Heldt (Geschäftsführer Profifußball 1. FC Union Berlin).

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