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Joe Cocker DDR: Gage in Mähdrescher E 514

Дата публикации: 22-08-2026 08:59:53

Joe Cocker bekam 1988 für Konzerte in Ost-Berlin und Dresden 360.000 Ost-Mark. Weil das Geld nicht umtauschbar war, kaufte er laut Berichten einen E 514.

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Joe Cocker verdiente im Juni 1988 an zwei Abenden in der DDR ein Vermögen in Ost-Mark – und legte einen Teil davon in Landtechnik an. Erworben haben soll der britische Sänger eine Erntemaschine der Baureihe Fortschritt E 514 aus Singwitz, einem Ortsteil von Obergurig bei Bautzen.

Sieben Wochen vor Springsteen stand er auf der Radrennbahn Weißensee

Der erste der beiden Abende gehörte Ost-Berlin. Am 1. Juni 1988 war Cocker der erste Musiker auf dem neu für Großkonzerte hergerichteten Gelände der Radrennbahn Weißensee.

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Grüße an die DDR von Joe Cocker

Wie außergewöhnlich das war, zeigt sein Terminkalender: Im März hatte er in der West-Berliner Deutschlandhalle gespielt, Ende Mai reiste er auf die andere Seite der Mauer. Am 19. Juli 1988 folgte auf derselben Anlage Bruce Springsteen – 160.000 Karten zu 20 Mark der DDR waren offiziell verkauft – das größte Solokonzert der DDR-Geschichte.

So einen Mähdrescher Fortschritt E 514 soll sich Joe Cocker für sein Geld gekauft haben.

So einen Mähdrescher Fortschritt E 514 soll sich Joe Cocker für sein Geld gekauft haben.imago/Karina Hessland-Wissel

Vorab ließ Cocker seinem Publikum über die FDJ-Zeitung „Junge Welt“ ausrichten, er wolle mit seiner Band Liebe vermitteln und zufrieden abreisen. Unterschrieben war die Botschaft mit: „Euer Freund Joe Cocker“.

Dresden, 2. Juni: mehr Menschen als Karten

Solche Abende blieben Ausnahmen. Bob Dylan war 1987 mit Tom Petty gekommen, 1988 kamen Depeche Mode, dann James Brown, Bruce Springsteen – und eben Cocker.

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Am Tag darauf spielte Cocker in Dresden, auf der damaligen Blüherwiese vor dem Hygiene-Museum. Mehr als 85.000 Karten waren verkauft, die Besucherzahl wurde später auf etwa 150.000 geschätzt. Seit 1988 heißt die Fläche im Volksmund Cockerwiese.

360.000 Mark, die keine Bank in London wollte

Der Vertrag sah nach Angaben der „Bauernzeitung“ 180.000 DDR-Mark je Abend für Cocker und seine Musiker vor, für Ost-Berlin und Dresden zusammen 360.000 DDR-Mark. Das Honorar aber ließ sich nicht mitnehmen, da die DDR-Mark international nicht umtauschbar war.

Zum Vergleich: Ein vollzeitbeschäftigter DDR-Arbeitnehmer verdiente 1985 durchschnittlich 1.130 DDR-Mark und 1989 rund 1.300. Ein Abend Cocker entsprach damit einem Durchschnittsverdienst über knapp zwölf Jahre.

Im Mähdrescherwerk stand die Antwort

Cocker interessierte sich für Landwirtschaft und entschied sich für Blech statt Bank. Ein Teil der Gage soll an das Werk Bischofswerda/Singwitz gegangen sein. Dort soll sich der Rocker einen Mähdrescher vom Typ Fortschritt E 514 gekauft haben. Die Maschine soll für seine Landwirtschaft in Irland bestimmt gewesen sein.

Zehntausende verfolgen im Frühjahr 1988 auf dem Gelände der Radrennbahn Weißensee begeistert den Auftritt des Rock- und Bluessängers Joe Cocker und seiner Band.

Zehntausende verfolgen im Frühjahr 1988 auf dem Gelände der Radrennbahn Weißensee begeistert den Auftritt des Rock- und Bluessängers Joe Cocker und seiner Band.Reinhard Kaufhold

Belegt ist das alles nicht. Die Geschichte stützt sich aber auf Unterlagen und Beteiligte rund um die Konzerte. Auch ist das Schicksal des Mähdreschers unbekannt.

Mähdrescher gehört einem DDR-Industrieriesen

Die Maschine war zur damaligen Zeit Großtechnik für die LPG. Der E 514 lief 1982 an und war ausgelegt auf Getreide, Mais, Ölsaaten und Hülsenfrüchte. Schnittwerke gab es in 3,60, 4,20, 4,80 und 5,70 Metern Breite.

Mähdrescher im Werk Singwitz des VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinenbau.

Mähdrescher im Werk Singwitz des VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinenbau.imago/Ulrich Hässler

Hinter dem Mähdrescher stand ein Industrieriese der DDR. 1951 aus fünf ostsächsischen Betrieben zusammengeführt, 1953 in VEB Fortschritt Erntebergungsmaschinen umbenannt, 1964 in VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen. Bis 1990 verließen 85.305 Mähdrescher in zehn Typen die Werke. Am 30. Juni 1990 war Schluss.

Für das Kombinat war die Erzählung Gold wert. Ein britischer Rockstar als Kunde. Eine bessere Werbung hätte es für den E 514 nicht geben können.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com

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