Früher hat unser Autor immer wieder auch All-inclusive-Urlaube gebucht. Diese Zeit ist vorbei
All-inclusive-Urlaub ist beliebt – aber nicht bei jedem
Früher habe ich neben meinen Abenteuerreisen immer wieder auch All-inclusive-Urlaube gebucht. Einfach losfliegen, sich um nichts kümmern müssen, alles vor Ort haben: Das klang verlockend. Heute würde ich diese Urlaubsform nicht mehr buchen.
Schon die Kulisse schreckt mich inzwischen ab. Viele All-inclusive-Anlagen bestehen aus riesigen Hotelkomplexen an der Küste, neben denen sich oft weitere ähnliche Anlagen aneinanderreihen. Im Mittelpunkt stehen große Poollandschaften, obwohl das Meer meist nur wenige Schritte entfernt liegt. Vor allem in der Hochsaison drängen sich dort viele Menschen auf engem Raum.
Menschenmassen statt ErholungIch bevorzuge heute die Ruhe der Natur. Je weniger Menschen mir auf Reisen begegnen, desto besser kann ich abschalten. Bei einer All-inclusive-Reise trage man ein farbiges Bändchen und verbringt einen Großteil der Zeit mit Hunderten anderen Gästen auf derselben Anlage.
Außerdem habe ich erlebt, dass manche Urlauber die bezahlten Leistungen als Freibrief für rücksichtsloses Verhalten verstehen. Das bekannteste Beispiel ist für mich das Reservieren von Liegen mit Handtüchern, obwohl sie stundenlang ungenutzt bleiben.
Alkohol und Buffet-FrustHinzu kommt aus meiner Sicht die Rolle des Alkohols. Für manche scheint es zum Urlaub zu gehören, täglich stundenlang zu trinken. Gruppen verabreden sich regelmäßig dazu, bevor sie später in Hotelbars oder Diskotheken weiterfeiern.
Auch mit den Buffets werde ich nicht warm. Zwar ist die Auswahl oft groß, doch wo Essen in großen Mengen produziert werden muss, leidet nach meinem Eindruck die Qualität. Besonders unangenehm finde ich Gedränge, lange Schlangen und Menschen, die aus Angst vor leeren Schüsseln alles möglichst schnell auf ihre Teller laden.
Vom Reiseland kaum etwas gesehenAm meisten stört mich rückblickend aber etwas anderes: Man kann leicht kaum etwas vom Reiseland selbst erleben. Ich habe All-inclusive-Aufenthalte in Tunesien und Ägypten ausprobiert und von beiden Ländern am Ende nur wenig gesehen. Geblieben sind Erinnerungen an einen Wasserpark, eine Krokodilfarm und in Ägypten an ein wunderschönes Korallenriff vor dem Hotel. Mehr war es nach einer Woche allerdings kaum.
Trotz aller Kritik kann ich durchaus verstehen, warum viele Menschen sich bewusst für einen All-inclusive-Urlaub entscheiden. Nicht jeder möchte im Urlaub Ausflüge planen, Restaurants suchen oder sich ständig um organisatorische Dinge kümmern. Gerade für Familien mit Kindern oder Menschen, die im Alltag stark eingespannt sind, kann es sehr angenehm sein, wenn vom Frühstück bis zum Abendessen und sogar für die Kinderbetreuung bereits alles geregelt ist.
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